„Wer mordet schon…“ ist eine Reihe von kriminellen Freizeitführern, die zu den unterschiedlichsten Gegenden in Deutschland Freizeittipps liefert, die wiederum von den jeweiligen Autoren geschickt in Kurzkrimis eingearbeitet wurden. In elf Geschichten schreibt Margit Kruse in Wer mordet schon im Hochsauerland? von einem vergifteten Finanzbeamten und weiter von einem Mann, der unter Schneemassen begraben liegt, nur weil ihm ein Glas Wasser verweigert wurde. Seiner Aufdringlichkeit fällt ein Vertreter zum Opfer, und ein nur mit einer knappen roten Unterhose Bekleideter wird abgeführt, während Freunde einem Forellenzüchter übel mitspielen, wodurch einer von ihnen ein tödliches Ende im Teich findet. Gestorben wird aber auch in einem Heilstollen, wobei der Kommissar zu klären hat, ob es sich um einen Unfall oder Mord gehandelt hat.

Bei einem Gewerkschaftsausflug wird einem Mitglied sein rotes Poloshirt zum Verhängnis und seinem Mörder Gleichgewichtsprobleme. Ein Knappenchormitglied muss samt Grubenlampe auf Nimmerwiedersehen verschwinden, weil er sich niemals von ihr trennen würde, und Goldmünzen kosten sowohl einem Bergmann, als auch einem Steiger das Leben. An den Kragen geht es einem vermeintlichen Handelsvertreter, alte Studienkollegen demütigen und reizen ihren früheren Kommilitonen und heutigen Förster bis aufs Blut, und ein eifersüchtiger Mann sieht rot.

Jeder Kriminalfall ist mit zahlreichen Anmerkungen versehen, die jeweils im direkten Anschluss ausführliche Freizeittipps liefern. Neben den Hinweisen zu Orten im Hochsauerland erfährt der Leser etwas über bedeutende Bauwerke, das Vereinsleben, Museen, Einkehrmöglichkeiten, lohnenswerte Ausflüge und weitere Attraktionen. Aber auch so interessante Begebenheiten wie die Flucht von Dorfbewohnern gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in den Stollen einer Schiefergrube oder der Hinweis auf einen Ruhrhöhenweg von der Quelle in Winterberg bis zur Mündung bei Duisburg finden sich in diesem informativen Buch.

Kommissar Bernhard Nowicki hat keinen leichten Stand, denn in den Kriminalfällen gibt es mitunter reichlich Verwicklungen. Margit Kruse hat mit ihren kuriosen Geschichten großen Einfallsreichtum bewiesen und sorgt oftmals für eine überraschende Wendung. Obwohl es sich immer um Morde handelt, kann der Leser ein Schmunzeln nicht unterdrücken. Auf Biegen und Brechen wird fremdgegangen, und die Männer sehen sich nicht selten notgeilen Frauen gegenüber. In einem ihr eigenen Sprachstil zieht die Autorin witzige Vergleiche wie beispielsweise eine Marzipanstirn, ein Nusseis schmeckt nach Schweißfüßen oder ein Bettüberwurf lässt mehr an eine Pferdedecke denken.
Es macht einfach Spaß, die humorvollen und dennoch spannenden Krimis aus dem kriminellen Freizeitführer Wer mordet schon im Hochsauerland? zu lesen. Idealerweise natürlich während eines Urlaubs an den Originalschauplätzen mit dem Buch in der Hand, woll?

Margit Kruse, Wer mordet schon im Hochsauerland?, Gmeiner Verlag 2015, Paperback, 277 Seiten, ISBN 978-3-8392-1780-1, Preis: 10,99 Euro.

Wie bewerten Sie dieses Buch? schrecklichschlechtdurchschnittlichgutausgezeichnet 5 Stimme(n) | Bewertung 4,40 | Sie müssen sich registrieren, um am Leservoting teilzunehmen.
Loading...

Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.