Wolfgang Eder ist nicht nur für seinen Opa ein kleiner Mozart. Auch wenn er in der Kirche auf der Orgel spielt, ist er für alle im Ort „Der Begabte“. Doch Wolfgang weiß überhaupt nicht, warum er seit nunmehr einer Woche in einer Zelle sitzt. Er hat auch keine Erklärung dafür, warum sich sein Opa von ihm abgewandt hat und ihn seit der Verhandlung verleugnet. Wolfgang ist davon überzeugt, dass es sich um einen Justizirrtum handeln muss. Sein Anwalt sagt ihm, dass das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, er Berufung einlegen wird und er rät ihm, mit der Psychologin zu reden, da das andernfalls bei den Geschworenen keinen guten Eindruck hinterlässt.
Evelyn Grill hat für ihren Roman den Erzählstil gewählt. Das aktuelle Geschehen, die Haftunterbringung von Wolfgang Eder, dem der Hofgang eine willkommene Abwechslung ist, wird ohne Übergänge durch Details aus dem Leben ihres Protagonisten unterbrochen. So erfährt der Leser, dass sein Opa im Dorf ein hochangesehener Bürger ist, der als Direktor eine Schule geleitet hat.
Der Ehemann von Gisela Hilden-Söderlapp schreibt einen Roman, den er seiner Frau vorstellt: Nachdem der ehemalige Zuhälter Justus Lenz, der mittlerweile Kampfsportexperte und Privatdetektiv ist, die Visagistin Lisa Haiter sowie Gregor Zöller, den Erfinder einer neuen Show, kennengelernt hat, können die drei Hermjo Benek-Söderbaum, den Geschäftsführer von Allround-TV, als Produzenten ihrer neuen „Speckweg-Show“ gewinnen. Das Konzept: Fünf Trainer treten mit unterschiedlichen Methoden zum Abnehmen gegeneinander an, wobei die Kandidaten Aufgaben zu lösen haben. Als Autoren gewinnen sie Axel Herbst und Diether Liebherr. Alle sind begeistert, als sie die Nachricht erhalten, dass der Sender zehn Folgen produzieren wird, so dass sie sofort mit dem Casting von Abnehmwilligen beginnen. Ungeachtet der Sorgen, die sich Lisa und Gregor wegen des plötzlichen Verschwindens von Justus machen, kreiert Axel den Song „Nudel im Wind“ für die Sendung.
Was würde heute in den Geschichtsbüchern stehen, wenn es einer couragierten Person wie Emily Brown in dem Roman von Konrad Pilger gelungen wäre, dem systematischen Morden der Deutschen in den Konzentrationslagern Einhalt zu gebieten? Als Auswerterin von Luftaufnahmen sind ihr die Deportationen Tausender aufgefallen, woraufhin sie sich Informationen aus erster Hand besorgt, um letztlich den Oberbefehlshaber der britischen Luftstreitkräfte, Arthur Harris, mit vorgehaltener Pistole zum Abwurf von
Thea Brandner ist seit dreißig Jahren mit Andreas verheiratet. Sohn Ben studiert auswärts, Tochter Nora ist selbst schon Mutter eines kleinen Kindes. Finanziell geht es dem Ehepaar gut: Sie besitzen ein Haus in Idstein, zwei Autos und können sich mindestens zwei Urlaube im Jahr leisten. Dennoch ist Thea mit ihrem Leben unzufrieden. Als sie über das Büro, in dem sie halbtags arbeitet, den attraktiven Geschäftspartner Johann Seitz kennenlernt und er sie auf eine Tasse Kaffee einlädt, sind da plötzlich Gefühle, die sie bei ihrem Mann schon lange nicht mehr hat. Thea gerät in einen Gewissenskonflikt, denn sie möchte einerseits ihren Mann nicht betrügen oder ihre schon „So viele Jahre“ währende Ehe aufs Spiel setzen, andererseits kann sie gegen ihre Gefühle nicht ankämpfen und gibt schließlich den Avancen von Johann nach.
Der Roman
Seit über zweihundert Jahren befindet sich das Weingut Graven im Saarland im Familienbesitz, der ganze Stolz von Winzer Thomas von Manthey. Kurz nach seiner Rückkehr von einer Weinmesse stürzt er im Weinberg infolge eines Herzinfarkts. Seine Frau Pia gibt ihrer Schwester Nane die Schuld, weil die nach zwanzigjähriger Haft direkt nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis mit Thomas reden wollte. Ihr plötzliches Auftauchen muss Thomas dermaßen erschreckt und den Infarkt ausgelöst haben. Im Krankenhaus führt zu allem Unglück eine Embolie dazu, dass er ohne Bewusstsein ist. Vorerst soll sich Tochter Lissy um das Weingut kümmern, die deshalb ihren Urlaub abbricht. Doch Margot, die von Thomas Eltern schon als Kind aufgenommen wurde und die sich inzwischen als unentbehrlich erwiesen hat, möchte ihrem Sohn Marius die Verantwortung über das Weingut übertragen. Die neuen Entwicklungen, die mit der Freilassung von Nane ihren Lauf nahmen, rufen bei allen Beteiligten Erinnerungen an ein Geschehen vor zwanzig Jahren hervor:
Laura und Frank Milton sind seit zwölf Jahren verheiratet, als er nach einem Streit an ihrem Geburtstag tödlich verunglückt. In seinen Unterlagen findet sie einen an ihn gerichteten Brief aus der Zeit, bevor sie sich kannten, in dem eine Unbekannte ihm ihre Liebe beteuert. Doch in dem Brief ist auch die Rede von jemandem, der ihn töten will. Da Laura deshalb nicht von einem Unfall ausgeht, die Polizei aber nicht an Mord glaubt, ist sie fest entschlossen, die Briefschreiberin zu finden. Sie reist nach Exmoor in Südengland, da der Brief seinerzeit dort aufgegeben wurde. Der einzige Hinweis führt Laura nach Lynbrook Hall, in „Das Herrenhaus im Moor“, das einst eine psychiatrische Klinik beherbergte. Sie sucht den gegenwärtigen Besitzer auf und ist überrascht, dass Nicholas Milton ihren Mann nicht nur kannte, sondern ein guter Freund von ihm war. Er kann ihr viel über Frank erzählen, und sie nimmt erstaunt zur Kenntnis, dass er in Milton Castle, einem Schloss, aufgewachsen ist. Auf der Suche nach seiner früheren Geliebten und dem Grund seines mysteriösen Unfalltodes stößt sie auf ein über hundert Jahre gehütetes Geheimnis. 