Die Gymnasiastin Delia Sommer will sich auf ein Abenteuer mit einem ihr unbekannten Mann einlassen. Als Treffpunkt ist das Gelände des Ehrenfriedhofs im Deutsch-Französischen Garten in Saarbrücken vereinbart. Doch für die junge Frau endet der verheißungsvolle Abend tödlich, da der Unbekannte für sie eine Blutige Mondscheinsonate zelebriert. Während Anna Bechtel eine Besuchergruppe in die Parkanlage führt, wird die mit zahlreichen Messerstichen übersäte Leiche entdeckt. Zu den Besuchern gehört der Fotograf Dimitri Wagner und die Journalistin Susanne Kleber, die über ein großes Projekt mit einem geplanten Wasserspielplatz auf dem Gelände schreiben soll, für das es EU-Fördergelder geben soll. Zunächst werden die Kriminalkommissare Andrea Peperding und Monika Blech mit der Aufklärung des Mordes betraut, während Lukas Baccus und Theo Borg vom Schreibtisch aus agieren. Die Fäden laufen bei Kriminalrat Hugo Ehrling und Staatsanwalt Helmut Renske zusammen. Doch es dauert nicht lange, bis in dem Garten eine weitere junge Frau grausam zugerichtet aufgefunden wird und die Ermittler suchen fieberhaft nach Gemeinsamkeiten der Morde. Verdächtigt werden die Gärtner, das SEK wird mit einem Hubschrauber zur Unterstützung angefordert und um endlich einen Erfolg vorweisen zu können, arbeiten Lukas Baccus und Theo Borg als verdeckte Ermittler. Doch trotz aller Anstrengungen und obwohl sogar ein Phantombild existiert, gibt es weitere Tote zu beklagen.

Elke Schwab beginnt den Kriminalroman Blutige Mondscheinsonate mit einem Kapitel in kursiver Schrift, die immer dann auftaucht, wenn der Mörder, der sich für einen Phönix hält, aktiv wird. Wenn er sich ein neues Opfer sucht, weiß das der Leser dadurch immer schon im Voraus und er weiß auch vieles, was die Ermittler noch nicht wissen, womit die Spannung ungemein gesteigert wird. In häufig wechselnden Abschnitten wird in verschiedenen Handlungssträngen die Arbeit der Journalistin, Vernehmungen und Zeugenbefragungen sowie die spezielle Ermittlung von Baccus und Borg erzählt oder es finden Unterredungen mit Bauunternehmern statt, die an dem zu vergebenden Auftrag interessiert sind.

Für die teilweise sehr detaillierten Ausführungen im Krimi hat sich die Autorin entweder pharmakologisches und psychologisches Grundwissen angeeignet oder aber fachlich beraten lassen. Nach ihren Beschreibungen zur Mondscheinsonate von Beethoven, zu der Phönix seine Opfer tötet, hat der Leser eine Vorstellung von dem Musikstück und er bekommt darüber hinaus eine Einführung in die Botanik. Der Roman Blutige Mondscheinsonate von Elke Schwab treibt den Adrenalinspiegel des Lesers gleich auf den ersten Seiten hoch und jungen Mädchen dürfte nach der Lektüre die Lust auf ein gewagtes Abenteuer vergangen sein. Krimifreunde würden sich über eine weitere Fortsetzung der Baccus-Borg-Krimis sicher freuen, insbesondere dann, wenn zukünftig ein sorgfältigeres Korrektorat vorgenommen wird.

Elke Schwab, Blutige Mondscheinsonate, Solibro Verlag 2014, Taschenbuch, 378 Seiten, ISBN 978-3-932927-85-0, Preis: 12,80 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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