Giftflut von Christian v. Ditfurth

GiftflutHauptkommissar Eugen de Both und seine Mitarbeiter Silvia Salinger und Ali Yussuf ermitteln in einem Mordfall an dem Leiter des größten Berliner Wasserwerks und seiner Ehefrau, die in ihrer Badewanne ertränkt wurden. Kurz darauf erschüttert ein Sprengstoffanschlag auf die Oberbaumbrücke in Berlin, bei dem es zahlreiche Tote und Verletzte gibt. In Paris wird eine Brücke über der Seine mitsamt einem Zug, Autos und Radfahrern in die Luft gejagt, und in London liegt die London Bridge, die über die Themse führt, in Trümmern. Wie bereits in Berlin und Paris schlagen auch hier die Täter zum richtigen Zeitpunkt zu, als viele Passanten, Autos und zwei Touristenbusse auf der Brücke sind. Die Zahl der Opfer steigt stündlich. Und auch in Paris und London werden Leiter von Wasserwerken und ihre Ehefrauen tot in ihren Badewannen aufgefunden.

Es folgen weitere Anschläge, doch die Ermittlungen der Sonderkommissionen in Berlin, Paris und London kommen nicht voran, denn die Täter hinterlassen keine Spuren, und es gibt auch kein Bekennerschreiben. Die Stimmung in der Bevölkerung wird durch Angst geprägt und es kommt zu Prügeleien und Angriffen auf Flüchtlingsheime. Überall in Europa bricht die Zustimmung zur Regierung ein und die Rechten gewinnen immer mehr Zuspruch. Die Wirtschaft und die Aktienmärkte befinden sich auf Talfahrt. Der Kurs des Euros sinkt unaufhaltsam, trotz Stützungskäufen von den Zentralbanken der USA, Japans und Chinas. Da die ermittelnden Behörden ratlos sind wird Eugen de Both auf den Fall angesetzt. Er soll gemeinsam mit seinem Team und dem französischen Kollegen Lebranc die Drahtzieher der Anschläge dingfest machen.

Wer von dem Thriller Zwei Sekunden von Christian v. Ditfurth begeistert war, wird mit Giftflut , dem dritten Fall mit Hauptkommissar Eugen de Both und seinem Team, eine herbe Enttäuschung erleben. Obwohl der Roman in gewohnter Manier zunehmend an Spannung gewinnt und den Leser durchaus fesselt, hat der Autor im weiteren Verlauf des Plots wohl einen völligen Realitätsverlust erlitten. Da werden einem einfachen Hauptkommissar von der Europäischen Zentralbank einhundertfünfzig Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um sie bei einem Hedgefonds zu verzocken. Ein Computerfreak mutiert zu einem Ramboverschnitt, um den Mord an seiner Freundin zu rächen. Und anstatt durch Ermittlungen, wird der Fall durch herumeiern und konfuse Vermutungen de Boths am Ende doch noch aufgeklärt. Da alle anderen Ermittler der Sonderkommission völlig unfähig sind, ist auch den Tätern klar, dass nur de Both ihnen gefährlich werden kann. Deshalb lassen sie ihn von einer Informantin überwachen, die in die Nachbarwohnung einzieht, um ihn zu verführen und auszuhorchen. Doch de Both durchschaut natürlich dieses Spiel, denn er ist auf seiner eigenen Art und Weise ein deutscher James Bond, im Auftrag ihrer Majestät, der Kanzlerin.

Christian v. Ditfurth, Giftflut , carl’s books 2017, Klappenbroschur, 480 Seiten, ISBN 978-3-570-58565-8, Preis: 15,00 Euro.

Bildquelle: carl’s books

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