Neben einem Brief finden sich in dem Buch Mama hält mich fest, wenn ich lache* zwölf Kurzgeschichten von Peter Coon: Ein Sohn zieht aus, um sich eine eigene Burg zu bauen, wobei er sich wider aller gut gemeinten Ratschläge durchsetzt. Auf ein Abenteuer versprechendes Date freut sich ein Mann und eine Frau weiß nach vielen Jahren endlich die richtige Antwort auf die Frage, wann sie zurückkommt. Neben einem Beweise sammelnden IT-Techniker werden auch sämtliche Mitarbeiter von ihrem Chef ausspioniert, ein behindertes Mädchen genießt den Spaß im Wasser und ein Flüchtling aus Somalia hätte so einiges zu erzählen, was jedoch niemand hören will.
Während eine Frau enttäuscht ist, weil sich ihre mit einem Foto-Shooting verbundenen Hoffnungen nicht erfüllen, hat für einen Mann der Einkauf im Supermarkt nicht vorhersehbare Konsequenzen. Nachdem alle Bäume starben und es keine Luft mehr zum Atmen gab, bevölkern die Bewohner einen neuen Planeten. Ein Mann trifft seine Frau wieder, die ihn verlassen hat, ein Arzt wird von seinem Sohn an einer Ampel wartend wiederholt gefragt, ob er nicht helfen kann und mittels eines „Fantasy-Namens-Generators“ erschafft sich eine Herrin neue Helden.
weiterlesenMama hält mich fest, wenn ich lache von Peter Coon
Peter Coon stellt in seinem Buch „Weltfrieden ist aus“ fünfzehn Erzählungen vor, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da äußert Herr Schulte beim Bäcker einen ungewöhnlichen Wunsch, während jemand anderes von einer ungewöhnlichen Krankheit heimgesucht wird und ebenso ungewöhnlich ist eine Beziehung zwischen Caro und Leander. Anna steht mächtig unter dem Einfluss ihrer Freundin Kerstin, die im Gegensatz zu ihr bereits reichlich Erfahrungen mit Männern gesammelt hat, und Astrid bittet aus gutem Grund Fremde, für sie am Automaten Geld abzuheben. In Ankara kann ein junger Mann im Jahr 1925 die neu erlassenen Kleidervorschriften nicht akzeptieren, ein anderer traut sich nicht aufzubegehren, weil ihn seine Angst zu sehr lähmt, und vom Wunsch beseelt ist jemand, so mutig wie der 1961 nach dem Bau der Mauer über eine Stacheldrahtrolle gesprungene Soldat Conrad Schumann zu sein.
Peter Coon beginnt seinen Erzählband mit einer Geschichte, in der es um die Verarbeitung oder besser Nicht-Verarbeitung eines Erlebnisses von Karl geht, der das Unglück in Ramstein mit dem Absturz von drei Kunstflugmaschinen im August 1988 miterlebt hat und den die Erinnerungen daran regelrecht verfolgen. Weiter geht es mit Lena und Lukas, die sich in einem Dunkelrestaurant kennengelernt haben. Nach vielen Gesprächen lädt Lena ihren neuen Freund zu sich nach Hause ein, doch auch dort treffen sie in völliger Dunkelheit aufeinander, wogegen sich im Verhalten von Elsa und Paul viele Paare wiedererkennen dürften, die schon längere Zeit zusammenleben. Die beiden beratschlagen, ob sie am Abend lieber gemeinsam lesen oder spielen sollen, oder doch eventuell besser fernsehen.