Der zehnjährige Leon fühlt sich von seiner älteren Schwester Laura und den Eltern oft missverstanden. Ein Meteorit nähert sich mit großer Geschwindigkeit der Erde und ein bekannter Wissenschaftler versichert, dass von dem Meteorit keinerlei Bedrohung ausgeht. Das behauptet zumindest ein Nachrichtensprecher. Doch als plötzlich Dr. Schröder, der wegen guter Führung vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wurde, aus einem Gebüsch direkt vor Leon auftaucht, ist ihm sofort klar, was der Schurke im Schilde führt. Leon fühlt sich berufen, die Welt zu retten.

Leons Mutter besitzt die Fähigkeit, alles in eine Eishöhle zu verwandeln und trägt deshalb den Namen IceMadam. Sein Vater Ray hat einen Laserblick und Laura kann mit einem „Plopp“ quasi beamen. Bei Leons Eltern will sich Dr. Schröder einschleimen und sie sind so dumm und merken das nicht. Sie laden ihn sogar noch ein! Doch Leon hat den Durchblick und schließt sich mit seinen Klassenkameraden Marie und Paul kurz. Als ihn sein Mitschüler Marvin in den Müll befördert, was Leon dank seiner Rüstung übersteht, sieht er von einem erhöhten Platz auf der Deponie die Vorbereitungen, die Dr. Schröder für den Aufprall des Meteoriten trifft.

Das Kinderbuch Die Rache der Superhelden von Heiko Wolz hinterlässt beim Leser einen ziemlich wirren Eindruck. Erst brennen in dem chaotischen Haushalt beim Frühstück die Brötchen und dann erteilt der Ex-Sträfling Leons Vater Fahrstunden. Wenn auch ein „roter Faden“ in der Geschichte zu erkennen ist, so folgen doch die unterschiedlichsten Gedanken wahllos aufeinander. Der Sprachstil des Protagonisten passt zu einer Person, die sich als Superheld fühlt. Wer schon zur Begrüßung „aufgepasst, ihr Knalltüten“ ruft, wird wohl im richtigen Leben von den Kollegen gemieden und ausgeschlossen.

Heiko Wolz vermittelt den Kindern in dem Buch eine Mentalität, die der heutigen „Wegwerfgesellschaft“ leider sehr entgegenkommt. „Wenn ein Teil hinüber ist, kauft sie ein neues“, heißt es an einer Stelle und etwas weiter: „Der alte Kasten hat’s sowieso nicht mehr gebracht“. Durch die Freude von Marie über ihren neuen Fernseher, ein Riesending!, wird schon im Unterbewusstsein der jungen Leser verankert, dass das etwas ist, was sie auch unbedingt haben müssen. Ob das die richtigen Signale sind, sollte zumindest kritisch hinterfragt werden. Realistisch ist dagegen, wenn der Zehnjährige in dem Buch Die Rache der Superhelden von seiner Mutter „Hasi“ gerufen wird und er sich dafür schämt, wenn das seine Freunde mitbekommen und die gezeichneten Bilder von Anke Kuhl sind ohne Zweifel gut gemacht. Vor dem Hintergrund, dass es viele schöne, sowohl lustige wie auch lehrreiche, Kinderbücher gibt, bleibt zu hoffen, dass die vier Kinder des Autors auch in den Genuss solcher Bücher kommen.

Heiko Wolz, Die Rache der Superhelden, Deutscher Taschenbuch Verlag 2013, Hardcover, 151 Seiten, ISBN 978-3-423-76081-2, Preis: 12,95 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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