Die beiden Kriminalkommissare Lukas Baccus und Theo Borg werden zu einem Hochhaus in Saarbrücken gerufen. Die unter Droge stehende Franzi Waltz ist entweder freiwillig aus dem 12. Stockwerk gesprungen, oder wurde von jemandem in den Tod getrieben. Nachdem die Presse Fakten veröffentlichen konnte, die man aus ermittlungstaktischen Gründen zurückhalten wollte, werden Lukas und Theo beschuldigt, Informationen weitergegeben zu haben. Außerdem werden sie von den Ermittlungen abgezogen, die fortan Andrea Peperding mit ihrer Kollegin Blech führt. Zu ihrer Überraschung finden sie Aktfotos der Toten, können jedoch den Ehemann, Robert Waltz, dazu nicht mehr befragen, weil dieser verschwunden ist.

Auf Lukas und Theo wartet bald ein neuer Fall: Juliane Pfeiffer findet ihren Mann Udo, einen erfolgreichen Immobilienmakler, nackt, gefesselt und blutüberströmt, von einem Beil erschlagen, im Ehebett vor. Noch bevor die beiden Kommissare sich von der unter Schock stehenden Frau verabschieden können, klingelt das Telefon. Ein anonymer Anrufer spricht in dem Glauben, Udo sei am Apparat, den Tod von Franzi Waltz an. Lukas und Theo sind dadurch alarmiert und erfahren, dass es sich bei dem Anrufer um Peter Meyer gehandelt haben soll. Schnell wird den Ermittlern klar, dass Meyer der Kreditgeber für Udo Pfeiffers Kunden war, und sie finden weiter heraus, dass nicht nur das Ehepaar Waltz hoch verschuldet war, sondern auch Miriam und Georg Hammer sowie Doris und Günter Selter.

Lukas, der immer häufiger privat zu der aufreizenden Juliane fährt, hat dadurch nicht nur mit seiner Ehefrau Marianne Probleme, sondern wird auch von Kriminalrat Ehrling und Dienststellenleiter Allensbacher zunehmend unter Druck gesetzt. Ihn und seinen Kollegen Borg scheint jemand aus den eigenen Reihen fertigmachen zu wollen. Die aktuellen Ermittlungen entzweien die beiden zunehmend. Je mehr sie herausbekommen, desto mehr Rätsel gibt der Fall ihnen auf. Obendrein haben sie häufig das Gefühl, von einer schwarzen Limousine verfolgt zu werden. Schließlich entschließen sie sich zu einem gefährlichen Vorhaben, nachdem sich durch weitere Morde abzeichnet, dass sie es mit einem Mörder zu tun haben, der mittelalterliche Foltermethoden bevorzugt.

Elke Schwab erzählt ihren neuen Baccus-Borg-Krimi Tödliche Besessenheit in mehreren Handlungssträngen, die sich nach und nach zu einem Ganzen verdichten, womit sie die Spannung durchgehend auf hohem Niveau hält. Bis zum Schluss weiß der Leser nicht, was er von Juliane halten soll. Aber dafür weiß er manchmal mehr als die ermittelnden Beamten, denen er am liebsten einen Tipp geben möchte. Der Roman fesselt durch immer neue Ereignisse und es ist beachtlich, wie die Autorin sämtliche Fäden für diesen ausgefeilten Plot zusammengeführt hat.

Teilweise findet sich der Leser in einem für einen Krimi eher ungewöhnlichen, erotischen Liebesspiel wieder, wird aber auf der anderen Seite nicht geschont, wenn es um ausführlich dargestellte Foltermethoden geht. Ob die Saarbrücker Zeitung, wie in einem erwähnten Artikel, ihre Leser tatsächlich direkt anspricht, oder ob es einem Polizeibeamten möglich ist, so viel Zeit während seiner Dienstzeit für sein hinterhältiges Spiel abzuzweigen, sei dahingestellt. Der Leser fühlt sich jedenfalls mit dem spannenden Krimi Tödliche Besessenheit von Elke Schwab bestens unterhalten und wird auf eine Fortsetzung der Baccus-Borg-Krimi-Reihe hoffen.

Elke Schwab, Tödliche Besessenheit, Solibro Verlag 2015, Taschenbuch, 336 Seiten, ISBN 978-3-932927-95-9, Preis: 12,80 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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