Das Buch Und wie wir hassen!* ist eine Anthologie mit Hetzreden, die an Absurdität und Eigentümlichkeit kaum zu überbieten sind, für das die Herausgeberin Lydia Haider fünfzehn Autorinnen gewinnen konnte. In zwei Geschichten werden ohne erkennbaren Zusammenhang Dinge benannt, gegen die eine Person abgrundtiefen Hass empfindet. Jemand stellt in einem Brief an eine Jury mit Bedauern fest, dass die Erwartungen des Literaturgerichts nicht erfüllt werden können, während jemand anderes einen Brief von einer Person erhält, die sich für ein Genie hält. Eine Mutter verachtet ihren mittlerweile zwanzigjährigen Sohn zutiefst, einem Tagebuch wird all das anvertraut, was dem Schreiber missfällt, und in Gedichtform macht ein Mensch in vier Teilstücken, die sich über das Buch erstrecken, auf die Ungerechtigkeiten in dieser Welt aufmerksam.
Eine Geschichte handelt von den Erinnerungen an die Schulzeit. Eine Person schreibt über vier Zumutungen samt einem Nachschlag, eine andere klagt Wichtigtuer, Dummschwätzer, Vollpfosten und alle an, die sich in diese Liste einreihen können.
Ein junges Paar verbringt einige Tage in Las Vegas. Noch berauscht vom letzten Abend wacht Lisa in einem Hotelzimmer auf. Es fällt ihr schwer, einen klaren Gedanken zu fassen. Sie erinnert sich daran, Mojito getrunken zu haben, aber auch daran, dass sie nicht so viel trinken wollte, da sie mit ihrem Freund nach Hause fliegen muss. Doch wo bleibt Tom? Ihr Reisepass scheint auch nicht im Zimmer zu sein. Sie kann kaum aufstehen und ihr fehlen zwölf Stunden, die einfach aus ihrem Gedächtnis gelöscht sind. Irgendjemand muss Drogen in ihren Drink gemischt haben. Hat Tom ihr die Drogen untergemischt? Sie muss sich aufraffen und ihn finden. Hat er das Geld für den Rückflug verspielt? Oder ist er bei einer anderen? Immerhin hat er sie schon einmal betrogen. Nach ihrer ergebnislosen Suche stellt sie mit Entsetzen fest, dass ihr nur noch dreißig Minuten zum Packen und Duschen bleiben, bevor sie sich auf den Weg zum Flughafen machen muss.
Im Leben des namenlosen Protagonisten des Romans
Michael Klemsch kann ein Lied davon singen, wie er über Jahrzehnte immer wieder erfolglos versucht hat, dauerhaft Gewicht zu verlieren. In seinem autobiografischen Buch
Aidan Ignis arbeitet als Journalist bei einem Verlagshaus in Kreuzberg, wo er auch Hannah kennengelernt hat. Er führt mit ihr eine offene Beziehung und lebt sowohl mit ihr, als auch mit Cherry und Sam zusammen. Sie lieben es, auf Partys zu gehen, Drogen zu konsumieren und teilen die Vorliebe für die Berliner BDSM-Szene. Für das Wüstenfestival Favilla in Nevada baut Aidan in seinem Keller einen Drachen aus Esche, der dort in Flammen aufgehen soll. Als es für ihn mit einem unbefristeten Vertrag beruflich aufwärts geht, ist Hannah verärgert, da sie sich schon seit längerem als Anwärterin auf diesen Posten gesehen hat. Der Ärger führt zu einer Beziehungspause, doch kann Aidan diese Lücke schnell mit Bill besetzen, den er auf einer Party im Wald kennengelernt hat.
Ein junger Mann reist im Auftrag von Professor Lavie in seinen Heimatort zu seinem Großvater, um in dem Gebirgsdorf Weng die Überschneidungen des Lebensweges seiner Großeltern mit dem eines Literaten zu ergründen, der einen skandalträchtigen Roman über das Dorf geschrieben hat. Der junge Mann soll vor Ort alles schriftlich aufzeichnen, die Begegnungen und Gespräche sowie seine Gedanken und die Erzählungen seines Großvaters, der ihm von der Zeit des Krieges und den Einheimischen berichtet. Als ihn sein Enkel auf den Schriftsteller und dessen Roman anspricht, reagiert der Großvater empört und behauptet, das Buch würde nur Lügengeschichten enthalten. Um mehr über jenen Autor zu erfahren, holt der junge Mann Erkundigungen im örtlichen Museum ein. Er besucht Lesungen und eine Podiumsdiskussion, nimmt an einer Tagung teil, unternimmt Wanderungen und begleitet seinen Großvater immer wieder zum Gottesdienst. Außerdem trifft er auf seine Jugendliebe Julia, wobei er besonderes Interesse an dem Schicksal ihres in einem Armenhaus untergekommenen und später verschwundenen Urgroßvaters zeigt.