Im Freien – Abenteuer vor der Tür von Björn Kern

Im Freien - Abenteuer vor der TürSeit den Sechzigerjahren, so schreibt Björn Kern in seinem Buch Im Freien – Abenteuer vor der Tür, zieht es die Deutschen zu immer weiter entfernteren Urlaubszielen. Als Folge wird die nähere Umgebung kaum noch erkundet, weil die zur Verfügung stehende Zeit in der Ferne verbracht wird. Als er sich eines Abends nach einem am Computer verbrachten Tag dazu entschließt, eine Nacht im märkischen Wald am Rand des Oderbruchs zu verbringen, ist er überrascht, wie fremd plötzlich bekannte Orte auf ihn wirken. Aus Furcht schlägt er sein Lager am Waldrand auf, um bei Tagesanbruch festzustellen, dass seine Ängste unbegründet waren.

Immer öfter verspürt der Autor ein Nahweh, tauscht die Drinnen- gegen die Draußenwelt und nur im Freien gelingt es ihm, an nichts mehr zu denken. Er versteht sich nicht als Aussteiger, sondern will vielmehr dem gleichförmigen Alltag auf Zeit entfliehen.

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Die ältesten Familienunternehmen Deutschlands von Wolfgang Seidel

Die ältesten Familienunternehmen DeutschlandsWolfgang Seidel beginnt sein Sachbuch Die ältesten Familienunternehmen Deutschlands mit der Vorstellung eines um 1200 gegründeten Weingutes und der damit ältesten Familienunternehmung überhaupt, die heute in der dreißigsten Generation geführt wird. Der Autor schreibt über die weltweit älteste Glasmanufaktur sowie den weltgrößten Verlag und weiß zu berichten, dass nicht nur eine der vorgestellten Unternehmungen als Apotheke den späteren Erfolg begründet hat. Während ein Erfolg, wie im Beispiel der beliebten Steiff-Plüschtiere, einem Zufall zu verdanken ist, ist ein anderer dagegen kaum vorstellbar, denn anstelle eines Startkapitals gab es nur Schulden.

Um dem Leser die Zuordnung zu den Epochen verständlicher zu machen, hat Wolfgang Seidel Vergleiche zu den Schaffenszeiten von Goethe, Mozart, Shakespeare oder Napoleon gezogen. Mit unerschöpflich vielen Hintergrundinformationen und Querverweisen stellt er bahnbrechende technische Fortschritte aus den unterschiedlichsten Bereichen wie der Chemie, Medizin, Physik, Pharmazie oder Botanik vor und macht zum Teil komplizierte Zusammenhänge verständlich.

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Deutschland verdummt von Michael Winterhoff

Deutschland verdummtÄltere Lehrer wissen um die in den letzten Jahren sozialen und emotionalen Veränderungen der Schüler, die ihnen Sorgen bereiten. In seinem Sachbuch Deutschland verdummt widmet sich Michael Winterhoff dieser Gegebenheit und stellt fest, dass es bis in die 1990er Jahre gängige Praxis war, Kindern das Wissen durch Erwachsene zu vermitteln. Doch der seitdem propagierte offene Unterricht an unseren Schulen verhindert das, und der Autor spricht in dem Zusammenhang sogar von unterlassener Hilfeleistung. Das verordnete selbstständige Lernen kann seiner Meinung nach nicht funktionieren, weil Grundschüler zunächst einmal selbstständig werden müssen. Fälschlicherweise sehen viele in Kindern kleine Erwachsene. Ihre verpassten Entwicklungsschritte, deren Ursachen bei den Eltern liegen, führen zu einer auf dem Niveau eines Kleinkindes stehenden Psyche, womit die Fähigkeit der emotionalen und sozialen Leistungen eines Menschen gemeint sind. Selbst als Erwachsene bleiben sie auf diesem niedrigen Niveau, was Michael Winterhoff in seiner psychotherapeutischen Praxis bestätigt sieht.

