Der fünfzehnjährige Simon ist verschwunden. Er wollte das Wochenende bei seinem besten Freund Yannick verbringen. Doch wie sich herausstellt, war er das ganze Wochenende nicht dort. Er hat nie etwas ausgefressen und ist auch nicht der Typ, der einfach abhaut, also muss ihm etwas zugestoßen sein. Die Eltern rufen alle Freunde und Klassenkameraden an, niemand hat ihn gesehen, er ist spurlos verschwunden. Auch seine Schwester Lara hat keine Ahnung und langsam wird ihnen klar, wie wenig sie über Simon wissen.

Als auch die Ermittlungen der Polizei zu keinem Ergebnis führen, beschließt die siebzehnjährige Lara ihren Bruder zu suchen und stellt selbst Nachforschungen an. Zunächst sucht sie zusammen mit ihrer Freundin Annika Simons Fahrrad, mit dem er zuletzt gesehen wurde. Als das Fahrrad von Annika am Bahnhof gefunden wird, befragen sie dort die Passanten und finden heraus, dass Simon mit dem Zug nach Frankfurt gefahren ist.

Eines Tages trifft sie zufällig ihren alten Freund Bonzo, der seit zwei Jahren auf der Strasse lebt und berichtet ihm von den Ereignissen. Durch einen anonymen Hinweis von Bonzo an die Polizei werden im Keller eines Abbruchhauses Blutspuren von Simon gefunden. Die Polizei vermutet eine Jugendbande, zu der auch Simon gehört hat. Plötzlich entstehen die wildesten Gerüchte und die Reporter der Zeitungen belagern das Haus der Familie. Lara und Bonzo finden heraus, dass Simon an seiner Schule Drogen verkauft hat und dabei wohl in Schwierigkeiten geraten ist. Lara wird schnell klar, ihr Bruder ist in großer Gefahr und sie fährt sofort nach Frankfurt um ihn zu suchen…

In ihrem Jugendroman Schwarzer Schnee zeigt die Autorin Lotte Kinskofer, wie wenig selbst in einer bürgerlichen Familie die Eltern über die Welt ihrer heranwachsenden Kinder wissen. Sehr realistisch schildert sie die Hilflosigkeit und Leiden der Eltern, wenn ein Kind spurlos verschwindet. Der gut durchdachte und professionell geschriebene Krimi bietet Spannung und Unterhaltung bis zur letzten Seite.

Lotte Kinskofer, Schwarzer Schnee, Deutscher Taschenbuch Verlag 2010, Taschenbuch, 271 Seiten, ISBN 978-3-423-78237-1, Preis: 6,95 Euro.

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Über den Autor: Michael Petrikowski

Ich lese seit über 45 Jahren Sachbücher aus unterschiedlichen Wissensgebieten und über diverse Themen. Meine große Leidenschaft gehört allerdings der zeitgenössischen Literatur, wobei mein Hauptinteresse den deutschsprachigen Autoren gilt. Erich Maria Remarque, Hans Fallada, Heinrich Böll und Günter Grass, um nur einige Autoren zu nennen, haben mich in meiner Jugend geprägt. Seit 2008 schreibe ich kurze und prägnante Buchbesprechungen über Belletristik sowie über Sachbücher zu verschiedenen Themen.

2 Kommentare

  1. Günther Brake

    Mir gefällt an der Geschichte nicht, dass Simon als Opfer dargestellt wird. Wer an seiner Schule mit Drogen handelt, ist Täter! Auch, wenn er der Rolle als Täter nicht gewachsen ist.

  2. Da hast du allerdings Recht. Drogenhandel an Schulen sollte nicht verharmlost werden. Doch in diesem Fall ist Simon ja wirklich ein Opfer, was nicht zwangsläufig bedeutet, dass jugendliche Drogenhändler alle Opfer sind.

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