Im Januar 1860 begibt sich Jakob Wyssler auf die Suche nach einer Wohnung für seine schwangere Frau Verena und die drei Kinder. In seiner Not erbittet er bei Res Schlatter eine Unterkunft, der bei allen als mürrischer Geizkragen gilt, mit dem niemand auskommt und der seine drei Schwestern, wie auch seinen Vater aus dem Haus getrieben haben soll. Widerwillig stimmt Res, ein Vetter von Verena, zu und gibt Jakob Geld für den Kauf von zwei Ziegen mit. Erst Wochen später kommt dieser mit seiner Familie auf dem Schafberg im Emmental an, jedoch ohne die Ziegen, da er das Geld zum Begleichen seiner Schulden brauchte. Obwohl alle hungrig sind, wird ihnen in der vernachlässigten und verdreckten Stube nichts angeboten.

Jakob findet weder bei der Eisenbahn, noch als Schuhmacher eine Arbeit und Res überlässt ihnen nur einen steinigen Boden für das Setzen der Saatkartoffeln, die Verena von ihrer Schwester Magdalena als Leihgabe erhält. Trotz der Arbeiten, die Verena und Annelies, die älteste Tochter, für Res verrichten, wächst der Familie der Schuldenberg über den Kopf. Res hält Abmachungen nicht ein und entlohnt sie nicht ehrlich. Lebensmittel lässt er lieber verderben, als sie den Hungernden anzubieten. Ein Jahr später spricht Jakob mit Dorfbewohnern über das unmenschliche Verhalten von Res und man ist sich einig, dass der Alte eine Abreibung verdient hätte. Weiterlesen »

Anais und ihr Bruder Bruno leben zwar bei ihrer Mutter, doch verbringt Maria, die als Tänzerin in der Bar von Fred arbeitet, wo sie von Männern an der Stange bewundert wird, nur wenig Zeit mit ihren beiden Kindern. Bei Bedarf kümmert sich die Nachbarin Frau Wendeburg um sie. Während Anais, die für ihren Mitschüler Peter schwärmt, alles hinterfragt, führt Bruno dauernd ein großes Buch über die Brücken der Welt mit sich, ist wortkarg und antwortet nur einsilbig. Von Zeit zu Zeit erkundigt sich ein Mitarbeiter des Jugendamtes, ob es ihnen gut geht und sich ihre Mutter um sie kümmert. Denn in der Schule macht man sich Sorgen, weil die Kinder nicht zum Unterricht erscheinen.

Immer ist alles schön, redet sich Anais ein und hofft, dass tatsächlich eines Tages alles gut wird. In ihrer Fantasie erträumt sie sich eine Welt nach ihren Vorstellungen und Wünschen. Auch ihre Mutter Maria hatte einst den Traum von einem glücklichen und harmonischen Familienleben. Sie wurde schwanger, heiratete den Vater, einen Studenten, der jedoch zu ihrer Enttäuschung ständig in seinem Arbeitszimmer verschwand. Auf das Kind konnte sie sich nicht freuen, obwohl ihre Freundinnen sie darum beneideten und der Vater meinte, ein Kind bedeute Glück. Eines Tages verlangte er die Scheidung, weil eine Andere ein Kind von ihm erwarte. Für Maria ging das Leben weiter, sie wurde ein zweites Mal schwanger und nahm die Arbeit in Freds Bar auf, wo sie viel zu viel rauchte und trank. Weiterlesen »

In dem schweizerischen Uhrendorf Saint-Imier schließen sich Zehn unbekümmerte Anarchistinnen zusammen, die von der Hoffnung auf den Sieg einer proletarisch-sozialistischen Revolution getragen werden, wie sie von der Pariser Kommune propagiert wird. Sie kämpfen für ein selbstbestimmtes Leben, das sie nicht so weiterführen wollen, wie es die Veränderungen des industriellen Aufschwungs vorsehen. Zunächst wandern nur Colette und Juliette nach Amerika aus, von deren Tod die Zurückgebliebenen jedoch bald erfahren. Trotz aller Zweifel glauben Valentíne und ihre Schwester Blandine, Jeanne, Lison, Émilie, Adèle, Mathilde und Germaine den Versprechungen der Werber und gehen 1873 mit ihren neun Kindern an Bord eines Schiffes, das sie nach Punta Arenas in den Süden von Chile bringen soll.

Die Frauen müssen mit ansehen, wie Deportierte der Pariser Kommune an Bord in Käfigen eingesperrt werden und müssen sich vor Plünderungen in Acht nehmen. Émilie verstirbt als Erste bei der Niederkunft eines Kindes. Am Ziel angekommen, führen die sieben verbliebenen Frauen ein beschwerliches Leben und können sich mit der Gründung einer Bäckerei und einem Uhrmacherladen gerade so über Wasser halten. Bevor sie ihre Reise entlang der chilenischen Küste zur Insel Juan Fernandez fortsetzen, verabschieden sie sich von Jeanne, die zurück bleibt. Weiterlesen »

Unter dem Stichwort „Geldwäsche“ erfährt man auf Wikipedia, dass die Zahl der ungelösten Fälle von nur 26 im Jahr 2004 auf 814 im Jahr 2011 gestiegen ist und dass nach einer Schätzung aus dem Jahr 1999 zwischen zwei und fünf Prozent des globalen Weltbruttoinlandsprodukts aus illegalen Quellen stammen sollen. Barbara Lutz hat sich in ihrem Kriminalroman Russische Freunde den Machenschaften illegaler Finanzgeschäfte gewidmet.