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Älter werden wir später! von Aylin Urmersbach

In ihrem Sachbuch Älter werden wir später! spricht Aylin Urmersbach zum Einstieg einige grundsätzliche Punkte zum Altern an, nennt Gründe für die gestiegene Lebenserwartung und zeigt anhand statistischer Werte auf, wie sich der Alterungsprozess auf unsere Organe auswirkt. Achtzig Prozent unseres biologischen Alters, so führt die Autorin aus, werden durch den Grad der Bewegung und die Ernährungsweise bestimmt. Bei den Bewohnern von Regionen mit einer Langlebigkeit hat man deren Ernährungsgewohnheiten unter die Lupe genommen und daran angelehnt listet das Buch zur Anti-Aging-Food gehörende Lebensmittel auf.

Aylin Urmersbach erklärt verschiedene Modelle des Teilzeitfastens, zeigt das Für und Wider von Milchprodukten sowie die gesunde Wirkung von grünem Tee oder Kaffee auf, um nur einige Beispiele zu nennen.

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What’s App, Mama? von Robert Campe

What’s App, Mama?Robert Campe schreibt mit sechzehn Jahren das Buch What’s App, Mama?, in dem er für Eltern erklärt, warum Teenies wie er den ganzen Tag mit einem Computer, Smartphone oder Tablet online sind. Er beginnt mit einem Test, der den Erwachsenen Auskunft darüber gibt, wie gut sie sich im Internet auskennen. Er schreibt von den Vorteilen des sozialen Netzwerkes Facebook, aber auch, was ihn „nervt“ und den Möglichkeiten, die WhatsApp und das besonders „coole“ Snapchat bieten. Weiterhin erklärt er die Plattform Twitter und wie jeder auf YouTube Videos hochladen kann. In dem Zusammenhang verweist er auch auf einige You-Tuber, die mit Werbung eine Menge Geld verdient haben und weist darauf hin, dass die auf diesem Kanal verfügbaren Beiträge durchaus die Kosten für einen Nachhilfelehrer einsparen können.

Der junge Autor geht auf die Bedeutung von Instagram ein und beschreibt den seiner Meinung nach „pädagogisch wertvollen Teil“ sowie die Möglichkeiten einer Bildbearbeitungs-App, um die sich viele Eltern völlig unnötig Sorgen machen.

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Der tanzende Direktor von Verena Friederike Hasel

Der tanzende DirektorDie in Berlin aufgewachsene Verena Friederike Hasel hat mit ihrem Ehemann und den drei Töchtern ein halbes Jahr bei den Maori in Narrow Neck, einem Vorort von Auckland, verbracht. In ihrem Buch Der tanzende Direktor schreibt sie über das Bildungssystem in Neuseeland, das immer noch auf den von Sylvia Ashton-Warner entwickelten Methoden basiert, die vor mehr als einhundert Jahren geboren wurde. Gleichwohl wurde das Schulsystem in den 1980er Jahren innerhalb von nur vierzehn Monaten einer radikalen Änderung unterzogen. Ein von der Regierung entworfenes „Dezilsystem“ verteilt das für die Bildung bereitgestellte Geld gerecht, und der ständige Austausch zwischen Wissenschaftlern und Schulen hat dazu geführt, dass das erfolgreiche Pilotprojekt „Reading Recovery“ von den USA, Kanada, England und Australien übernommen wurde.

Immer wieder stellt die Autorin, die gerne an der Seite ihres Kindes einen „Erziehungskünstler“ nach dem Vorbild von John Keating aus dem Film „Der Club der toten Dichter“ hätte, Vergleiche zum deutschen Schulsystem an.

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Strom aus der Salzach – Das Kraftwerk Gries

Strom aus der SalzachDie Salzach ist ein über zweihundert Kilometer langer Fluss, der in den Kitzbüheler Alpen entspringt und bei Haiming in Oberbayern in den Inn mündet. Nach dem Atomenergieausstieg setzt auch Österreich vermehrt auf erneuerbare Energien und hat unter Einbeziehung des Salzburger Instituts für Ökologie das Kraftwerk Gries im Nationalpark Hohe Tauern gebaut. Nicht weniger als vierundfünfzig Autoren haben mit Einzelbeiträgen an der Entstehung des Buches Strom aus der Salzach mitgewirkt und geben einen umfassenden Überblick von den ersten Planungen im Jahr 2009 bis zur Fertigstellung 2018.

