Im Licht der Erinnerung von Silke Ziegler

Im Licht der ErinnerungAm Strand von Espiguette werden zwei angeschossene und blutüberströmte Jugendliche, sowie eine Frau mit einer Kopfverletzung aufgefunden. Außer einer Waffe finden Officier Bernadette Lascallet und ihr Kollege Thibaut Daubry einen Ehering mit einer Gravur. Wie sich herausstellt, handelt es sich bei den Jugendlichen um Sophie und ihren Freund Yann, den Capitaine Émile Foncelle von der Police Nationale in Montpellier als den Sohn des Chefs Directeur Jacques Labachard identifiziert. Die beiden jungen Leuten sind vorerst nicht vernehmungsfähig, denn Yann kämpft um sein Leben und Sophie liegt im Koma. Als die Frau im Krankenhaus erwacht, kann sie sich an nichts erinnern und weiß weder ihren Namen, noch ihre Herkunft. Leider meldet sich auch niemand, der sie kennt, nachdem ein Foto von ihr veröffentlicht wurde.

An der am Strand aufgefundenen Waffe werden die Fingerabdrücke der unbekannten Frau nachgewiesen und an ihren Händen sind Schmauchspuren. Für die Ermittler steht daher fest, dass sie auf die Jugendlichen geschossen haben muss, doch fürchten sie bei einem Verfahren einen Freispruch wegen Schuldunfähigkeit, so lange sie sich an nichts erinnern kann. Die Polizeiärztin Colette de Chadier schlägt deshalb vor, dass sich ihr geschiedener Ehemann und vorübergehend suspendierte Kollege Cédric als Ehemann der Unbekannten ausgibt, weil diese nur so das Gedächtnis wiedererlangen könnte. Zu diesem Zweck stellt man den beiden ein Ferienhaus, das keine Wünsche offenlässt, zur Verfügung, um sich endlich Klarheit darüber verschaffen zu können, welche Tragödie sich am Strand ereignet hat.

Dass Silke Ziegler einmal mehr Südfrankreich als Handlungsort für ihren Kriminalroman Im Licht der Erinnerung gewählt hat, verwundert nicht, da sie mit ihrer Familie gerne an die französische Mittelmeerküste reist, was sie zum Schreiben inspiriert hat. Die Autorin zieht den Leser bereits im Prolog mit einem über zwanzig Jahre zurückliegenden Mord an einem Ehepaar und seinem Baby völlig in den Bann, bei dem eine weitere Tochter Zeugin dieser schrecklichen Tat wird und dem Mörder entkommen kann. Im Verlauf des Plots wird zwar deutlich, dass es sich dabei um die Frau handelt, die am Strand aufgefunden wird, doch verrät die Autorin erst auf den letzten Seiten etwas darüber, wie deren Leben verlaufen ist.

In einem zweiten Handlungsstrang ist von Danielle die Rede, einer jungen Ärztin, deren Mutter dement und an Nierenkrebs erkrankt ist. Um ihrer Mutter Christelle zu helfen, will Danielle ihr eine Niere spenden. Doch bei der Untersuchung stellt sich heraus, dass Christelle nicht ihre leibliche Mutter ist, was für Danielle Fragen über Fragen aufwirft. Auch für den Leser wird erst ganz am Ende des gut konstruierten und spannenden Romans Im Licht der Erinnerung das Geheimnis um die Verbindung der beiden Geschichten gelüftet, deren Auflösung ihn völlig überrascht. Bei alldem hat Silke Ziegler natürlich auch die Liebe nicht zu kurz kommen lassen, womit sie einen gelungenen Ausgleich zwischen gefühlsbetonten Szenen und der für einen Krimi notwendigen Spannung geschaffen hat.

Silke Ziegler, Im Licht der Erinnerung , Grafit Verlag 2018, Taschenbuch, 442 Seiten, ISBN 978-3-89425-580-0, Preis: 13,00 Euro.

Bildquelle: Grafit Verlag

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