Interview mit “Urlaubsretter” Mikka Bender

Reisereporter und „Urlaubsretter“ Mikka Bender war bis Mitte der 80er Jahre als Expeditions- und Reiseleiter weltweit unterwegs. Bevor er 1992 Redakteur bei VOX wurde, war er lange Jahre Geschäftsführer bei Yeti-Tours. Als Redakteur entwickelte er maßgeblich die Reisesendung VOXTOURS und wurde 1996 Redaktionsleiter des wöchentlichen Magazins WOLKENLOS. Seit Frühjahr 2010 steht er als Reporter in der Sendung „Hilfe, mein Urlaub geht baden“ vor der Kamera.

In seinem Buch Is Nebensaison, da wird nicht mehr geputzt nimmt er den Leser auf 12 ausgesuchte Touren rund um die Welt mit. Bevor man sich auf die Reise begibt, sollte man einen Blick in seine Insider-Tipps werfen, um vor bösen Überraschungen gefeit zu sein.

Seit Jahren fahre ich mit meinem Mann zum Bergwandern und Klettern ins Virgental. Zufällig habe ich in Mikka Benders Buch Is Nebensaison, da wird nicht mehr geputzt die Tour zum Defreggerhaus und auf den Großvenediger entdeckt, die mich natürlich sofort interessiert hat. Bei unserem diesjährigen Urlaub im Virgendal kam mir die Idee zu einem Interview mit Mikka Bender, der auch spontan bereit war, mir einige Fragen zu beantworten.

Hallo Mikka, Ihr letztes Buch mit dem provokanten Titel Is Nebensaison, da wird nicht mehr geputzt hat sicher viele Leser angesprochen. Denn immerhin widmet es sich den schönsten Wochen des Jahres, oder besser gesagt, es sollten die schönsten Wochen sein.

Sie sind viel in der Welt herum gekommen. In welchem Alter hat Sie das Reisefieber gepackt?

    Mit 19, direkt nach dem Abitur, hab ich als Schwimmmeister gejobbt, mir von dem Geld einen alten VW-Bus gekauft und bin mit einem Freund ein halbes Jahr über Land nach Nepal gefahren. Ich wollte den Himalaya sehen.

Wann hatten Sie zum ersten Mal die Idee, als Reiseführer Touren anzubieten?

    Nachdem ich während des Studiums jahrelang als Reise- und Expeditionsleiter vor allem in Asien unterwegs war, wollte ich natürlich auch eigene Touren anbieten und durchführen. Der Wunsch reifte während meiner Reiseleiter-Tätigkeit.

Wo werden diese doch eher ungewöhnlichen Touren angeboten? Sie sind sicher nicht als Pauschalreise in einem der gängigen Kataloge zu finden.

    Ich hatte viele Jahre einen eigenen Katalog mit meinen Reisen, die Firma hieß „Yeti Tours“ mit Sitz in Stuttgart und Rheinbach. Im Jahre 1992 hab ich die Firma verkauft und bin als Reiseredakteur zu VOX gegangen und habe dort die Sendungen VOXTOURS und WOLKENLOS mitverantwortet, später dann als Redaktionsleiter. Ab 2009 bin ich als freiberuflicher Journalist, Moderator und Reporter tätig. Unter anderem mit dem VOX-Format „Hilfe mein Urlaub geht baden.“

Arbeiten Sie die Touren im Vorfeld selbst aus und bieten sie so möglichen Interessenten an? Oder können die Touristen eigene Vorschläge und Wünsche unterbreiten?

    Für Touren, die man mit „Kunden“ macht, ist immer eine Vorreise notwendig. Natürlich besonders dann, wenn es in Regionen „off the beaten track“ geht.

Da es sich teilweise ja doch um Kondition erfordernde Touren handelt – musste da schon einmal ein Teilnehmer passen und die Tour abbrechen? Möglicherweise, weil er sich zu viel zugemutet hat oder einfach Angst hatte, einen Steig zu gehen?

    Besonders bei Touren in Nepal, Ladakh und Pakistan gab es immer wieder Ausfälle, weil Teilnehmer den Anstrengungen physisch und psychisch nicht gewachsen waren. 3 Wochen jeden Tag 6-8 Stunden wandern, bis in Höhen von über 5000 Metern, dazu keine Dusche, kein weiches Bett und eintöniges Essen, das zehrt!

Welchem Risiko setzen Sie sich dabei aus, wenn möglicherweise später Schadensersatzansprüche an Sie gestellt werden? Sind Sie dagegen versichert?

    Wir hatten einmal einen Todesfall bei einer Trekkingtour in Nepal. Da hat mich der Mann der Verstorbenen verklagt, es gab Prozesse und endlose Schriftwechsel. Ich wurde frei gesprochen, weil ich nachweisen konnte, dass das spätere Opfer die Warnungen meines Sherpa-Teams nicht beachtet hatte und grob fahrlässig gehandelt hat. Aber das war eine zermürbende Angelegenheit, zumal bei dem Unglück auch ein nepalesisches Teammitglied zu Tode kam. Die Gruppe hatte die Wetterwarnungen nicht beachtet und war auf eigene Gefahr über einen hohen Pass gestiegen und dort in einen Schneesturm geraten.

Wann kam Ihnen die Idee, über Ihre gesammelten Erfahrungen das vorliegende Buch zu schreiben?

    Die Idee kam mir vor knapp zwei Jahren auf einer Tour als Reporter für VOX. Da war ich wieder als Urlaubsretter unterwegs und träumte von meinen Reisen, die mit Pauschaltourismus so gar nichts zu tun hatten.

Vielen Dank für das Gespräch und ich wünsche Ihnen für Ihre nächsten Reisen viel Glück. In diesem Sinne „Berg heil!“

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