Der Leser erfährt, mit welchen Behörden der Betreiber Verhandlungen zur Realisierung des Projektes führen musste und was es mit Grundbesitzern zu klären galt. Weiter wird deutlich, weshalb Fischwanderhilfen für neue Laichplätze notwendig wurden und warum der Hochwasserschutz weiter ausgebaut werden musste.

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111 Orte auf Mauritius, die man gesehen haben muss von Antje Allroggen

111 Orte auf Mauritius, die man gesehen haben mussMauritius gilt heutzutage als ein Traumziel vieler Urlauber. Doch einst war die Insel eine britische Strafkolonie, weshalb Antje Allroggen, die zwei Jahre auf der Insel gelebt hat, in ihrem Buch immer wieder einen geschichtlichen Rückblick gibt. An einem Ort, an dem Persönlichkeiten wie François Mitterrand, Nelson Mandela oder Mitglieder des britischen Königshauses gespeist haben, kann sich wohl nicht jeder ein Essen leisten. Aber in dem Buch 111 Orte auf Mauritius, die man gesehen haben muss ist ja auch nur von Orten die Rede, die man GESEHEN haben muss. Die Autorin hat Überraschendes über die Insel zusammengetragen. Wer denkt schon bei Mauritius ans Party machen? Da werden wohl eher Mallorca oder Ibiza genannt. Tatsächlich lässt man DJs aus Paris und London nach Mauritius einfliegen! Voll auf ihre Kosten, wenn auch in anderer Hinsicht, kommen Surfer in einer Bucht, und die Herzen von Liebhabern ausgefallener Instrumente dürften beim Anblick des Ur-Instrumentes Ravanne höherschlagen.

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Die fabelhafte Welt der Ameisen von Christina Grätz und Manuela Kupfer

Die fabelhafte Welt der AmeisenViele Ameisenarten sind vom Aussterben bedroht und eine Umsiedlung ist für die meisten sogar gesetzlich vorgeschrieben. Wird beispielsweise eine Autobahn auf einem Gelände erweitert, auf dem Ameisennester aufgespürt werden, kommt Christina Grätz als Ameisenumsiedlerin zum Einsatz. In ihrem Sachbuch Die fabelhafte Welt der Ameisen erklärt sie, wie und vor allem auch zu welcher Jahres- und Tageszeit eine Umsiedlung durchgeführt werden kann. Offen spricht sie von freiwerdenden Säuredämpfen als Abwehrhaltung der Ameisen, die schon mal ihre Atmung behindern können. Jedes Mal ist sie erstaunt, dass plötzlich alle Tiere wissen, was am neuen Ansiedlungsstandort zu tun ist und sie verrät, warum sie um den neuen Nesthügel Zucker streut.

Nach Erläuterungen zur Anatomie erklärt die Autorin, wie sich Ameisen orientieren und wie die Arten unterschieden werden können, wobei sie mit gewissen Tricks schon mal bei Biologen für Verwirrung sorgen. Sie schreibt von den Vorlieben der Tiere an den Standort ihrer Nestanlage und wie diese aufgebaut sein muss.

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Baedeker’s Handbuch für Schnellreisende

Baedeker’s Handbuch für SchnellreisendeWas sich aus einer Zusammenstellung von „Fundstücken aus den ersten hundert Jahren der Baedeker-Reiseführer“, wie es im Vorwort zum Handbuch für Schnellreisende heißt, bis heute geändert hat, wird kaum deutlicher als an den Ausführungen in einem Band zu Spanien, in dem wegen vorherrschender Hitze von Reisen in den Sommermonaten abgeraten wurde. Die Vorstellung, dass eines Tages zehn- und hunderttausende von Sonnenhungrigen die iberische Halbinsel zu genau jener als unwirtlich geltenden Reisezeit aufsuchen, war für Karl Baedeker offenbar fern jeder Realität.

Christian Koch, Philip Laubach und Rainer Eisenschmid haben aus den alten Reisehandbüchern quasi die Essenz geschöpft und die in altertümlicher Sprache gehaltenen Texte mit äußert amüsanten und treffenden Kommentaren aufgelockert. Ein beliebtes Thema schienen die Weine gewesen zu sein: Während die in Deutschland produzierten eine gute Beurteilung erhielten, hieß es für die französischen Weine, sie seien gekünstelt, die in Nordamerika wären schlecht und teuer.

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