Sophie ist dreizehn Jahre alt und träumt jede Nacht von einem Schloss mit Pflanzen, die ihr unbekannt sind. In der Schule bekommt ihre Klasse an ein und demselben Tag einen neuen Schüler und einen neuen Lehrer, der ihr mit seinen finsteren Augen von Anfang an unheimlich ist. Als Sophie von dem neuen Lehrer Toxis per Teleportation entführt wird und sie in das aus ihren Träumen bekannte Schloss zu Amos bringt, taucht plötzlich der neue Schüler Tom auf. Noch bevor Amos ihr etwas antun kann, teleportiert sich Tom gemeinsam mit Sophie zurück ins reale Leben. Er erklärt ihr, dass Gott ein Schutzschild erschaffen hat und nur sie die Kraft des Lichts besitzt. Deshalb wollen die Dunklen sie töten, um nach ihrer Vernichtung die Weltherrschaft an sich reißen zu können. Seine Aufgabe wäre es, sie zu beschützen. Doch den Dunklen gelingt es immer wieder, Sophie in ihre Gewalt zu bringen.

Die Handlung des Jugendromans Sophie und die Kraft des Lichts von Catherine Granica spielt an einem von der Autorin nicht genannten Ort. Dem Leser bleibt auch verborgen, wie viele Menschen sich bereits den „Dunklen“ angeschlossen haben und damit Amos unterstützen, der offensichtlich der Drahtzieher oder Oberste des Bösen ist. Wie genau die Teleportation vonstatten geht, wird ebenfalls nicht erklärt. Denn scheinbar sind dazu keinerlei Hilfsmittel notwendig. Im Unklaren lässt Catherine Granica den Leser auch darüber, von wem Tom zum Beschützer von Sophie ernannt wurde, denn damit müsste zumindest eine Organisation oder eine Regierung Kenntnis von den Gefahren haben, die der Welt durch die „Dunklen“ drohen. Insofern dürfte selbst Lesern der empfohlenen Altersgruppe von 12-15 Jahren einiges unrealistisch erscheinen. Realitätsfern ist auch, dass Tom die Nächte bei Sophie verbringt, damit sie sich nicht so ängstigen muss, wobei sich Sophies Eltern nicht einmal fragen, ob denn seine Eltern Bescheid wissen.

Von den Szenen abgesehen, in denen Sophie erneut gekidnappt wird, beschreibt Catherine Granica in dem Jugendroman Sophie und die Kraft des Lichts überwiegend den Schulalltag von Sophies Klasse. Die Ausführungen dazu wirken langatmig und selbst dann, wenn sich Sophie in den Fängen der Bösen befindet, kommt keine wirkliche Spannung auf. Kaum ein jugendlicher Leser dürfte sich mit der Protagonistin ängstigen. Der Roman ist zwar in einem flüssigen Schreibstil gehalten, aber für Begeisterung kann er nicht sorgen, zumal auch der Schluss einfallslos ist.

Catherine Granica, Sophie und die Kraft des Lichts, Papierfresserchens MTM-Verlag 2014, Taschenbuch, 120 Seiten, ISBN 978-3-86196-356-1, Preis: 10,50 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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