Vorn von Andreas Bernard

Vorn
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Tobias Lehnert hat sein Studium abgeschlossen und arbeitet in einer Flüchtlingsunterkunft, in der er schon seit Jahren einen Studentenjob als Betreuer hat. Er möchte auf keinen Fall, wie einige seiner Kollegen, in der Unterkunft enden. Doch zu einer Doktorarbeit kann er sich auch nicht durchringen. Er spielt mit dem Gedanken ein Praktikum bei einer Zeitung oder einem Magazin zu absolvieren.

Eines Tages liest er eine Ausgabe des Jugendmagazins „Vorn“, eine wöchentliche Beilage einer großen Tageszeitung, die hauptsächlich bei Abiturienten und Studenten als cool und angesagt gilt. Er beschließt einen Artikel über die Gesetzmäßigkeiten des Flipperspielens für das Magazin zu schreiben. Und es gelingt ihm als freier Mitarbeiter einen Fuß in die Redaktion zu setzen und nach weiteren Artikeln sogar eine Festanstellung zu bekommen.

Tobias Freundin Emily arbeitet in einem Jugendzentrum und steht mit beiden Beinen im Leben. Am Anfang ist sie noch angetan von seinem Eintritt in die Redaktion, bemerkt aber, wie sich Tobias durch seine Begeisterung für das Magazin verändert. Das „Vorn“ wird zum Mittelpunkt seines Lebens, denn auch seine Freizeit verbringt er mit Kollegen, wobei die Ausgabe des nächsten Hefts oder neue Themen diskutiert werden. Tobias ist fasziniert von der völlig neuen Welt, in die er sich kopfüber stürzt, wobei seine Beziehung zu Emily immer weiter auseinander driftet.

Als er sich in die Praktikantin Sarah verliebt, die viel besser zu seinem neuen Lebensstil passt, trennt er sich von Emily. Doch die Beziehung zu Sarah dauert nur kurz und er erkennt, dass er für sein neues Leben als trendiger Jungredakteur vieles aus seinem früheren Leben aufgeben musste und gerät in eine Identitätskrise…

Andreas Bernard war in den neunziger Jahren Mitglied der Jetzt-Redaktion, einer Jugendbeilage in der Süddeutschen Zeitung mit hohem Kultstatus. In seinem Schlüsselroman Vorn beschreibt er das Lebensgefühl der Jungjournalisten zu dieser Zeit. Einfühlsam und ehrlich schildert der Autor die Identitätskrise, in die sein Protagonist Tobias Lehnert dabei gerät. Ein unterhaltsam und locker geschriebener Roman, der der Realität wohl ziemlich nahe kommt.

Andreas Bernard, Vorn, Aufbau Verlag 2010, Hardcover mit Schutzumschlag, 249 Seiten, ISBN 978-3-351-03294-4, Preis: 16,95 Euro.

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