Nachdem sich Insa nach einer Scheidung auch noch mit ihrem Freund Max zerstritten hat, kommt ihr ein Internetangebot gerade recht: An der Côte d’Azur soll sie das Haus von Daniel Richez an Feriengäste vermieten und selbst in einem Nebenhaus auf dem Grundstück wohnen. So nimmt sie das gebuchte Flugticket von Hamburg nach Nizza an und freut sich auf einen schönen Sommer in Villefranche. Doch als sie dort eintrifft, wird sie von Daniels Ehefrau Véronique unfreundlich empfangen. Insa ist verzweifelt, denn sie soll so schnell wie möglich verschwinden und kann ihren Auftraggeber Daniel nicht erreichen.

Auf der Suche nach einer Unterkunft wendet sich Insa an André, den Hausmeister des Studentenwohnheims, in dem sie vor sechzehn Jahren gewohnt hat. Damals hat sie fluchtartig nach einem Streit mit Matthieu, mit dem sie bereits Hochzeitspläne geschmiedet hat, Frankreich verlassen. Zu Insas Überraschung will der Hausmeister seit dieser Zeit einen an sie gerichteten Brief verwahrt haben, in dessen Besitz sie jetzt unbedingt gelangen will. Aber Insa muss sich auch um ihre neue Tätigkeit als Event-Planerin um eine Hochzeit in Èze kümmern, was ihr die Trauzeugin Louise von Schneyderhof nicht gerade leicht macht. Glücklicherweise erhält Insa durch ihre Schwester Jana Unterstützung, die sie immer wieder mit ihrem Einfallsreichtum aufs Neue überrascht. Doch damit nicht genug: Auch Véronique sorgt für Überraschungen, die Insa schwer einschätzen kann. Selbst wenn Insa glaubte, im Hintergrund zu agieren, muss sie am Ende feststellen, dass hinter ihrem Rücken längst Pläne geschmiedet wurden.

Birgit Hasselbusch ist mit Sommer in Villefranche ein flotter, turbulenter und fröhlicher Roman mit ironischen Anspielungen gelungen, der von ihrer Protagonistin in der Ich-Form erzählt wird. Die fühlt sich gehetzt, nachdem alles aus dem Ruder gelaufen ist. Jedem will sie es Recht machen, was natürlich zu Missverständnissen auf allen Seiten führt. So vergnügt sich der Leser auf ihre Kosten und lässt sich von Insa mit auf eine Odyssee nehmen, die sie zu dem vor sechzehn Jahren versandten Brief führen soll. Ihre Suche wird unterbrochen von den Hochzeitsvorbereitungen und Auseinandersetzungen zwischen ihrem eigentlichen Auftraggeber Daniel und seiner Ehefrau Véronique. Auch bei den sich daraus entwickelnden Problemen profitiert Insa von der Kreativität ihrer Schwester Jana, die selbst über ihre Ehe klagt.

Wie der Schriftsteller und Maler Jean Cocteau, der in Südfrankreich eine glückliche Zeit verbracht hat und von dem sich im Roman Zitate finden, ist auch die Liebe der Autorin zu der Gegend unverkennbar, die ihr durch eigenen Aufenthalt bekannt ist. So verwundert es nicht, dass das erwähnte, zwischen Nizza und Monte-Carlo gelegene Welcome Hotel in Villefranche-sur-Mer tatsächlich existiert und auch das nur wenige Kilometer entfernt gelegene Restaurant Château Eza in Èze sowie die Gelateria del Porto im Küstenort Antibes. Der in flüssigem Schreibstil verfasste Roman Sommer in Villefranche von Birgit Hasselbusch bereitet gute Laune und weckt Lust auf einen Urlaub an der südfranzösischen Küste.

Birgit Hasselbusch, Sommer in Villefranche, Deutscher Taschenbuch Verlag 2017, Klappenbroschur, 287 Seiten, ISBN 978-3-423-26122-7, Preis: 14,90 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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