Manfred ist ein ruhiger, zurückhaltender und stets freundlicher Zeitgenosse und nach fünf Jahren Beziehung hat sich Claudia an das unaufgeregte Zusammenleben mit ihrem Freund Freddie gewöhnt. Mit Mitte dreißig hofft sie nicht mehr auf einen Supermann und Freddie ist zwar manchmal ein echter Langweiler, aber auch ein angenehmer Ruhepol. Sie hat ihn damals auf einem Grillfest kennengelernt und war von seinem muskulösen Rücken und seinen starken, gebräunten Unterarmen fasziniert, was sie vielleicht von Freddies Körpermitte abgelenkt hat, denn er ist kräftig gebaut. Als er ihr in einem Gespräch erzählte, dass er Feuerwehrmann ist, wurde der unscheinbare Freddie in ihren Augen noch attraktiver. Obwohl er von keinen spektakulären Einsätzen berichten konnte, glaubte sie, er würde seine eigentlichen Heldentaten verschweigen. Heute weiß sie, dass er nur die Wahrheit gesagt hat.

Als die neue, topmoderne Waschmaschine während des Schleudergangs kaputt geht, ist Claudia stinksauer auf Freddie, denn bestimmt hat er wieder einmal etwas in die Maschine gestopft, ohne vorher die Taschen zu leeren. Wütend zieht sie die Wäsche aus der Maschine, doch plötzlich benimmt sich Freddie wie ein Irrer auf Freigang, denn er entdeckt seinen alten grellgrünen Trainingsanzug unter der Wäsche. Claudia hat ihn gewaschen, um ihn in die Altkleidersammlung zu geben. Die nackte Panik steht ihm in den Augen, als er feststellt, dass der Trainingsanzug nicht nur eingelaufen ist, er funktioniert auch nicht mehr. Denn der Trainingsanzug verleiht Freddie übermenschliche Kräfte und macht aus ihm Supermanfred. Zu allem Überfluss zieht auch noch sein Widersacher, der attraktive Superschurke Holger Badmann, in das gleiche Haus und flirtet mit Claudia…

„Doch die FDPler schienen nicht zu merken, was die Stunde geschlagen hatte“, lautet ein Satz in dem Roman Supermanfred von Lars Steffens. Aber mit dem Ausflug der FDP auf der MS Westerwelle erschöpft sich auch schon die Satire in dem Roman. Im Grunde ist die Handlung eine grottenschlechte Beziehungsgeschichte, die weder amüsant, noch unterhaltend ist. Deshalb ist der Autor wohl auch auf die Idee gekommen, den Plot mit ein paar Superhelden aufzupeppen. Schlechter ist die Geschichte durch diesen Klamauk nicht geworden, aber auch nicht besser, nur verrückter. Dass sich für diesen zusammengesponnen Unsinn sogar ein renommierter Verlag gefunden hat, ist erstaunlich. Allerdings wird das Buch Supermanfred von Lars Steffens durch das witzige Cover von Kai Pannen und dem entsprechenden Klappentext auch jede Menge Leser finden, denn das ist bekanntlich eine Sache des Marketings und hat nichts mit der Qualität des Romans zu tun.

Lars Steffens, Supermanfred, Rowohlt Verlag 2013, Taschenbuch, 256 Seiten, ISBN 978-3-499-25955-5, Preis: 8,99 Euro.

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Über den Autor: Michael Petrikowski

Ich lese seit über 45 Jahren Sachbücher aus unterschiedlichen Wissensgebieten und über diverse Themen. Meine große Leidenschaft gehört allerdings der zeitgenössischen Literatur, wobei mein Hauptinteresse den deutschsprachigen Autoren gilt. Erich Maria Remarque, Hans Fallada, Heinrich Böll und Günter Grass, um nur einige Autoren zu nennen, haben mich in meiner Jugend geprägt. Seit 2008 schreibe ich kurze und prägnante Buchbesprechungen über Belletristik sowie über Sachbücher zu verschiedenen Themen.

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