Von pummeligen Hummeln, Männern am Telefon und anderen weltbewegenden Fragen.
Den meisten Menschen ist die Kolumne durch eine einzeilige Zeitungsspalte bekannt, in der ein Journalist in kurzer, knapper Form seine Meinung zu einem alltäglichen Thema äußert. Dieses Motto greift Dora Heldt auch in dem Band Da fällt mir noch was ein …* mit dreiundfünfzig Kolumnen auf, in denen, von ihr selbst als Handlungsperson einmal abgesehen, ihr Liebster, ihre Freundinnen Nele, Anna, Barbara, Luise und Karola sowie Annas Tochter Lena, Dora Heldts Patenkind, die Hauptakteure sind.
So erfährt der Leser, dass die Autorin fast jeden Ferientag auf Sylt verbringt, wo sie geboren wurde, und sich dort mit einer Jeans gut angezogen fühlt. Ganz anders war das bei einer Preisverleihung: Für diesen Anlass hat sie sich extra ein neues Kleid gekauft, das sie dann aber doch nicht getragen und es kurzerhand gegen einen Hosenanzug getauscht hat. Zufrieden ist sie mit dem Kauf einer Lederjacke, doch von einem anprobierten gepunkteten Kleid lässt sie doch besser die Finger.
Ranga Yogeshwar gesteht schon in dem Vorwort seines Buches „Nächste Ausfahrt Zukunft“, dass er als Wissenschaftsjournalist eine andere, ihn prägende Perspektive auf die Dinge des Fortschritts genießt als die meisten Menschen. Bereits in den ersten Sätzen lässt er seinen privaten, familiären Alltag in Form eines defekten Kaffeeautomaten einfließen, womit er deutlich macht, dass er als Zielgruppe nicht nur Wissenschaftler ansprechen will, sondern vor allem auch Laien. Im Zusammenhang mit Smartphone und WhatsApp, die nicht ohne Auswirkungen auf die Arbeitswelt und das Familienleben sind, spricht er von einer digitalen Revolution, wobei er die Frage nach einer möglichen totalen Überwachung aufwirft. Ein jeder muss sich bewusst machen, dass die über ihn gesammelte Datenfülle nicht ersichtlich ist, ähnlich unsichtbarer Strahlung, so sein Vergleich, trotzdem aber existiert.
Bereits als Studentin ist Sina Pousset häufig mit einem Fernbus unterwegs gewesen. Auch heute reist sie mit ihnen quer durch Europa und hat ihre im Laufe der Jahre gesammelten Erfahrungen in dem Buch „Keine Ahnung, wo wir hier gerade sind“ zusammengefasst. Manche Reise, so ist zu lesen, beginnt schon mit dem Problem, das sich bei einer Buchung über die entsprechende App ergibt und findet eine Fortsetzung mit der Suche nach der Bushaltestelle. Die Jogginghose hat sich als Kleidungsstück auf langen Fahrten bewährt und was das Gepäck anbelangt, so sind immer die Gegenstände, die man sucht, ganz unten zu finden. Nicht zu unterschätzen ist die richtige Wahl des Sitzplatzes, wobei die Unsitte mancher Mitreisender störend ist, einen freien Platz durch Gepäck zu blockieren, wozu sogar einmal eine Tanne gehört hat.
Im Jahre 1938 synthetisierte Albert Hofmann erstmals Lysergsäurediäthylamid (LSD). Doch in Tierversuchen bestätigte sich nicht die erhoffte Wirkung für den Einsatz als Kreislauf- und Atmungsstimulanz. Erst 1943 entschied sich der Chemiker das Lysergsäurediäthylamid erneut zu testen und hat durch unsauberes Arbeiten im Labor ein wenig davon über die Haut aufgenommen. Dabei bemerkt er eine veränderte Wahrnehmung, die er sich zunächst nicht erklären konnte. Zu Hause versank Hofmann in einen angenehmen, rauschartigen Zustand. Nur diesem Zufall ist die Kenntnis über die bewusstseinsverändernde Wirkung des LSD zu verdanken. In der darauf folgenden Woche unternahm er einen gezielten Selbstversuch, um seine Beobachtungen zu bestätigen. Doch da er die kleinste wirksame Dosis viel zu hoch einschätzte, erlebte er einen Horrortrip, der sich erst nach einiger Zeit in das wandelte, was erst viel später Hippies begeistern sollte. Glücksgefühle durchströmten ihn und er genoss das Spiel der Farben. Am nächsten Morgen fühlte er sich merkwürdig erfrischt.
