Seine letzte Herrschaft hatte ihn mehr als vier Jahre lang in ihren Diensten behalten, doch als Madame schwanger wurde, hat man ihn entlassen. Nun hat er als Sklave keine Stelle mehr und steht plötzlich allein auf der Welt. Deshalb will er so rasch wie möglich wieder dienen, sich unterwerfen und macht sich auf einschlägigen Sadomaso-Webseiten und in Sadomaso-Szenelokalen auf die Suche. Als ihn auch nach einem knappen Jahr niemand in seine Dienste nehmen will, bietet er sich aus Verzweiflung auf einer Sklavenauktion an.

Tatsächlich wird er von einem Paar für die klägliche Summe von vier Dollar ersteigert. Doch obwohl ihn diese Demütigung ein wenig schmerzt, ist er doch froh, wieder Besitz, alleiniges Eigentum eines Paares zu sein. Nach der Auktion nimmt ihn seine neue Herrschaft im Auto mit und setzt ihn an dem Parkplatz ab, auf dem sein Wagen steht. Wortlos lassen sie ihn stehen und fahren weg. Hatten diese Leute ihn nur zum Spaß ersteigert? Irritiert, wütend und völlig frustriert fährt er nach Hause und geht ins Bett. In der Nacht reißt ihn der schrille Ton seines Handys aus dem Schlaf. Seine neue Herrin teilt ihm die Adresse mit, bei der er sich in exakt zwanzig Minuten einzufinden hat. In freudiger Erwartung dessen, was seine neue Herrschaft mit ihm vorhat, hüpft er hektisch unter die Dusche…

Der Roman SexDiener von Alex Lain ist in einer einfachen Sprache verfasst, der Plot wird chronologisch in Kapiteln unterteilt erzählt und stellt keine hohen Ansprüche an den Leser. Auch einfache Gemüter können der Handlung problemlos folgen. Obwohl mehrmals die berufliche Situation des Protagonisten in die Geschichte einbezogen wird, erfährt der Leser nichts über seine Arbeit, seine Kollegen und Freunde, oder seine Familie. So ist es Alex Lain auch nicht gelungen Charaktere zu entwickeln, die die dünnsinnige Handlung des Romans glaubhaft vermitteln können. Doch immerhin ist löblich zu erwähnen, dass sich alle Beteiligten regelmäßig auf HIV-Erreger und Geschlechtskrankheiten untersuchen lassen müssen, was in Romanen dieses Genres nicht oft der Fall ist. Wer sich durch die 30 Kapitel gelesen hat, der wird auf das im Internet mit einem Gutscheincode kostenlos erhältliche Kapitel „BlindBenutzt“ wohl verzichten. Denn der Ich-Erzähler versteht es, den Leser so zu fesseln, dass er gar nicht wissen will, wie es denn nun weitergeht. Wer gerne einmal wie ein Hund behandelt werden möchte und ekelhaftes Hundefutter verzehren will, oder wer Gefallen daran findet, sich in den Mund urinieren zu lassen, dem wird der Roman SexDiener von Alex Lain sicherlich gefallen, mit Erotik hat das aber nichts zu tun.

Alex Lain, SexDiener, blue panther books 2012, Taschenbuch, 181 Seiten, ISBN 978-3-86277-167-7, Preis: 9,90 Euro.

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Über den Autor: Michael Petrikowski

Ich lese seit über 45 Jahren Sachbücher aus unterschiedlichen Wissensgebieten und über diverse Themen. Meine große Leidenschaft gehört allerdings der zeitgenössischen Literatur, wobei mein Hauptinteresse den deutschsprachigen Autoren gilt. Erich Maria Remarque, Hans Fallada, Heinrich Böll und Günter Grass, um nur einige Autoren zu nennen, haben mich in meiner Jugend geprägt. Seit 2008 schreibe ich kurze und prägnante Buchbesprechungen über Belletristik sowie über Sachbücher zu verschiedenen Themen.

2 Kommentare

  1. Reinhard Gerstner

    Ich habe keine Ahnung warum der Verfasser dieses Artikels der Meinung ist, für mich – als Leser – sprechen zu können, ich hab ihm weder die Erlaubnis erteilt, noch gehe ich mit ihm in seiner Meinung konform. Ich persönlich finde dieses Buch sehr wohl empfehlenswert, vor allem für Menschen die mit dieser Materie vertraut sind. Dies erklärt wohl auch den Erfolg dieses Werkes. Geschmäcker sind gottseidank verschieden und so bleibt eine Kritik immer was sie ist: die Meinung eines einzelnen.

  2. „Ich habe keine Ahnung…“, dem kann ich nur beipflichten. Unseren Lesern ist natürlich völlig klar, dass eine Rezension eine subjektive Beurteilung darstellt.

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