Ermittler Simon Tanner und Kommissar Serge Michel haben es in dem Schweizer Kriminalroman Der Salamander von Urs Schaub gleich mit zwei Fällen zu tun. Jean D’Arcy behauptet, wegen eines Drogenfundes bei seiner Einreise nach Spanien zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden zu sein. Während Tanner ihm die Geschichte abnimmt, ist sein Kollege Michel davon nicht überzeugt. Als Jean D’Arcy an Tanner die Bitte richtet, für ihn einen Koffer aufzubewahren, kommen auch ihm Bedenken, denn schließlich weiß er nicht, was in dem Koffer steckt.

Der Wirt Stocker erzählt Tanner von einem Mord an Heinrich Karst, der schon 27 Jahre zurückliegt und seinerzeit nicht aufgeklärt werden konnte. Stocker wünscht sich eine Wiederaufnahme des Falles, weil sein Vater damals Begünstigter im Testament war. Als Michel von der Geschichte erfährt, beauftragt er die neue Kollegin Lara Wille mit der Aufklärung des Mordes an Heinrich Karst, weil er sowieso keine Aussicht auf einen Erfolg sieht. Andernfalls hat ihr Michel versprochen, sie in seine Abteilung „Leib und Leben“ aufzunehmen.

Die ehrgeizige Lara Wille stürzt sich in ihre Ermittlungsarbeit und kann dabei auf Tanners Unterstützung bauen. Doch schon bald vermuten Tanner, Michel und Lara Wille, dass beide Fälle mit der sektenähnlichen Organisation „Die Gemeinschaft“ zu tun haben. Wille macht den Mann ausfindig, der vor 27 Jahren die polizeilichen Untersuchungen durchführte und er berichtet Tanner in diesem Zusammenhang von Goldmünzen aus Afrika. Ein flaches Goldblättchen mit stilisiertem Salamander gibt Tanner Rätsel auf. Vom Pfarrer erhofft er sich Informationen aus einem alten Kirchenbuch über den Tod von Karst. Er begibt sich ebenfalls auf die Suche nach Familienangehörigen von Jean D’Arcy, nachdem dieser spurlos verschwunden ist. Als auch noch ein Toter zu beklagen ist, rät Tanner abzuwarten, denn wer sich in Sicherheit wähnt, macht irgendwann einen Fehler.

Urs Schaub hat in Der Salamander ein Ermittlerduo geschaffen, das seinesgleichen sucht. Tanner und Michel legen Wert auf kulinarische Genüsse und lassen sich trotz der Rückschläge ihren Appetit nicht nehmen. Wenn Michels Gaumen verwöhnt wird und dazu ein Bier bereit steht, geht er mit Elan an seine Arbeit. Die Art, wie die beiden immerzu miteinander frotzeln, macht sie gerade deshalb beim Leser so sympathisch. Überhaupt hat der Autor mit offener Ironie nicht gespart. In jedem Kapitel erfährt der Leser Neuigkeiten und am Ende von Der Salamander wird es noch richtig spannend, weil es über Hundert Menschenleben zu retten gilt. Durchweg wurde auf Zeichen zur wörtlichen Rede verzichtet, was etwas gewöhnungsbedürftig ist und das Korrektorat weist einige Mängel auf. Doch wer darüber hinwegsieht, wird von dem erfrischend anderen Krimi von Urs Schaub begeistert sein!

Urs Schaub, Der Salamander, Limmat Verlag 2012, gebunden, 360 Seiten, ISBN 978-3-85791-684-7, Preis: 29,80 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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