Glück kommt von Denken von Heidemarie Bennent-Vahle

Glück kommt von Denken
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Schon von jeher haben Philosophen erkannt, wie maßgeblich vor allem ein menschliches Miteinander für das Lebensglück ist. In ihrem allgemeinverständlichen Buch Glück kommt von Denken schreibt Heidemarie Bennent-Vahle über die Bedeutung philosophischer Reflexionen. Mit ihren Ausführungen versucht sie auch den philosophisch unerfahrenen Leser mit einer Reihe philosophischer Gedanken in Berührung zu bringen.

Dazu lenkt die Autorin den Blick zunächst auf die wichtigen Lebensthemen wie Liebe, Erziehung und Alter, um die Grundprobleme der modernen Gesellschaft aufzuzeigen. Bei einer zweckrationalen und zielfixierten Lebenshaltung nimmt die Überforderung durch die Arbeitswelt und der Verlust gesellschaftlicher Solidarität überhand. Durch Sucht nach Bestätigung und Anerkennung findet keine Selbstreflexion mehr statt, denn es kommt allein auf das Werturteil der Mitmenschen an. Höchste Zeit sich zu besinnen, wobei das philosophische Nachdenken hilfreich sein kann. Dazu ist Alleinsein erforderlich und Fremdbestimmung auszuschalten, denn jeder muss selbst der Urheber seiner Gedanken sein. Es gibt kein Rezept, um sich glücklich zu fühlen, obwohl viele Ratgeber etwas anderes glaubhaft machen wollen, schreibt Heidemarie Bennent-Vahle. So drängt sich die Erkenntnis auf, dass Lebensglück mit dem wechselvollen Prozess der Selbstverwirklichung verbunden ist.

Glück kommt von Denken ist keine Anleitung zum Glücklichsein, obwohl der Untertitel „Die Kunst, das eigene Leben in die Hand zu nehmen“ dies vermuten lässt. Heidemarie Bennent-Vahle greift die Probleme der modernen Gesellschaft auf und unterzieht sie einer philosophischen Betrachtung, ohne dabei Lösungswege aufzuzeigen, und so verliert sich das Buch in theoretischen Abhandlungen, die keinen praktischen Nutzen für die Alltagsbewältigung vermitteln. Leider hat die Autorin den Rat „man muss selbst der Urheber seiner Gedanken sein“, nicht befolgt, denn ihre Darlegungen sind in Anlehnung an die Werke verschiedener Autoren und Philosophen entstanden. Eigene Erfahrungen in einem leicht verständlichen Erzählstil werden von teilweise sehr komplexen Gedankengängen abgelöst, wodurch der Lesefluss stellenweise ins Stocken gerät, aber auch zum Nachdenken anregt.

Heidemarie Bennent-Vahle, Glück kommt von Denken, Herder Verlag 2011, gebunden mit Schutzumschlag und Leseband, 280 Seiten, ISBN 978-3-451-32535-9, Preis: 19,95 Euro.

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1 Gedanke zu “Glück kommt von Denken von Heidemarie Bennent-Vahle

  1. Ich stoße gerade auf Ihre Rezension zu meinem Buch! Wenn ich schreibe, dass jeder der Urheber seiner Gedanken sein soll, dann heißt das nicht, dass jeder das Rad neu erfinden soll, geschweige denn, mit dem Nachdenken am Nullpunkt anfangen könnte. Natürlich verwebt man die Gedanken anderer immer nur zu einem neuen Gewebe. Alles andere wäre doch sehr vermessen. Wichtig ist, dass jemand bereits Gedachtes nicht fraglos übernimmt (was ich, soweit mir bewusst, getan habe), sondern es für sich selbst genau prüft. Und hat man dann ein Ergebnis, ist auch das keine rüttelfeste Wahrheit.
    Es geht mir auch gar nicht darum, Lösungswege für einzelne Probleme aufzuzeigen (solche kann man nur individuell herausfinden), sondern darum, einer Entwicklung in der heutigen Gesellschaft entgegenzuwirken, in der das humane Potential permanent unterboten wird. Also geht es mir im Grunde darum, die Bedeutung des philosophischen Nachdenkens und einer durch dieses Nachdenken angeregten Art der Selbstformung hervorzuheben. Das Philosophische liegt für mich vor allem darin, dass der Menschen über den Tellerrand des bloß Subjektiven hinausblickt, sich immer auch als Teil größerer Einheiten, sprich als gesellschaftliches, politisches, Welt verstehendes Wesen begreift. Dies nur in aller Kürze!

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