Lukas Erler

Foto © Wladimir Olenburg

Lukas Erler hat nach einem Studium der Soziologie, Philosophie und Sozialgeschichte eine Ausbildung zum Logopäden gemacht. Seit über zwanzig Jahren arbeitet er in diesem Beruf und lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in Nordhessen. Mit Ölspur hat er seinen ersten Roman vorgelegt, der gleichzeitig auch der Auftakt einer Trilogie ist. 2011 erschien mit Mörderische Fracht die Fortsetzung. Beide Romane wurden für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert.

Guten Tag Herr Erler, in dem zweiten Teil Ihrer Trilogie Mörderische Fracht ging es Ihnen wohl darum, den Leser für die Folgen einer fiktiven Katastrophe zu sensibilisieren. Was nämlich passieren würde, wenn genau in der sensiblen Kadetrinne der Ostsee ein Anschlag auf ein Schiff verübt wird.

Nun, in erster Linie ging es mir darum, den Leser spannend zu unterhalten. Und zwar mit einer fiktiven Krimihandlung, die eingebettet ist in eine Reihe von politischen Ereignissen und ökonomischen Abläufen, die sehr real sind. „Mörderische Fracht“ ist der zweite Teil einer Trilogie, in der Umweltzerstörung, Frachtschifffahrt, Ölindustrie und maritimer Terrorismus eine Rolle spielen, und alles, was dort geschildert wird, ist entschieden zu wahr, um schön zu sein. Was konkret die Kadetrinne betrifft, sind sich die meisten Experten ziemlich einig: Die Frage ist nicht, ob dort etwas passiert, sondern lediglich wann!

Da möchte ich dann hoffen, dass sich die Experten irren und uns diese Katastrophe erspart bleibt. Weiterlesen »

Ediew Chasimikow hat durch Zufall ein Gespräch tschetschenischer Terroristen aufgeschnappt. Den Inhalt gibt er weiter, bis das „Geheimnis“, bei dem es sich um eine Mörderische Fracht handelt, bei der Russin Elena Bakarova landet. Dabei geht es um einen Anschlag auf einen russischen Öltanker. Elena, die das verhindern will, schlägt sich zu ihrem alten Vertrauten, dem Neuropsychologen Dr. Thomas Nyström nach Deutschland durch und entgeht dabei nur knapp dem Tod. Denn der ehemalige Bosnienkämpfer Yves Morisaitte hat mit ihr noch eine alte Rechnung zu begleichen. Dr. Nyström hat vor zwei Jahren versucht, Morisaitte mit einer Überdosis Insulin zu töten, da dieser seine Geliebte Helen Jonas umgebracht hat. Morisaitte sinnt nun seit zwei Jahren auf Rache und hat es ebenfalls auf die Schwester von Helen, auf Anna Jonas abgesehen. Dr. Nyström wiederum plagen Schuldgefühle, da er sich seinerzeit der Künstlerin Jaqueline van t-Hoff bedient hat. Sie war die Geliebte von Morisaitte und hat ihn an Dr. Nyström verraten. Der konnte den Verrat allerdings nicht für sich behalten und hat damit den Mord an Jaqueline heraufbeschworen.

Dr. Nyström stellt sich zusammen mit Anna und Elena nun die Frage, was wohl an dem gehüteten Geheimnis dran sein kann und wo bzw. wann der Angriff stattfinden soll. Die drei kommen zu dem Schluss, dass aller Wahrscheinlichkeit nach das Ziel die Ostsee sein wird. Weiterlesen »