Der Fantasyroman Das Amulett ist der erste Teil der Trilogie „Die Erben der Alten Zeit“, der bereits als E-Book bei Amazon erfolgreich war. Nun ist der Roman in einer überarbeiteten Fassung als Hardcover-Ausgabe in der Grassroots Edition erschienen.

Charlie Johansson wurde als Baby gefunden, sie ist buchstäblich aus dem Nebel aufgetaucht und es gab keine Anhaltspunkte darüber, wer die leiblichen Eltern sind. So wurde sie durch das Jugendamt an Pflegeeltern vermittelt. Das Findelkind wurde Charlotta genannt und erhielt den Nachnamen der Pflegeeltern Per und Lena Johansson. Charlie verbrachte eine wohlbehütete Kindheit und hätte sich keine liebevolleren Eltern wünschen können. Doch dann kamen die Johanssons bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Fünfeinhalb Jahre sind seitdem vergangen und nun will Charlie herausfinden, wer ihre wahren Eltern sind. Sie entwendet beim Jugendamt ihre Akte und verschwindet in der Nacht aus dem Heim, in dem sie untergebracht ist. In einem Umschlag findet sie ein Lederband mit einem Teil eines Amuletts aus Quarzgestein. Während ihrer Flucht bemerkt sie, dass der mit Runen verzierte Stein sie bei Kälte wärmt, wenn sie ihn am Körper trägt. Als sie im Wald in einen Nebel gerät, befindet sie sich plötzlich in einer anderen Welt, auf dem Planeten Godheim. Dort trifft sie auf Tora, Kunar und Biarn, die ihr helfen, dass sie sich in dem mittelalterlich geprägten Vanaheim zurecht findet. Aber ihre Reise zwischen den Welten wird auch von dem grausamen Herrscher Oden bemerkt, der sie von seinen Spähern suchen lässt. Schon bald spürt Charlie, dass ihre Wurzeln in Vanaheim sind und sie mit dem Amulett durch den Nebel auf die Erde geschickt wurde.

Auf dem Planeten Euripides erwacht Sora, eine junge Frau, nach mehr als 14.000 Jahren aus einem komatösen Schlaf, als ihr die Ärzte ein Lederband mit einem Teil eines Amuletts aus Quarzgestein, das sie um den Hals trägt, abnehmen. Euripides wurde ursprünglich von Menschen besiedelt, doch haben sich die Bewohner im Laufe der Jahre nicht nur technologisch weiterentwickelt. Ihre Sprache hat sich verändert und auch ihr Aussehen hat durch eine „genetische Revolution“ nur noch wenig mit dem Erscheinungsbild von Sora zu tun. Sie ist eine Exotin, die überall auffällt. Die Wissenschaftler auf Euripides vermuten, dass der Stein Sora in den Schlaf versetzt hat. Doch können sie keine Besonderheiten daran feststellen, obwohl Sora behauptet, das Amulett würde sie bei Kälte wärmen und bei Hitze würde es ihr Kühlung verschaffen. Sie hat oft Visionen von einer anderen Welt, in der sie als Kind gelebt hat. Erst als sie von ihrer Bestimmung erfährt, muss auch sie durch den Nebel gehen.

Der Abenteuerroman Die Erben der alten Zeit – Das Amulett ist eine Mischung aus Fantasy und Science-Fiction. Die Handlungsstränge sind in der heutigen Zeit in Schweden, der mittelalterlich geprägten Welt von Vanaheim und dem futuristischen Planeten Euripides angesiedelt. Einige Ideen von Marita Sydow Hamann sind der nordischen und griechischen Mythologie entliehen, doch viele der fantasievollen Einfälle der Autorin sind völlig neu. Die Geschichte wird in einer klaren Sprache erzählt und einige Dinge werden für den jugendlichen Leser gut verständlich erklärt. Obwohl die Handlung zunächst vor sich hin plätschert, nimmt sie dann jedoch deutlich an Fahrt auf und es wird richtig spannend! Leider ist der Roman Die Erben der alten Zeit – Das Amulett nicht in sich abgeschlossen und lässt viele Fragen offen. Der Leser muss sich wohl bis zum Ende des dritten Bandes der Trilogie gedulden, wenn er wissen will, wie das Abenteuer ausgeht.

Marita Sydow Hamann, Die Erben der alten Zeit – Das Amulett, Grassroots Edition 2013, Hardcover mit Schutzumschlag, 605 Seiten, ISBN 978-3-200-03083-1, Preis: 19,80 Euro.

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Über den Autor: Michael Petrikowski

Ich lese seit über 45 Jahren Sachbücher aus unterschiedlichen Wissensgebieten und über diverse Themen. Meine große Leidenschaft gehört allerdings der zeitgenössischen Literatur, wobei mein Hauptinteresse den deutschsprachigen Autoren gilt. Erich Maria Remarque, Hans Fallada, Heinrich Böll und Günter Grass, um nur einige Autoren zu nennen, haben mich in meiner Jugend geprägt. Seit 2008 schreibe ich kurze und prägnante Buchbesprechungen über Belletristik sowie über Sachbücher zu verschiedenen Themen.

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