Als kleiner Junge begeisterte er sich für Rolls Royce und auf einmal, bereits als Erwachsener, ist die Idee von einem Porsche da. Christian Eisert ist Autor und schreibt lustige Dialoge für Tiervideos, Gags für Late Night Shows und Sketche für bekannte Comedians. Gleichzeitig entwickelt er Geschichten für die Sesamstraße und für eine Erotikproduktion. Für seinen Traum, einen Porsche Cayman, nimmt er jeden Auftrag an und klickt sich durch die Webseiten sämtlicher Porsche-Händler, um den passenden Wagen zu finden.

Auf der Webseite eines Bamberger Händlers wird er fündig, und obwohl er noch nicht genügend Kapital hat, ruft er den Händler an. Der schlägt vor, sein Interesse an dem Cayman schriftlich zu bestätigen. Der Händler faxt ein Formular, das er unterschrieben zurückfaxt. Erst jetzt bemerkt er, dass er viel früher als beabsichtigt eine verbindliche Bestellung unterschrieben hat.

Da er nicht weiß, wie lange er das Auto haben wird, nimmt er sich vor, möglichst viel damit zu fahren. In Reichertshausen besucht er seine Exfreundin Jule und ihren zukünftigen Ehemann Armin. Auf dem Rückweg macht er einen Abstecher nach Heidelberg und Mannheim, bevor die Fahrt nach Dortmund geht, um seinen Studienfreund Olaf zu treffen. Als sich seine Jugendliebe Laura meldet, die sich gerade von ihrem Mann getrennt hat, fährt er nach Ostfriesland, um sich mit ihr in ein rauschendes Liebesabenteuer zu stürzen. Doch als der Rausch verflogen ist, kehrt Laura zu ihrem Ehemann zurück.

Inzwischen werden die Schreibaufträge weniger und so fährt er mit seinem Porsche ins Palumpa-Land zum Zelten, wo er von den Campern bestaunt wird. Denn Zelten mit einem Porsche, das gab es hier noch nie. Nach einem Abstecher zum Rheinfall bei Schaffhausen und einer Irrfahrt in der Schweiz, endet seine Reise mit einem leeren Tank und ohne Geld in einem Nudistencamp im Kraichgau.

In Christian Eiserts autobiografischem Roman Tacho-Man werden alle gängigen Klischees bedient. Denn Porsche sei dank, hat der Autor beruflichen Erfolg, ein gesteigertes Selbstbewusstsein und Frauen, die mit ihm schlafen wollen. Mit einem kräftigen Schuss Selbstironie schildert Eisert die Erlebnisse mit seinem „Porschelchen“ und seinen Überlebenskampf während der Krise in der TV-Branche. So hat ihn am Ende sein kostspieliger Porsche nicht nur den letzten Cent, sondern auch Hemd und Hose gekostet. Die unterhaltsame und amüsant geschriebene Geschichte sorgt für kurzweilige Unterhaltung und ist allen zu empfehlen, die ihre Träume leben wollen.

Christian Eisert, Tacho-Man, Blanvalet Verlag 2010, Taschenbuch, 256 Seiten, 8 Seiten farbige Abbildungen, ISBN 978-3-442-37513-4, Preis: 8,95 Euro.

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Über den Autor: Michael Petrikowski

Ich lese seit über 45 Jahren Sachbücher aus unterschiedlichen Wissensgebieten und über diverse Themen. Meine große Leidenschaft gehört allerdings der zeitgenössischen Literatur, wobei mein Hauptinteresse den deutschsprachigen Autoren gilt. Erich Maria Remarque, Hans Fallada, Heinrich Böll und Günter Grass, um nur einige Autoren zu nennen, haben mich in meiner Jugend geprägt. Seit 2008 schreibe ich kurze und prägnante Buchbesprechungen über Belletristik sowie über Sachbücher zu verschiedenen Themen.

3 Kommentare

  1. Jeder hat seinen eigenen Traum – und das ist gut so 🙂
    Auf dem Campingplatz mit einem Porsche? Das hat bestimmt Seltenheitswert.

    Freundliche Grüße
    Barbara

  2. Mir persönlich haben zwei Szenen im Buch besonders gut gefallen: Als der Autor den vorderen und hinteren Kofferraum des Porsche öffnet und ein vorbeigehender Junge meinte, das Auto hätte keinen Motor. Und natürlich das finale Bild: Der Autor mit Porsche, aber nackt und ohne Geld.
    Neider werden sicherlich sagen: “Das hat er jetzt davon!“

  3. Christian Eisert

    Das schöne ist ja, wenn man nicht nur einen Traum hat, sondern viele. Dann wird’s nie langweilig.
    Ja, auf dem Campingplatz mit Porsche sorgte für Furore.

    Beste Grüße

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