In dem Thriller Tödliche Gerechtigkeit herrscht in Washington D.C. Ausgangssperre, weil man einen Terroranschlag befürchtet. Kathy Wirnstein hat als Redakteurin eine Sondergenehmigung für eine Autofahrt erhalten und trifft während einer Panne auf den Obdachlosen Steve. Kathy bittet ihren Chefredakteur Martin, sie abzuholen. Währenddessen führen Steve und Kathy ein anregendes Gespräch, das allerdings von zwei Männern vom FBI unterbrochen wird. Sie wären beauftragt, Kathy abzuholen und sie kann gerade noch Steve ihre Visitenkarte überreichen, bevor sie zu ihnen ins Auto steigt. Steve ist überrascht, als kurz darauf auch noch Martin auftaucht und Kathy abholen will. Nachdem Steve Martin alles erklären konnte, hoffen beide, Kathy in der Redaktion zu treffen. Doch die ist kurze Zeit später tot.

Martin hat Steve von der Straße geholt und gibt ihm einen Job in seiner Redaktion. Zwei Jahre nach diesem Vorfall gehören die beiden einem Bündnis an, dessen Kopf Joseph H. Warner, der Vizepräsident von Amerika, ist. Er will dem Kapitalismus endlich ein Ende setzen und sich für mehr Gerechtigkeit einsetzen. Bei einer Pressekonferenz vor ausgewähltem Publikum klagt er den Präsidenten als Lügner und Verräter an und noch vor Beendigung seiner Rede bricht er zusammen. Martin übernimmt innerhalb des Bündnisses nun seine Aufgaben.

In Regensburg findet Peter Mormerin eine Speicherkarte mit brisantem Inhalt. Schnell enträtselt er eine Namensliste, die sich als Todesliste herausstellt. Der Ökonom, der sich ohnehin schon der Aufdeckung von Missständen verschrieben hat, gerät über einen Chatpartner an die Drahtzieher des Bündnisses. Viel Zeit bleibt ihm für seine Entscheidung, mit der Liste zur Polizei zu gehen oder nach Washington zu fliegen, nicht. Für ihn beginnt ein Wettlauf und er muss mehrmals einsehen, dass nichts so ist, wie es den Anschein hat. Er weiß nicht mehr, wem er noch trauen kann und sein auf der Strecke bleibendes Privatleben ist nicht sein größtes Problem.

Thomas U. Tajsich hat in seinem äußerst spannenden Thriller Tödliche Gerechtigkeit walten lassen. Durch die zunehmende Globalisierung werden Firmen in den Osten und nach Asien verlagert und hier zu Lande geht die Schere zwischen reich und arm immer weiter auseinander. Der Autor prangert bereits auf den ersten Seiten den zur Schau gestellten Reichtum, die glänzenden Autos und die lebenslangen Hypotheken an und schalt die Bürger Narren, die sich von den Politikern belügen und ausbeuten lassen. Kritisch hinterfragt er, ob wir überhaupt Geld haben müssen und vergleicht Reporter mit Gehirnwäschern. Es werden Vorurteile aufgezeigt, von denen sich kaum jemand freisprechen kann, insbesondere jene, die einem Obdachlosen gegenüber entgegengebracht werden. Doch kommt bei so viel Kritik an unserem Wirtschaftssystem die Spannung nicht zu kurz. Auf jeden Fall sollte sich der Leser bei Tödliche Gerechtigkeit von Thomas U. Tajsich auf Gänsehaut einstellen, gegen die auch keine warme Jacke hilft.

Thomas U. Tajsich, Tödliche Gerechtigkeit, Krimiwelt Verlag 2012, Softcover, 351 Seiten, ISBN 978-3-941297-15-9, Preis: 9,95 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

2 Kommentare

  1. Ulrike Bernhard

    Erst hab ich ja nicht kapiert, was das mit dem Brief sollte. Man wusste nicht, wer ihn geschrieben hat. Echt starkes Buch!

  2. Das hört sich ja recht interessant an. Danke für diesen Tipp!

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