Zwischen Walnussbäumen und verlorenen Träumen

Eine Familiengeschichte voller Sehnsucht, Geheimnisse und zweiter Chancen

Cover von Walnusswünsche von Manuela Inusa

Abigails Verschwinden und Vickys Neubeginn

Die siebzehnjährige Vicky und ihre frisch volljährig gewordene Schwester Abigail leben mit ihrem Vater Anthony Lloyd auf einer Walnussfarm in Riverside. Eines Nachts verschwindet Abigail – sie verabschiedet sich lediglich von Vicky, um in Hollywood ihr Glück zu suchen.

Zehn Jahre später hat sich Abigails Traum in Luft aufgelöst. Ein Kameramann hat sie mit einem Kind sitzen lassen, und ihrer sechsjährigen Tochter Bella kann sie kaum etwas bieten. Schweren Herzens muss sie sich eingestehen, dass sie gescheitert ist.

Ein Autor auf Recherche und ein erster Funke

Währenddessen recherchiert der bekannte Autor Liam für seinen neuen Roman über Walnüsse. Zufällig stößt er auf einen Zeitungsartikel über eine Walnussfarm und nimmt Kontakt auf. Mit seinem Mustang macht er sich auf den Weg nach Kalifornien.

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Rezension: „Der Aufbruch“ von Ingeborg Arvola – Eine Reise ins raue Nordland

Cover von Der Aufbruch von Ingeborg Arvola

Ein Leben unter moralischer Anklage

Der Aufbruch ist der Auftakt zur Eismeer-Trilogie von Ingeborg Arvola. Die Handlung des historischen Romans spielt im äußersten Norden Norwegens, genauer gesagt in der Region Finnmark, und beginnt im Jahr 1859 zunächst in Nordfinnland. Brita Caisa muss wegen ihrer beiden unehelichen Söhne eine Kirchenstrafe über sich ergehen lassen. An vier Sonntagen wird sie vom Pfarrer wegen ihres „unsittlichen Lebenswandels“ vor der versammelten Gemeinde angeprangert.

Ihr erster Sohn, der zwölfjährige Aleksi, stammt aus einer Liebesbeziehung mit einem verheirateten Mann. Der Vater des dreijährigen Heikki ist bereits verstorben. Brita muss deshalb zurück in das Haus ihrer Eltern ziehen. Doch sie möchte nicht, dass ihre Söhne mit ihrem Vater als männlichem Vorbild aufwachsen, da sie befürchtet, sie könnten sonst zu Trunkenbolden und Taugenichtsen werden.

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Flucht, Verlust und ein Erbe aus Schmerz: Eine Familiengeschichte, die nachhallt

Cover von Bis ans Meer von Peggy Patzschke

Der jähe Aufbruch: Januar 1945 in Brieg

Während ihr Ehemann Karl Puchalla an der Front ist, hämmert eines Abends im Januar 1945 plötzlich der Blockwart im schlesischen Brieg an Friedas Haustür: Auf Befehl des Gauleiters haben sich am nächsten Morgen um fünf Uhr alle mit maximal zwei Gepäckstücken zur Evakuierung bereitzuhalten. In größter Eile vergräbt Frieda Wertsachen im Garten und lockt ihre kleine Tochter Erika mit dem Versprechen, nach Wünschelburg zu Onkel Walter und Tante Charlotte zu fahren.

Die erste Enttäuschung folgt sofort: Der letzte Bus zum Fliegerhorst ist ohne sie abgefahren. Gemeinsam mit Hunderten Vertriebenen marschieren Frieda, Erika und Sohn Horst bei minus 30 Grad über die Dörfer, immer auf der Flucht vor den Kanoneneinschlägen der Roten Armee. Ihnen bleiben die Anblicke erschöpft Zusammengebrochener, die nicht mehr aufstehen, von Toten, die bis auf die Unterwäsche entkleidet wurden, und die fürchterlichen Schreie Verletzter oder Niedergetrampelter nicht erspart.

