Toter als tot von Christine Tapking

Toter als tot
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In Toter als tot von Christine Tapking erzählt Friedrich Webeken, wie er bei einem Spaziergang mit seinem Hund einen toten Jogger im Gebüsch findet. Er sucht schnell den Polizisten Hanne Harms, seinen besten Freund aus Schultagen auf, um mit ihm an den Leichenfundort zurück zu kehren. Doch zu seinem Erstaunen ist die Leiche verschwunden! Er vermutet, dass der Mörder die Leiche während seiner kurzen Abwesenheit weggeschafft hat und glaubt wiederum seinen Augen nicht zu trauen, als er die „Leiche“ kurz darauf vor einem Edeka-Markt spazieren sieht! Er ist sich sicher, dass es sich um den gleichen Mann handelt, trägt er doch noch den Trainingsanzug, der ihm gleich so auffiel.

Ein paar Tage später wird dann aber eben dieser Mann tatsächlich tot aufgefunden. In einer Schubkarre in Lütjens Schuppen. Ausgerechnet da, wo Friedrich es als 14-jähriger im Hormonrausch mit Peter getrieben hat und dabei auch noch von seinem Vater erwischt wurde. Der Tote wurde dummerweise mit der Leine von Friedrichs Hund erdrosselt. Für den ermittelnden Kommissar Malvoisier und seinen Assistenten Christoph Brettschneider ist Friedrich damit ein Hauptverdächtiger geworden. Um ihn herum geschehen unerklärliche Dinge: Türen stehen in seinem Haus offen, die er geschlossen haben will und seine Uhr ist plötzlich verschwunden. Friedrich beginnt ein Verhältnis mit der Witwe des Toten und glaubt, die Uhr bei ihr gesehen zu haben, die dann letztendlich ebenfalls auf Lütjens Hof gefunden wird.

Friedrich hatte vor Jahren eine Beziehung zu Stella, die er in seinem Schlafzimmer mit einem anderen Mann erwischt hat. Da nun ausgerechnet bei dem Toten ein Bild von Stella in dessen Jackentasche gefunden wird, muss Friedrich zu Stella, um zu erfahren wie ihr Bild zu dem Toten gelangen konnte und er dadurch des Mordes verdächtigt wird. Doch bei dem Besuch wird er dieses Mal vom Ehemann überrascht, als er Stella gerade in seinen Armen hält! Dieser überredet Friedrich, doch noch ein Glas mit ihm zu trinken und hat jedoch nichts Anderes im Sinn, als den Nebenbuhler ins Jenseits zu befördern. Stella, die von ihrem Mann eingesperrt wurde, kann fliehen und macht eine Aussage bei der Polizei, die ihren Mann schwer belastet. Der alarmierte Assistent Christoph unterhält längst eine homosexuelle Beziehung zu Friedrich und kann seinen Freund gerade noch rechtzeitig retten, der in die Schubkarre bei Lütjens gelegt wurde.

Wie beim selbsternannten lesbisch-schwulen Buchverlag nicht anders zu erwarten, spielen eben gerade diese Beziehungen in der vorliegenden Krimikomödie Toter als tot von Christine Tapking eine wesentliche Rolle. Die eher schwache Geschichte lebt aber von den genialen Wortspielereien und Doppeldeutigkeiten, die das Buch dennoch lesenswert machen. Manche Stellen erinnern an Verwechslungskomödien, andere Aussprüche könnten von Loriot sein. Es gibt auch einige Textstellen von tiefer Bedeutung. So wird der Ratschlag an den Rest der Welt erteilt, einfach mal den Mund zu halten oder es wird Bewunderung für die Energie von Werbetextern gehegt, wenn sie den ganzen Tag verbalen Blödsinn produzieren.

Christine Tapking, Toter als tot, Querverlag 2011, broschiert, 192 Seiten, ISBN 978-3-89656-189-3, Preis: 12,90 Euro.

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2 Gedanken zu “Toter als tot von Christine Tapking

  1. Ein kurzweiliger Krimi, den man in einem Rutsch lesen kann. Unterhaltsam, aber ohne Tiefgang!

    LG
    Marion

  2. Bei einer Krimikomödie, um die es sich hier handelt, erwartet man ja auch keine Tiefgänge. Aber manchmal überliest man die kleinen „Seitenhiebe“ auch schnell. Beispiele finden sich dazu im letzten Satz meiner Besprechung.

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