„Sport ist Mord“ sagt der Volksmund und in Bernd Franzingers neuem Kriminalroman Zehnkampf wird dieses Motto für einige Sportler zur Realität.

Während eines Zehnkampfes, an dem auch Kommissar Tannenbergs Neffe teilnimmt, wird beim Hundertmeterlauf ein Läufer durch einen Schuss direkt ins Herz getötet. Dem Kaiserslauterer Ermittler und seinem Team ist klar, dass für eine solche Tat nur ein Scharfschütze in Betracht kommt. Doch warum sollte ein Profikiller einen 18-jährigen Schüler hinrichten? Die ersten Ermittlungen ergeben noch keine konkrete Spur, da wird bereits im Sand einer Weitsprunganlage ein weiterer Sportler entdeckt, der ebenfalls durch einen Präzisionsschuss getötet wurde. Wodurch erste Vermutungen, es könne sich um einen psychopathischen Serienkiller handeln, bestätigt werden.

Da die Staatsanwaltschaft an einen terroristischen Hintergrund der Mordanschläge glaubt, wird Tannenberg ein BKA-Beamter als Verstärkung zur Seite gestellt, der eine frappierende Ähnlichkeit mit George Clooney hat. Kurze Zeit später wird Tannenbergs Mutmaßung, dass sich der Täter anscheinend am chronologischen Ablauf eines Zehnkampfs orientiert, bestätigt. Ausgerechnet auf dem Gelände des Polizeisportvereins wird der Kollege Pascal Sprengard mit einem Schuss mitten ins Herz aufgefunden. Auf dem Bauch eine 7,25 kg schwere Eisenkugel. Kugelstoßen, die dritte Disziplin im Zehnkampf.

Nach dem Mordanschlag auf den Polizeibeamten wird die Sonderkommission „Sniper“ zusammengestellt, deren Leitung Tannenberg übertragen wird. Nach zwei weiteren Anschlägen des Serienkillers findet die Sonderkommission heraus, dass die Tatorte ein Fadenkreuz ergeben, dessen Mittelpunkt im Zentrum der Pfalz liegt. Als man glaubt den vermeintlichen Serienkiller gefunden zu haben, gerät Tannenberg bei einem Treffen mit einem Informanten selbst in Lebensgefahr…

Einen rasanten und packenden Kriminalfall hat Bernd Franzinger für seinen Kommissar Wolfram Tannenberg entwickelt. Ein Jubiläum, denn Zehnkampf ist bereits der zehnte Fall für den Kaiserslauterer Ermittler. So verwundert es auch nicht, dass der Autor bei der Umsetzung eines aktuellen Themas mit brisantem politischen Hintergrund alle Register gezogen und brillant in Szene gesetzt hat. Während der Leser bereits glaubt dem Täter auf der Spur zu sein, nimmt die Handlung unerwartet einen anderen Verlauf und steigert die Spannung bis zur endgültigen Auflösung des Falls. Franzingers klarer Schreibstil und seine erfrischenden Charaktere sorgen für kurzweilige Unterhaltung und machen Lust auf mehr davon. Ein Leckerbissen für alle Krimifans.

Bernd Franzinger, Zehnkampf, Gmeiner Verlag 2010, Broschiert, 368 Seiten, ISBN 978-3-8392-1086-4, Preis: 11,90 Euro.

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Über den Autor: Michael Petrikowski

Ich lese seit über 45 Jahren Sachbücher aus unterschiedlichen Wissensgebieten und über diverse Themen. Meine große Leidenschaft gehört allerdings der zeitgenössischen Literatur, wobei mein Hauptinteresse den deutschsprachigen Autoren gilt. Erich Maria Remarque, Hans Fallada, Heinrich Böll und Günter Grass, um nur einige Autoren zu nennen, haben mich in meiner Jugend geprägt. Seit 2008 schreibe ich kurze und prägnante Buchbesprechungen über Belletristik sowie über Sachbücher zu verschiedenen Themen.

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