Nick Wright ist der Held, oder besser gesagt der ewige Loser in dem Comic-Roman Super Nick – Bis später, ihr Pfeifen von Lincoln Peirce. Zu Hause muss er neben seinem Vater seine 15-jährige Schwester Ellen ertragen und in der Schule scheint der Sechstklässler auch nur vom Pech verfolgt. Gerade ist er aus einem Traum mit dem Horrorszenario erwacht, dass seine Lehrerin Mrs. Godfrey einen Heimatkundetest schreiben lassen will, da holt ihn schon die Realität ein. In Gedanken geht er sämtliche Möglichkeiten durch, damit er den Test nicht mitschreiben muss, denn eine weitere schlechte Note hat Nachhilfe zur Konsequenz. In seiner Verzweiflung denkt er sogar daran, sich selbst eine Entschuldigung mit gefälschter Unterschrift zu schreiben.

Nick hat es auch wirklich nicht leicht: In der Schule weiß Francis immer alles und Gina ist eine Petze. Einziger Lichtblick ist sein Glückskeks mit der Prophezeiung, am heutigen Tag alle zu übertreffen. In seiner Phantasie malt sich Nick schon die tollsten Rekorde aus, die er erzielen könnte und ihn zum Held machen. Aber egal, was er anpackt, es endet in jeder Unterrichtsstunde mit einem Verweis seiner Lehrer. Und das bedeutet Nachsitzen bei der Schulsekretärin Mrs. Czerwicki.

Um die Pechsträhnen seines chaotischen Helden Nick am besten aus seiner Perspektive erzählen zu können, hat Lincoln Peirce die Ich-Form gewählt. Vielen jungen Lesern wird es leicht fallen, sich mit Charaktereigenschaften dieses Jungen zu identifizieren und sie werden einige Parallelen feststellen. Nick ist unorganisiert und in seinen Sachen kann er keine Ordnung halten. Außerdem hält er Mathe für völlig nutzlos und langweilig. Natürlich sind die Episoden in den Kapiteln von Super Nick – Bis später, ihr Pfeifen überzogen, was bei der gewählten Form eines Comic-Romans üblich und beabsichtigt ist. Die vom Verlag ab 9 Jahren empfohlene Bildergeschichte hat weniger zum Ziel Wissen zu vermitteln, obwohl am Rande auf die Zerstörung der Ozonschicht durch Spraydosen und an anderer Stelle auf die Benutzung eines Wörterbuches bei fremden Begriffen hingewiesen wird. Vielmehr bezweckt Lincoln Peirce mit seiner Reihe „Super Nick“, seine Leser einfach nur gut zu unterhalten, was ihm auch bestens gelungen ist. Allein mit seinen Äußerungen dürfte Nick schon den meisten Schülern aus der Seele sprechen, aber spätestens beim Anblick der Comic-Zeichnungen werden die Lachmuskeln strapaziert, was bei dem Leistungsdruck innerhalb unseres Schulsystems durchaus therapeutisch sinnvoll sein kann.

Lincoln Peirce, Super Nick – Bis später, ihr Pfeifen, cbj Verlag 2012, Taschenbuch 224 Seiten, ISBN 978-3-570-22355-0, Preis: 6,99 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

2 Kommentare

  1. Rüdiger Stephan

    Ich finde das Buch superwitzig, weil neben ganz normalen Text immer wieder kurze Comics darin zu finden sind.

  2. Das macht ja auch genau den Reiz des Buches aus!

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