Bis ans Limit – und darüber hinaus gehen die Sportler, die Iris Hadbawnik in ihrem Buch vorstellt. Nachdem sie zunächst den Fragen nachgeht, wonach Extremsportler eigentlich suchen und wie man sie definiert, beginnt sie mit der Vorstellung der Marathonläuferin Brigid Wefelnberg. Diese bemerkenswerte Frau hat ihren eigenen Weg gefunden und verbindet ihre sportlichen Ambitionen mit der Unterstützung für Bedürftige.

Guido Kunze fährt Radrennen, bei denen er sich sogar schon Abszesse zugezogen hat, die er sich operativ entfernen lassen musste. Der Triathlet Beat Knechtle untersucht als habilitierter Arzt die Einflüsse, die der Sport auf die Psyche und das Immunsystem ausüben und dient damit der wissenschaftlichen Forschung. Zum Sinn und Zweck der Sportgetränke hat er eine ganz eigene Meinung.

Frank Hülsemann hat sich mit zwei Sportlerkollegen zu Fuß auf historische Spuren begeben und alle drei mussten sich für die legendäre Seidenstraße sieben (!) Visa besorgen. Dabei war es nicht immer einfach, mit unterschiedlichen Leuten die zwangsweise auftretenden zwischenmenschlichen Probleme zu meistern. Unterwegs hat Hülsemann Messungen zu wissenschaftlichen Zwecken durchgeführt und natürlich musste jeder den kompletten Wasservorrat zum Überleben durch die Wüste schleppen!

Der 78-jährige Kurt Diemberger ist eine Bergsteigerlegende, hält heute Vorträge und zieht mit seinen spannenden Erzählungen die Besucher in seinen Bann. Ines Papert macht mit extremen Kletterrouten von sich reden und genießt während der Urlaube mit ihrem Sohn das einfache Leben fernab der Hotels. Der Jumper Hannes Kraft springt von Gebäuden, Antennen, Brücken und Felsen und würde sich wünschen, nicht immer auf eine Erlaubnis für seine gefährliche Sportart warten zu müssen.\

Freya Hoffmeister hat schon mit ihrem Kajak Australien umrundet, wobei ihr Haie und Krokodile einiges Kopfzerbrechen verursacht haben. Der Taucher Tom Sietas begibt sich ohne Pressluftflasche in die Tiefen und vermeidet mit aktivem Druckausgleich eine Lungenquetschung. Stefan Schlett lernte sogar bei seinen Transkontinentalläufen Schmerzen zu lieben und sein Credo ist, dass jeder Mensch noch Träume haben sollte.

Iris Hadbawnik, die selbst an Marathonläufen und auch schon zweimal den Ironman bewältigt hat, ist mit Bis ans Limit – und darüber hinaus eine gute Zusammenstellung extremster Sportarten gelungen. Sie hat selbst alle Sportler befragt und daraus teilweise richtig spannende Geschichten gemacht, was für ein Sachbuch nicht selbstverständlich ist. Für den Leser gibt es neben den Informationen der einzelnen Disziplinen noch viel Hintergrundwissen. Eine Tabelle veranschaulicht zu jedem Sportler die erzielten Erfolge und am Ende des Buches zeigt eine Zusammenstellung noch einmal in übersichtlicher Form Details zu den einzelnen Disziplinen. Abgerundet wird das Werk mit schönen Fotos der Sportler, die sicher bei manchen Lesern die Abenteuerlust wecken. Wie hieß es noch bei Stefan Schlett? Jeder sollte sich noch Träume bewahren!

Iris Hadbawnik, Bis ans Limit – und darüber hinaus, Verlag Die Werkstatt 2011, broschiert, 224 Seiten, ISBN 978-3-895-33765-9, Preis: 19,90 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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