Als freiberuflicher Versicherungsagent sorgt Anatol Balthasar Trockau mit seiner Partnerin Katharina dafür, dass gestohlene Gemälde wieder dem rechtmäßigen Besitzer zugeführt werden. Als er mit seiner Mitarbeiterin Hedwig nach Rom reist, erteilt ihm Schmoller von der Artecuritas-Versicherung den Auftrag, ein verschwundenes Werk von Cézanne aufzuspüren. Wie sich herausstellt, wurde das Gemälde ausgerechnet Giancarlo Conte, einem Freund von Hedwig, gestohlen.

Unterdessen erhält der in der Fachwelt als äußerst zuverlässige und unbestechliche Kunstberater Renzo Landolt in Zürich einen Anruf eines gewissen Roca, der ihm einen Cézanne zum Kauf anbietet. Da Landolt ebenfalls mit Hedwig befreundet ist und ihr von dem Angebot erzählt, liegt für Trockau und Landolt die Vermutung nahe, dass es sich bei dem zum Kauf angebotenen Cézanne um genau das Gemälde handelt, den der Agent im Auftrag der Versicherung wiederbeschaffen soll. Dank August, einem findigen Computerspezialist, kann Roca überwacht werden, was interessante Neuigkeiten zutage fördert. Noch ist unklar, ob es sich um einen echten Cézanne oder eine Fälschung handelt, wer Die Cézanne Connection dirigiert und welche Rolle der Genfer Anwalt Janus dabei spielt. Letztlich wissen weder der Finanzvorsteher der Artecuritas-Versicherung Stahlberg, noch Roca oder der Anwalt Janus, wer eigentlich Feind und wer Verbündeter ist. Trockau geht aufs Ganze und pokert hoch, indem er blufft.

Mit der Figur des Agenten Trockau, der im Auftrag des Guten durchaus zu illegalen Methoden greift, hat Andreas Lukoschik einen sehr interessanten und sympathischen Ermittler geschaffen. Er ist clever, trifft seine Entscheidungen mit Bedacht und ist den guten Dingen im Leben nicht abgeneigt. So lässt er sich gerne mit gutem Essen und einem edlen Tropfen verwöhnen und genießt die gemeinsamen Stunden mit seiner Partnerin Katharina, der auch seine Liebe gehört. Aber nicht nur die Figur des Trockau überzeugt den Leser. Der Computerfreak August ist unglaublich cool und die Zusammenarbeit mit seinem Zwillingsbruder Ernst, mit dem er nur als Team erfolgreich ist, wird vom Autor realistisch dargestellt.

Der Kriminalroman Die Cézanne Connection kommt, was äußerst ungewöhnlich ist, ohne einen Mord, ohne Schießerei und ohne Schlägerei aus, und ist dennoch hoch spannend, was dem gut durchdachten und intelligenten Plot des Autors zu verdanken ist. An den Stellen, an denen ein Agierender einen anderen hintergeht und dabei selbst nicht mehr sicher sein kann, ob er nicht auch hintergangen wird, muss der Leser sogar schmunzeln. Andreas Lukoschik vermittelt ganz nebenbei historisches Hintergrundwissen zu den Schauplätzen in Italien, der Schweiz und Österreich. Er lässt seine Ermittler als Wanderer getarnt durch das Kleinwalsertal ziehen, wo es schließlich in einer Almhütte zum Showdown kommt. Auch wenn natürlich die Kunst in dem Kriminalroman einen breiten Raum einnimmt, so sollten sich Kunstmuffel davon nicht abschrecken lassen, denn Die Cézanne Connection ist ein ganz besonderer Krimi mit dem gewissen Etwas, der vom Leser ein wenig Konzentration erfordert und ihn immer wieder aufs Neue überrascht.

Andreas Lukoschik, Die Cézanne Connection, Emons Verlag 2014, Taschenbuch, 240 Seiten, ISBN 978-3-95451-330-7, Preis: 9,90 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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