Kendira ist eine von fast zweihundert jugendlichen Auserwählten, die in einem Ausbildungslager in einem völlig abgeschiedenen Tal auf den Dienst im Lichttempel vorbereitet werden. Das Tal ist von Schutzanlagen umgeben und wird von Guardians bewacht, um Liberty 9 mit seiner beeindruckenden Lichtburg vor den Angriffen der Nightraider aus der Dunkelwelt zu schützen. Die jungen Electoren, wie die Auserwählten genannt werden, können ein unbeschwertes Leben in Liberty 9 führen, das von Unterricht und dem Training in einer Computersimulation geprägt ist. Sie sind davon überzeugt, dass die Macht Hyperion sie für einen höheren Zweck ausbildet, doch was sie wirklich erwartet, wenn sie eines Tages mit dem Lichtschiff abgeholt werden, wissen sie nicht.

Für das leibliche Wohl der Auserwählten sind die Servanten zuständig. Sie, die wie die Electoren aus einer Aufzuchtstation in Eden stammen, aber nicht für den Dienst im Lichttempel auserwählt wurden, müssen die anfallenden Arbeiten in Liberty 9 erledigen. Nach ihrer Dienstzeit werden sie zurück auf eine der Farmen in Eden geschickt, wo sie ein Sklavenleben als Farmarbeiter erwartet. Einer von ihnen ist Dante, er und sein Freund Jaydan wollen sich nicht mit einem solchen Schicksal abfinden und suchen nach einem Weg, um aus der Sicherheitszone zu entkommen. Dante weckt auch bei Kendira und ihrer Freundin Nekia Misstrauen und Zweifel, wodurch Sie der Wahrheit auf die Spur kommen, denn sie sind keine Auserwählten, sondern Verdammte, die in den sicheren Tod geschickt werden.

Auch wenn das Thema in der Dystopie Liberty 9 – Sicherheitszone von Rainer M. Schröder nicht ganz neu ist, so hat der Autor in seinem Jugendroman eine völlig neue Welt erschaffen, in die sich der Leser durch die bildhaften Schilderungen sehr gut hineinversetzen kann. Nur in kleinen Bruchstücken erfährt der Leser nach und nach mehr über die Geschehnisse in der Vergangenheit, die zu der scheinbar zivilisierten Gesellschaft der Libertianer, die durch die Macht Hyperion regiert wird, geführt haben. Die Handlung nimmt den Leser immer mehr gefangen und die Spannung steigt. Doch dann gelingt es dem Autor leider nicht, den Roman zu einem befriedigenden Abschluss zu bringen, denn auf den letzten Seiten wirkt der Plot so zurecht gebogen, dass sich daraus der Stoff für zwei weitere Bände entwickeln lässt, doch der Leser wird mit vielen offenen Fragen zurückgelassen. Eines der Mysterien, die ihn quasi bei der Stange halten, ist die Frage, was die Electoren denn nun im Lichttempel erwartet und warum sie in den sicheren Tod geschickt werden. Doch leider lässt der Autor den Leser auch darüber im Ungewissen und dieser Punkt wird wohl erst in einem der folgenden Bände aufgeklärt werden. So ist der wirklich sehr spannend geschriebene und fesselnde Jugendroman Liberty 9 – Sicherheitszone von Rainer M. Schröder am Ende eine große Enttäuschung, die keinerlei Lust auf weitere „Liberty 9“ Romane weckt.

Rainer M. Schröder, Liberty 9 – Sicherheitszone, cbj Verlag 2012, gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 496 Seiten, ISBN 978-3-570-15464-9, Preis: 18,99 Euro.

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Über den Autor: Michael Petrikowski

Ich lese seit über 45 Jahren Sachbücher aus unterschiedlichen Wissensgebieten und über diverse Themen. Meine große Leidenschaft gehört allerdings der zeitgenössischen Literatur, wobei mein Hauptinteresse den deutschsprachigen Autoren gilt. Erich Maria Remarque, Hans Fallada, Heinrich Böll und Günter Grass, um nur einige Autoren zu nennen, haben mich in meiner Jugend geprägt. Seit 2008 schreibe ich kurze und prägnante Buchbesprechungen über Belletristik sowie über Sachbücher zu verschiedenen Themen.

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