Paracelsus von Eva-Isabel Schmid

Auf der Suche nach der unsterblichen Seele!

Paracelsus - Auf der Suche nach der unsterblichen SeeleParacelsus wohnt mit seinem besten Freund Caspar in einer Studentenunterkunft in Basel. Mit der Erlaubnis des noch amtierenden Bischofs sezieren die beiden Leichen, um der unsterblichen Seele auf die Spur zu kommen. Doch dann teilt ihm Jacob Göttisheim, der Dekan der medizinischen Falkultät mit, dass der neue Fürstbischof Philipp von Gundelsheim ihre Studien verbieten wird, in denen er eine „ketzerische Arbeit“ sieht, zumal chirurgische Eingriffe den Badern vorbehalten sind. Der Medizinstudent Martin Clauberg ist ein Befürworter des neuen Bischofs und prophezeit, dass dieser den jüdischen Dekan Jacob Göttisheim vertreiben wird, woraufhin Paracelsus mit seinem Widersacher in Streit gerät und sogar von Steffan von Bärenfels bewusstlos geschlagen wird.

Domherr und Inquisitor Johan von Müllenberg rät seinem Freund Jakob, mit seinem zur Stadtwache gehörenden Sohn Laurencz die Flucht zu ergreifen. Unterdessen versorgt Caspar trotz aller Warnungen das von der Schlägerei herrührende Loch in Paracelsus Kopf mit unerlaubten Methoden, womit er ihm allerdings das Leben retten kann. Nach seiner Genesung zieht es ihn ins Armenviertel zum Hexenmeister und Magier Balthazar, weil er endlich erfahren will, wo die Seele sitzt. Doch dann wird der von allen Zunftmeistern geschätzte Metzgermeister Burri ermordet. Die Tumulte unter den Bürgern nehmen zu, und Paracelsus muss vor der Inquisition flüchten.

Um es vorweg zu nehmen: Der historische Roman „Paracelsus“ ist keine authentische Biografie des berühmten Schweizer Arztes, den nur wenige unter seinem bürgerlichen Namen Theophrastus Bombast von Hohenheim kennen. Denn dieser musste weder vor der Inquisition Zuflucht suchen, noch ist bekannt, dass er, wie im Buch beschrieben, einen Kaiserschnitt gemacht hat. Allerdings ist die erste bekannte Sectio sehr wohl zu seinen Lebzeiten erfolgt, und zwar von einem Ehemann in der Schweiz, dessen Ehefrau keine Hebamme helfen konnte. Dagegen stammt der bekannte Spruch „allein die Dosis machts“ tatsächlich von Paracelsus und auch das im Roman erwähnte „große Erdbeben“ hat es in Basel im Jahr 1356 gegeben.

Wie fast jeder historische Roman kommt auch dieser nicht ohne eine sich anbahnende Liebesbeziehung aus: Der Dekan Jacob Göttisheim ist Vater des bei der Stadtwache beschäftigten Laurencz und seiner Zwillingsschwester Margret, die wie Steffan von Bärenfels, Sohn des Schultheiß, aus einer der wenigen besser gestellten Familien in Basel stammt. Margret kennt Steffan aus Kindertagen, seine Schwester Anna war ihr eine gute Freundin. In jungen Jahren war Margret die heimliche Verlobte von Steffan, den sie nach der Bekanntschaft mit Paracelsus zurückwies. In seiner Eifersucht sieht Steffan keinen Grund, sich für ihre Familie oder für Caspar einzusetzen, der ebenfalls in die Fänge der Inquisition gerät und sich in Margret verliebt hat.

Als praktizierende Humanmedizinerin kann Eva-Isabel Schmid natürlich sehr genau die medizinischen Behandlungen beschreiben, die ihr Protagonist ausführt. Gleich im ersten Kapitel wird dieser zu einem Notfall gerufen, bei dem er es allem Anschein nach mit einem Pneumothorax zu tun hat. Für das Verständnis des Romans „Paracelsus“ sind jedoch keine medizinischen Kenntnisse Voraussetzung. Allenfalls sollte man nicht überempfindlich sein, wenn es um chirurgische Eingriffe geht, die im Mittelalter noch ohne den Einsatz einer Anästhesie durchgeführt werden mussten. Der Roman, dem eine Fortsetzung folgen soll, nimmt erst im letzten Drittel richtig Fahrt auf, wird dann zunehmend spannend und weckt endlich das Interesse des Lesers am Fortgang der Handlung, die vielfach vom Dämon Astaroth aus der okkultistischen Mythologie bestimmt wird.

Paracelsus von Eva-Isabel Schmid

Paracelsus - Auf der Suche nach der unsterblichen Seele
Piper Verlag 2020
Taschenbuch
440 Seiten
ISBN 978-3-492-50400-3

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Bildquelle: Piper Verlag
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