Britta Sander, die in einer Aachener Detektei arbeitet, erhält einen Anruf ihrer früheren Bekannten Pia, die sich Sorgen um ihre verschwundene Schwester Sabrina macht. Nachdem Britta den Fall übernommen hat, ergeben ihre Recherchen, dass Sabrina eine Ferienwohnung gemietet hat. Doch dort findet der Vermieter nur noch ihre Leiche. Für die Polizei steht nach kurzer Zeit fest, dass es sich um einen Suizid handelt, weshalb sie die Ermittlungen einstellt. Sowohl Pia, als auch der Ehemann von Sabrina können aber nicht an diese Theorie glauben, denn zum einen wurde auch Sabrinas geliebter Hund tot aufgefunden, und zum anderen hätte sie selbst dann keinen Whisky getrunken, wenn sie sich hätte umbringen wollen.

Dank Brittas Kollege Tahar, ein Computerspezialist, findet sich auf dem Handy der Toten ein Hinweis, dass es sich bei dem Mörder wahrscheinlich um jemanden mit dem Anfangsbuchstaben S handelt. In alten Tagebüchern von Sabrina suchen Pia und ihr Schwager nach weiteren Hinweisen und werden bei den Namen Susanne und Sarah aufmerksam. Aber dann ändert sich plötzlich die Situation, als Brittas Kollege Eric von seinem aktuellen Fall erzählt. Tessa Fuhrmann soll kurze Zeit nach dem Tod von Sabrina bei einem Reitunfall ums Leben gekommen sein. Da sie dieselbe Schule wie Sabrina besucht hat, halten weder Britta, noch Eric das für einen Zufall. Von nun an jagen sie gemeinsam einen Mörder, der vermutlich beide Frauen auf dem Gewissen hat.

Vergeben und Vergessen ist der erste Band einer neuen Reihe von Robin Armstrong, in der Britta Sander als Detektivin ermittelt. Die Protagonistin, die in der Ich-Form erzählt, besticht durch ihre flapsige Art sowie lockere und zuweilen auch ironische Sprüche. Wenn sie am Steuer sitzt, dann fährt sie mit einem „Affenzahn“, trägt „Klamotten“ und lässt sich auf einen Stuhl „plumpsen“. Die Zusammenarbeit mit ihrem Kollegen Eric ist von Frotzeleien und coolem Auftreten geprägt.

Dass es bei diesem Kriminalroman von Robin Armstrong nicht so ganz ernst zugeht, ist auch an der lapidaren Befürchtung des von Britta aufgesuchten Kommissars zu erkennen, in der er äußert, dass der Täter wohl „noch nicht fertig mit Morden“ ist. Der flotte und angenehme Schreibstil entschädigt für eine nur mäßige Spannung, die jedoch am Ende zulegt. Außerdem greift die Autorin auf den letzten Seiten noch einmal Fäden auf, so dass keine Fragen offen bleiben. Wem dieser Stil eines Kriminalromans zusagt, kann sich auf eine für das Frühjahr 2018 in Aussicht gestellte Fortsetzung von Vergeben und Vergessen freuen.

Robin Armstrong, Vergeben und Vergessen, Selbstverlag 2017, Taschenbuch, 291 Seiten, ISBN 978-3-00-056018-7, Preis: 9,99 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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