Was hat die Terroristen vom 11. September 2001 bewogen, das Leben von dreitausend Menschen im World Trade Center auszulöschen? Die Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris haben einhundertdreißig Menschen das Leben gekostet. Ein blutjunger Glaubenskrieger filmt im Jahr 2012 seine Mordtaten, denen drei Kinder zum Opfer fielen. In den Jahren 2001 bis 2009 töten Mörder des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) vornehmlich Mitbürger islamischen Glaubens. Der rechtsextremistische, norwegische Massenmörder Breivik tötet bei den Anschlägen vom 22. Juli 2011 die jugendlichen Teilnehmer eines Zeltlagers. Am 14. Dezember 2014 töten islamistische Terroristen im pakistanischen Peschawar über einhundert Schulkinder. Keinen Monat später töten die Brüder Kouachi zehn Mitarbeiter des Satiremagazins „Charlie Hebdo“.
Bereits vor über zweihundert Jahren hat Freiherr Adolph Knigge sein Werk
Seit dem Zweiten Weltkrieg ist in unserer Gesellschaft eine Veränderung in puncto Ehe und Familie zu beobachten und Singlehaushalte sind nichts Ungewöhnliches mehr. Die Diplom-Volkswirtin Marie-Luise Schwarz-Schilling hat dieses Phänomen in ihrem Buch „Kampfplatz Liebe“ einer wissenschaftlichen Untersuchung unterzogen und die Frage aufgeworfen, wie viel Gleichberechtigung eine Partnerschaft verträgt. Um dieses komplexe Thema „lebendig“ zu gestalten und nicht nur „trocken“ darüber zu dozieren, lässt sie drei jüngere Personen zwischen 28 und 35, sowie drei ältere zwischen 55 und 59 Jahren, die sich mit Ausnahme der Gastgeberin untereinander nicht kennen und sich mit selbst gewählten, historischen Namen titulieren, darüber kontrovers diskutieren.
Wer wissen will, wie es in den vergangenen Jahrzehnten in „Gladbeck – Vor und hinter den Kulissen“ aussah, wirft am besten einen Blick in das Buch von Brigitte Vollenberg. Aus eigenen Erlebnissen oder auch Erzählungen ihrer Bekannten weiß sie darin von Geschichten und Anekdoten zu berichten. So auch von der Entstehungsgeschichte der im Eingangsbereich des St. Barbara Krankenhauses aufgestellten Bronzestatue „Der kleine Fritz“ oder den über der Eingangstür zur Gaststätte Surmann befindlichen Schlussstein des Künstlers Gottfried Kappen. Mancher Leser wird erstaunt sein, wenn er von sieben Kinos liest, wobei im Stadttheater sogar bis Ende der 1950er Jahre Stars von Weltrang aufgetreten sind. Außerdem zählte man zum Ende des Jahres 1968 allein in Gladbeck 173 Schank- und Gastwirtschaften. Da werden Erinnerungen an eine unrühmliche Drogenszene, eine Diskothek und eine Oben-Ohne-Bar wach. Gegenüber vom Café Siebeck, das seinen Gästen als Besonderheit eine Spanische Vanilletorte und im Winter eine Erdbeertorte anbot, gab es sogar noch die Lido Bar, einen Nachtklub, und in der ehemaligen Kultkneipe Dietzel, so ist zu lesen, hat man auf einem Billardtisch ein Schwein zerlegt.
Mal ehrlich – wer kann sich dem Zauber der prächtig und stimmungsvoll geschmückten Straßen und der vielen Glanzlichter in der Weihnachtszeit entziehen? Wer fühlt sich davon nicht emotional berührt? Weihnachten fällt aber auch in eine Zeit, die wie keine andere von Bräuchen bestimmt ist, und zwar vom 11. November, dem Martinstag, bis zum 2. Februar, dem Fest Mariä Lichtmess. Bis im Jahr 1582 hat man, so ist aus dem Buch „Weihnachten in Norddeutschland“ von Jutta Kürtz zu erfahren, das neue Jahr immer erst im März eingeläutet. Wegen unterschiedlicher Festlegung des Jahresbeginns durch die Fürstenbistümer sprachen die Menschen in Norddeutschland vom 21. Dezember an nur von den Tagen zwischen den Jahren, und gerade um diese auch Raunächte genannten Tage hat sich Aberglaube zum Teil bis in die heutige Zeit gehalten.
Das Buch „Weihnachtsbräuche in aller Welt“ von Rüdiger Vossen gibt zunächst einmal einen Überblick über die weihnachtlichen Wendezeiten, die mit dem Martinitag am 11. November und den Martinsumzügen ihren Anfang nehmen. Es folgen Fakten, Mythen, Legenden und Brauchtum der Feste um Katharina, den Andreastag sowie den bereits in die Adventszeit fallenden Barbaratag, Nikolaus und Luzientag, gefolgt von den Klopfnächten und dem Thomastag am 21. Dezember mit dem Beginn der Zwölfnächte, vielen bekannt als die Rau- oder auch Rauhnächte. Dass einige Deutungen nur auf Vermutungen des Autors basieren, trotz der Bemühungen von Verhaltens- und Sprachforschern wie auch Volkskundlern, liegt auf der Hand, da die Wurzeln oft Jahrhunderte zurückliegen. Zumindest den in Städten aufgewachsenen Lesern dürften einige der erwähnten Feste und Bräuche völlig unbekannt sein.