Ein unbekannter Anrufer rät dem Journalisten Jan Breuer, in vier Todesfällen zu recherchieren und dabei mit äußerster Vorsicht zu agieren. Schnell sucht Jan im Zeitungsarchiv und erfährt, dass es sich bei den Toten um Männer handelt, die sich an Minderjährigen vergangen haben. Doch wurden sie mangels Beweisen von Richter Schreiber freigesprochen und kamen kurze Zeit später auf mysteriöse Weise ums Leben. Neben seinem Vorgesetzten Helge Helmbrecht und dem Chefredakteur Felix Breitenbach vertraut sich Jan auch seinem Freund, Kriminalhauptkommissar Alexander Schrader an. Als dieser von den Zusammenhängen erfährt und hört, dass Jan alleine weitere Nachforschungen im Umfeld der toten Täter plant, rät er ihm dringend davon ab, wenn er nicht mit seinem Leben spielen will. Doch Jan möchte unbedingt als Reporter Karriere machen, schlägt sämtliche Warnungen in den Wind und weckt „schlafende Hunde“.

Staatsanwalt Robert Seibold gefällt die Weigerung von Richter Schreiber nicht, in einigen Fällen kein Hauptverfahren zu eröffnen und fordert mit den beteiligten Staatsanwälten in einer Resolution die Versetzung des Richters in den vorzeitigen Ruhestand. Unterdessen fürchtet Alexander Schrader aufgrund seiner Recherchen, dass sich inmitten der Berliner Polizei eine Mörderbande befindet. Die Sache wird immer brisanter und er steht vor der Frage, wen er in seine Ermittlungsgruppe aufnehmen soll und wem er noch vertrauen kann. Zunächst schaltet er seinen Chef, den Leiter des Berliner Staatsschutzes, Jürgen Bergmann, ein. Der Polizeipräsident Harald Gerber ordnet eine Zusammenarbeit mit dem Verfassungsschutz in der Person von Oberinspektor Peter Weise an und Oberstaatsanwalt Burghard Freiberg betraut Staatsanwalt Matthias Saalbach mit dem Fall. Das Sondereinsatzkommando operiert unter höchster Geheimhaltungsstufe. Ihre gemeinsamen Anstrengungen führen zu einer Vereinigung, die Selbstjustiz betreibt und die Sonderermittler sind überrascht und schockiert, dass Mitglieder selbst aus den allerhöchsten Kreisen dazugehören.

Bernd Udo Schwenzfeier war als Kriminologe selbst in der Terrorismusbekämpfung des BKA tätig und von daher erstaunt es nicht, dass er mit Die Totengräber einen fast schon einzigartigen, beängstigend realistischen Kriminalroman vorlegt. An einer Stelle beschreibt er, wie einem Mörder selbst das Würgen kommt, wobei es dem Leser kaum anders ergeht. Der Autor gönnt ihm bei der Lektüre keine Atempause. Immerhin ist der sehr spannende Roman chronologisch aufgebaut, was dem Leser bei den vielen Handlungspersonen den Überblick erleichtert. Klassische Motive wie Eifersucht, Rache und Erpressung sind die Beweggründe und auch in diesem Buch wäscht eine Hand die andere. Bernd Udo Schwenzfeier lässt in Die Totengräber eine Bombe nach der anderen platzen und um mit seinen Worten zu schließen, ist der Roman ein absoluter Hammer. Leider muss das im negativen Sinn auch vom Korrektorat gesagt werden, das ausgesprochen schlecht ist. Außerdem bleibt es ein Rätsel, in welchem Kalender der 20. Oktober 2008 und der 1. März 2009 jeweils ein Samstag sein soll.

Bernd Udo Schwenzfeier, Die Totengräber, Molden Verlag 2013, Hardcover mit Schutzumschlag, 272 Seiten, ISBN 978-3-85485-317-6, Preis: 19,99 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

2 Kommentare

  1. Hallo, Frau Petrikowski,
    ich bin gerade zufällig auf Ihre Rezension meines Buches „Die Totengräber“ gestoßen. Ihre positive Stellungnahme hat mich sehr gefreut. Leider sind Sie eine von wenigen Leserinnen, der das Buch gefallen hat.
    Schade auch, dass das Buch in Österreich und nicht in Deutschland auf dem Markt erschienen ist. Die Werbung war sehr schwach und deshalb hat das Buch leider nicht die Beachtung erfahren, die es eigentlich verdient hätte.

  2. Hallo Herr Schwenzfeier,
    da sind Sie nicht der erste Autor, der das beklagt. Oft finden gerade die Bücher wenig Beachtung, die es wegen einer aufwändigen Recherche, Aktualität oder eines ausgeklügelten Plots im Gegensatz zu trivialem Einerlei verdient hätten.

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