WattenMord von Andreas Schmidt

WattenMord
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Nachdem sich bereits vor etwa sechzehn Jahren 78% der Husumer bei einem Bürgerentscheid gegen die Bebauung des Dockkoog ausgesprochen hatten, kam das Thema nun erneut auf den Tisch. Ein potentieller Investor hat den Kommunalpolitikern, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, seine Pläne für ein Dockkoog-Resort vorgestellt, in das er bis zu 30 Millionen Euro investieren möchte. Da bekanntlich die Wirklichkeit die besten Geschichten schreibt, hat die Meldung über das geplante Bauvorhaben den Autor Andreas Schmidt zu seinem Krimi WattenMord inspiriert.

Noch bevor morgens um neun die ersten Besucher in das Multimar Wattforum in Tönning stürmen um die Unterwasserwelt der Nordsee zu bestaunen, macht eine Mitarbeiterin einen ersten Rundgang durch die Ausstellung, um die Anlage hochzufahren. Dabei entdeckt sie am Grund des knapp dreihunderttausend Liter fassenden Großbeckens eine Leiche. Die ermittelnde junge Kommissarin Wiebke Ulbricht und ihr Partner Hauptkommissar Jan Petersen von der Husumer Kripo erfahren, dass es sich bei dem Toten um den Immobilienkaufmann Holger Heiners, den Investor für ein geplantes Ferienresort am Dockkoog, handelt. Einem Bauvorhaben, das immer wieder auf Kritik bei den Anwohnern und bei Umweltschützern stößt. Doch dem Umweltschützer und hauptberuflichen Lehrer Torben Schäfer trauen die ermittelnden Beamten keinen Mord zu. Aber schnell findet sich ein Tatverdächtiger, dessen Fingerabdrücke am Tatort gefunden wurden, der ehemalige Bauunternehmer Jörn Holst, der sich mit Handlangerarbeiten begnügen muss, seit ihn Heiners an den Rand einer Pleite brachte.

Da taucht völlig unerwartet Wiebkes Vater, Hauptkommissar Norbert Ulbricht, den sie seit ihrer Kindheit nicht mehr gesehen hat, in Husum auf, um seine Tochter zu besuchen. Er mischt sich auch prompt in die Ermittlungen seiner Tochter ein und wird dabei in Glücksburg Zeuge eines kaltblütigen Mordes an der Ehefrau von Holger Heiners. Wodurch er in Erklärungsnot bei den Kollegen in Flensburg gerät, denn warum ermittelt ein Wuppertaler Hauptkommissar in Schleswig Holstein?

Das fragt sich auch der Leser von Andreas Schmidts Kriminalroman WattenMord, denn Kriminalhauptkommissar Ulbricht ist nach einigen Kriminalfällen in Wuppertal die Stadt wohl zu eng geworden. Der Autor schickt den Leiter des KK11 in Wuppertal immer öfter auf Reisen. Nach einer Kur in Bad Pyrmont folgt nun ein Urlaub in Husum, wobei der Wuppertaler Columbo-Verschnitt seine Kollegen ganz schön blass aussehen lässt. Auch in diesem Roman hat der Autor wieder Reales und Fiktives gekonnt vermengt und die realen Orte der Handlung sehr gut recherchiert. Leider ist es Andreas Schmidt in WattenMord nicht gelungen, durch den Ablauf der Handlung eine Spannung wie in seinem Krimi Tödlicher Schnappschuss zu erzeugen, doch unterhaltsam ist auch dieser Krimi allemal.

Andreas Schmidt, WattenMord, CW Niemeyer Buchverlage 2012, Paperback, 360 Seiten, ISBN 978-3-8271-9511-1, Preis: 9,95 Euro.

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