Barbara Dribbusch hat wie ihre Freunde Britt, Suse, Tine, Winnie und ihr Mann Christoph die Lebensmitte erreicht und fragt sich, was sie ab 50 noch mit ihren Haaren machen kann und welche Kleidung nun angesagt ist. Denn ihren Buchtitel Älter werden ist viel schöner, als Sie vorhin in der Umkleidekabine noch dachten, nimmt sie wörtlich und greift mutig einfach zur nächsten Kleidergröße. Womit sie ihre unweigerlich entstandenen Fettpölsterchen zu kaschieren weiß, da sie sowieso befürchtet, dass die gute Laune beim Abnehmen auf der Strecke bleibt. Und überhaupt: Was bedeuten schon ein paar Falten oder einige graue Haare gegen die Problematik, wie es im Alter mit dem Sex aussieht? Als Ursache für die abnehmende Frequenz hat sie schnell den PC ausgemacht, was immerhin laut einer Studie belegt sein soll. Aus der Misere könnten Tanzkurse helfen, so einer ihrer Tipps.

Die Autorin geht weiter den Fragen nach, wie es um Frauenfreundschaften bestellt ist und wie sich das Zusammenleben unter Nachbarn gestaltet. Sie sucht nach neuen Modellen für eine Wohngemeinschaft und nach Antworten für die Ursache immer häufiger auftretenden Depressionen. Ob da Ayurveda oder Yoga helfen könnten? Auch ist sie unschlüssig, ob sie sich noch auf einen Campingplatz begeben sollte. Jetzt, in ihrem Alter? Was das Joggen anbelangt, hat sie nicht die richtige Motivation und wendet sich lieber dem Klettersport zu. Mit gemischten Gefühlen sieht sie dem Auszug der Kinder entgegen, obwohl das immer noch besser ist, als sie gar nicht mehr loszuwerden. Auf einer Party wird ihr und ihren Freunden klar, wie sich die Stimmungen seit ihrer Jugend geändert haben und dass man in der zweiten Halbzeit unbedingt etwas wagen muss!

Barbara Dribbusch lässt eigene Gedanken, Sorgen und Wünsche in ihr Buch Älter werden ist viel schöner, als Sie vorhin in der Umkleidekabine noch dachten einfließen, das sich mit den Veränderungen in der Lebensmitte befasst. In abgeschlossenen Kapiteln hat sie sich unterschiedlicher Themen gewidmet und dabei häufig Studien und statistische Erhebungen angeführt, die am Schluss auch schön nach Kapiteln gegliedert mit genauen Quellenangaben aufgeführt sind. Die Autorin will dem Leser nicht nur ihre Meinungen als Hilfe zum Älterwerden vermitteln, sondern bedient sich dabei auch der Alltagserfahrungen ihrer Freundinnen, eines alten Sportkumpels sowie ihres Ehemannes. Allerdings sind die wiedergegebenen Dialoge oftmals zu langatmig geraten, so dass der Leser das Buch nicht so recht einer Kategorie zuordnen kann. Es ist kein wirklich informatives Werk im Sinne eines Sachbuchs, aber auch nicht humorvoll geschrieben. Ob die älter werdende Generation tatsächlich nach der Lektüre von Älter werden ist viel schöner, als Sie vorhin in der Umkleidekabine noch dachten glaubt, dass das Älterwerden schön ist, ist wohl zweifelhaft. Denn auch wenn der Titel etwas anderes suggeriert, gibt es nicht viel zu lachen.

Barbara Dribbusch, Älter werden ist viel schöner, als Sie vorhin in der Umkleidekabine noch dachten, Mosaik Verlag 2012, Hardcover mit Schutzumschlag, 240 Seiten, ISBN 978-3-442-39223-0, Preis: 17,99 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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