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Ein Sommer zwischen Krieg, Hoffnung und verbotener Liebe

over von Nur ein kurzer Sommer von Astrid Lehmann

Eine Geburt im Schatten des Krieges

Während die deutschen Truppen im Juni 1940 auf die bretonische Küstenstadt Vannes vorrücken, liegt die junge Anne‑Marie in den Wehen. Erst ein Jahr zuvor hat sie ihr Elternhaus verlassen, um eine Abendschule zu besuchen und Lehrerin zu werden. Zu spät musste sie erkennen, dass Maurice – entgegen all seiner Versprechen – seine Frau nicht verlassen würde. Mit der Schwangerschaft will er nichts zu tun haben.

In der Krankenstation wird Anne‑Marie von der Nonne Bernadette versorgt, die jedoch mit der ins Stocken geratenen Geburt überfordert ist. In ihrer Not bittet sie den mit der Wehrmacht herangerückten jungen Arzt Helmut Wagner um Hilfe. Der aus einfachen Verhältnissen stammende Mediziner hat es im Leben nicht leicht gehabt.

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Der Pakt der Frauen von Julia Kröhn

Der Pakt der FrauenDie Historikerin Dr. Katharina Adler ist Dozentin am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Wien. Sie ist Expertin für Sozial-, Alltags- und Frauengeschichte und hat ein mehrmonatiges Stipendium in den USA erhalten, um neue wissenschaftliche Impulse nach Österreich zu bringen. Doch um die neu geschaffene Stelle einer Assistenzprofessur, die eigentlich an sie gehen sollte, zu bekommen, muss sie im nächsten Semester eine Übung abhalten. Aus dem Institut für Osteuropäische Geschichte wurde beim Bildungsministerium Einspruch gegen die Vergabe erhoben, denn Dr. Florian Bruckmann, der ebenfalls an der Assistenzprofessur interessiert ist, will mit einer eigenen Lehrveranstaltung die Professoren von seiner Kompetenz überzeugen.

Im Gegensatz zu Florian Bruckmann, der sich bestens auf seine Aufgabe vorbereitet hat, trifft Katharina die Entscheidung des Professorenkollegiums völlig überraschend. Als Bruckmann ihr kurz darauf im Gang des Instituts begegnet, schenkt er ihr eine Blattsammlung, ein Kochbuch aus dem 19. Jahrhundert, und möchte von ihr wissen, welches Thema sie für ihre Lehrveranstaltung ausgewählt hat.

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Keine Reue von Ellen Sandberg

Keine ReueDie Anwältin Barbara und ihr Ehemann, der Publizist Gernot Maienfeld, leben in einer großzügigen Eigentumswohnung in Stuttgart, die sie Ende der 1980er Jahre gekauft haben. Als Barbaras Eltern kurz nacheinander verstorben sind, hat sie völlig unerwartet einen Teil des Millionenvermögens aus deren Textilfabrik geerbt. Obwohl sie die Erbschaft zunächst ausschlagen wollte, hat Gernot sie überredet, mit einem Teil des Geldes einige Organisationen zu unterstützen. Doch das ausschlaggebende Argument für sie war, dass sie sich mit dem Geld eine kleine Wohnung in Stuttgart, Frankfurt oder München leisten könnten. Die Aussicht, aus dem alten Haus in Buchsweiler auszuziehen und wieder in einer Stadt zu leben, war zu verlockend.

Doch statt einer kleinen Wohnung haben sie eine großzügige Wohnung mit Dachterrasse, Designermöbeln und einen Sportwagen für Gernot gekauft. Aus der einstigen Anwältin der RAF und dem linken Publizisten, der gegen das System und den Kapitalismus anschrieb, waren bourgeoise Salonlinke geworden.

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Kornblumenzeit von Simona Wernicke

Eine ostpreußische Familiengeschichte

KornblumenzeitNach Erinnerungen ihres Vaters hat Simona Wernicke den Roman Kornblumenzeit* geschrieben, eine ostpreußische Familiengeschichte nach wahren Begebenheiten: Käthe führt im Jahr 1928 mit ihren Geschwistern und den Eltern Hugo und Anna Weiß, Besitzer des Dorfkrugs in Koschainen, ein glückliches Leben. Als sie zum Pfingstfest Carl Kühnapfel nach fünf Jahren wiedersieht, ist es für beide Liebe auf den ersten Blick. Da er die Bäckerei seines Vaters in Locken übernehmen, aber erst noch die Meisterschule in Berlin abschließen will, sehen sie sich in der Verlobungszeit selten. Endlich läuten die Hochzeitsglocken und das junge Paar freut sich auf den ersten Sohn Heinz. Die Nationalsozialisten sind im Aufwind und Käthe sorgt sich um ihre jüdische Freundin Esther, deren Mann gerne auswandern möchte, was sie jedoch ablehnt. Nach der Geburt von Doris folgt im Januar 1935 mit Rudolf das dritte Kind. Der jungen Familie, die Land und Vieh besitzt, geht es gut, sie können sich sogar ein Auto leisten. Im Jahr 1936 wird Werner geboren, gefolgt von Martin.

