So sinnvoll und nützlich manche Erfindungen oder zufällige Entdeckungen sein können, so gefährlich kann es werden, wenn sie in falsche Hände wie in dem Thriller Tödliche Sequenz von Alex Bensson geraten. Nachdem einem Kriminaltechniker in London bei der Klärung des Mordes an Melinda Shelby ein ungewöhnlich leuchtendes Metall und dem Pathologen an ihrem Arm atypische Verletzungen auffielen, gibt die Pathologin Maud eine Probe zur chemischen Analyse, bei der radioaktives Polonium festgestellt wird. Als Maud vom Tod des in diesem Fall ermittelnden Inspectors erfährt und selbst verfolgt wird, läuft sie um ihr Leben und rettet sich zu ihrer Schwägerin Jane, der Abteilungsleiterin des englischen Geheimdienstes M16.

Jane merkt schnell, dass sie es mit einem mächtigen Gegner aufnehmen muss, denn plötzlich verschwinden alle Spuren von Melinda einschließlich ihrer Leiche. Sie beauftragt den jungen Lord Lucius Bromley, dessen Vater schon für den Geheimdienst tätig war. Mit seinem Team, zu dem das Computergenie Alexej, die Ärztin Claire, der nahkampferfahrene Michael, der frühere CIA-Mitarbeiter Gabriel sowie sein Bruder Raphael und seine Freundin Uriela gehören, kommt er einer skrupellosen Gruppe mit perfiden Absichten auf die Spur, die bestens mit dem nötigen Know-how ausgestattet ist und dazu intelligent vorgeht, was sie noch gefährlicher macht.

Schon auf den ersten Seiten geht Alex Bensson aufs Ganze, und es gibt immer wieder Tote zu beklagen. Die Ereignisse überschlagen sich und stets neu hinzukommende Personen erschweren zunächst auf den vielen Nebenschauplätzen den Überblick: Dazu zählen beispielsweise die Geschehnisse um die sterbenskranke Lena oder die Laborantin Natalie und auch die einer auf den Cayman-Inseln beträchtliche Geldsummen abhebenden Frau. Der Protagonist Lucius, der in Schottland das großzügige Anwesen Bromley Hall besitzt, steht als Held über allem und ist nicht aus der Ruhe zu bringen. Sein Diener Harold ist ein „Vollblutbutler“ und bleibt sogar während eines „absoluten Notfalls“ in seiner Wortwahl förmlich.

Ähnlich, wie der Arzt Michael Crichton in seinen Büchern schon Realität und Fantasie kombiniert hat, so hat auch sein Berufskollege Alex Bensson diese Idee aufgegriffen und in seinem actionreichen Thriller Tödliche Sequenz einen nahezu perfekten Mord konstruiert, indem er in die DNA ein fremdes Gen eingebaut hat. Stimmig sind durchaus seine Ausführungen zum als Beruhigungs- oder Schlafmittel verwendeten Mittel Midozolam oder das Lena verabreichte Cytosin-Arabinosid, das bei Leukämie als Zytostatika Anwendung findet. Der Leser erfährt viel über Genveränderungen, was man unter dem genetischen Fingerabdruck versteht oder auch über Polonium, das durch den Tod des russischen Agenten Alexander Litwinenko traurige Berühmtheit erlangte.

Doch die Spannung leidet unter diesen Hintergrundinformationen keinesfalls. In Sankt Moritz gibt es eine rasante Skiabfahrt, das Team um Lucius Bromley führt eine spektakuläre Befreiungsaktion durch und kommt häufig nur knapp mit dem Leben davon. Dass konsequent auf Trennungszeichen verzichtet wurde und die Zeilenumbrüche dementsprechende Lücken aufweisen, dürfte kaum jemanden stören, denn der durchweg spannungsgeladene Thriller, bei dem auch Eifersucht und Intrigen nicht zu kurz kommen, zieht den Leser vollends in seinen Bann.

Alex Bensson, Tödliche Sequenz, CreateSpace 2017, Broschur, 296 Seiten, ISBN 978-1-5464-7146-2, Preis: 9,99 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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