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Erbgut von Bettina Scheiflinger

ErbgutBettina Scheiflinger stellt in ihrem Debütroman Erbgut* drei scheinbar voneinander unabhängige Familien vor, deren Verflechtungen sich dem Leser erst im weiteren Handlungsverlauf, und selbst dann nur bruchstückhaft offenbaren. So wird die Ich-Erzählerin in verschiedenen Stadien ihres Lebens vorgestellt. Diese berichtet von ihrer älteren Schwester Anna, ihren beiden Wohnungen in Wien und der Schweiz, einer Liebe und der Sorge, dass sie die Gene ihrer an Krebs erkrankten Mutter geerbt haben könnte.

In einer anderen Familie steht Johanna im Vordergrund, die nach ihren Kindern Frieda und Inge während eines Bombenalarms im Krieg Arno zur Welt bringt. Ihr Ehemann Franz ist im britischen Gefangenenlager und als er heimkommt, ist er dem Jungen fremd. Dieser lernt ihn nur als gewalttätigen Vater kennen. Als Erwachsener zieht es Arno nach Beendigung seiner Ausbildung in die Welt.

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Wunderjahre von Birgit Reinshagen

WunderjahreAufbruch in eine neue Zeit lautet der Untertitel des Romans Wunderjahre* von Birgit Reinshagen, dessen Handlung in den Jahren 1952-1953 in Wilmersbach in der Eifel angesiedelt ist. Die achtundzwanzigjährige Ruth träumt seit ihrer Kindheit davon, den väterlichen Steinbruch einmal zu übernehmen. Doch obwohl ihr Vater Friedrich Thelen seine Tochter sehr liebt, lehnt er ihren Wunsch ab. Er möchte, dass seine „Steinprinzessin“, wie er sie liebevoll nennt, einen passenden Mann heiratet, der den Betrieb einmal in seinem Sinne leiten soll. Doch ein Leben als treusorgende Hausfrau am Herd kann sich die selbstbewusste junge Frau nicht vorstellen und sie wird Lehrerin. Ihre beste Freundin Heidi, die in die Familie aufgenommen wurde, nachdem der Vater im Steinbruch tödlich verunglückt und die Mutter gestorben ist, träumt davon, einmal eine berühmte Modedesignerin zu werden.

Auf einem ihrer Streifzüge mit ihrem Hund Arno durch die Wälder und Wiesen rund um Wilmersbach beobachtet Ruth in einem stillgelegten Steinbruch einen etwa dreißigjährigen Kletterer, der mit seinen muskulösen Armen und Beinen an einer Basaltsäule hochklettert.

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Neuleben von Katharina Fuchs

NeulebenIn dem Roman Neuleben*, der im Jahr 1953 in West-Berlin beginnt, erzählt Katharina Fuchs die wahre Geschichte ihrer Familie in der Nachkriegszeit. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen die beiden Frauen Therese Trotha, die ein Jurastudium absolviert, und die Schneiderin Gisela Liedke, die im weiteren Verlauf der Handlung Felix, den Bruder von Therese, heiratet. Während Therese im letzten Semester gegen die Anfeindungen ihrer Kommilitonen sowie die Vorurteile eines Professors gegenüber Frauen in der Rechtswissenschaft zu kämpfen hat, sucht Gisela eine neue Stelle als Schneiderin, da ihre Lehrmeisterin angekündigt hat, die Schneiderei bald zu schließen, um zu ihrer Schwester nach Hamburg zu ziehen.

Giselas Mutter Anna, die früher eine eigene Kollektion für das KaDeWe entworfen hat, drängt sie, sich beim Modehaus Engelmann zu bewerben. Da ihr Bräutigam Felix noch studiert und kurz vor der Diplomarbeit steht, ist das junge Paar auf ihr Einkommen als Schneiderin angewiesen.

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