In die Wohnung von Juri Salnikow, einem in Bern lebenden russischen Studenten, wird eingebrochen. Ilka Kovacs, die sich mit Aushilfsjobs über Wasser hält, wohnt genau unter ihm und entdeckt in einer Abstellkammer des Hausflurs einen Koffer von Juri. Sie nimmt einen sich darin befindlichen USB-Stick in düsterer Vorahnung an sich, da Juri verschwunden ist. Eine Woche später wird auch in ihre Wohnung eingebrochen, doch wird außer dem Koffer nichts entwendet. Da erreicht Ilka eine Karte ohne Absender aus Leukerbad, die sie als einen Hilferuf von Juri interpretiert. Doch jegliche Hilfe kommt zu spät, da Juri tot im Schwimmbad in Leukerbad aufgefunden wird. In seiner Wohnung, zu der sie Zugang hat, findet sie sein Handy und beschließt, auf eigene Faust den rätselhaften Tod ihres Nachbarn aufzudecken. Weiterlesen »

Die ehemalige Turniertänzerin Alice Maag hat vor zwei Jahren ihre Tanzschule Ballero aus Altersgründen aufgegeben. Sie tauscht häufig Mails mit ihrem früheren Tanzpartner Martin, den sie über fünfzig Jahre kennt, der schwul ist und heute mit seinem Freund Pong in Thailand einen kleinen Laden betreibt. Alice hört im Radio regelmäßig das Wunschkonzert, denn sie möchte gerne Nochmal tanzen. Unerwartet meldet sich Alexander Seibt ein Hörer, der ihren Musikgeschmack teilt. Nachdem Alice über den Radiosender zu ihm einen Kontakt herstellen konnte, setzt sie sich in einen Zug um ihn zu treffen.

Während der Fahrt trifft Alice auf die Gymnasiastin Fleur, deren Eltern sich getrennt haben und die alleine bei ihrer Mutter lebt. Fleur machen die Probleme in der Schule zu schaffen und sie möchte unbedingt die Aufnahmeprüfung an der Kunsthochschule bestehen. Alice erzählt Fleur von ihrem Date, was diese angesichts des Alters von Alice sehr verwundert. Das Mädchen erinnert Alice an ihre ehemaligen Tanzschüler und als sie von ihrem Hobby, der Fotografie, erfährt, bittet sie Fleur um den Gefallen, sie zu fotografieren. Trotz des Altersunterschiedes kommen sich die beiden Frauen näher. Fleur hilft Alice beim Ordnen ihrer Dokumente auf dem Computer und kann sie überreden, bei einer Theatergruppe am Gymnasium mitzuwirken. Weiterlesen »

Nach Angabe des Statistischen Bundesamtes gab es im Jahr 2009 in Deutschland 11634 Pflegeheime in öffentlicher, freigemeinnütziger und privater Trägerschaft mit insgesamt 845007 verfügbaren Plätzen. In Anbetracht der demografischen Veränderungen im Hinblick auf die Lebenserwartung ist davon auszugehen, dass weitere hinzukommen. Die Autorin Daniela Kuhn hat mit zwölf Bewohnern, von denen die Jüngste über siebzig und die Älteste fast einhundert Jahre ist, des Altersheims Klus Park in Zürich-Hottingen Gespräche geführt und die Ergebnisse in ihrem Buch Ledig und frei zusammengefasst.

Alle zwölf Befragten verbindet, dass sie nie geheiratet und keine Familie gegründet haben. In diesem Zusammenhang interessierte sich Daniela Kuhn besonders für die Beweggründe, die für ein selbstständiges Leben sprachen und tatsächlich gab nur eine Bewohnerin an, dass sie gerne geheiratet hätte. Die anderen glaubten entweder, durch Kinder zu sehr eingeengt zu sein bzw. haben bewusst auf Kinder verzichtet, um frei zu bleiben. Eine Nonne verzichtete auf Ehe und Familie, weil sie nicht so viel Sorgen wie ihre Mutter haben wollte. Als Grund wurde auch genannt, dass andere Menschen und der Beruf wichtiger als eine Familie waren und insgesamt konnten sich die alleinstehenden Frauen viel eher Reisen gönnen. So haben einige Frauen Flüge in ferne Länder machen können, was zur damaligen Zeit noch zur absoluten Ausnahme zählte. Weiterlesen »

Ermittler Simon Tanner und Kommissar Serge Michel haben es in dem Schweizer Kriminalroman Der Salamander von Urs Schaub gleich mit zwei Fällen zu tun. Jean D’Arcy behauptet, wegen eines Drogenfundes bei seiner Einreise nach Spanien zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden zu sein. Während Tanner ihm die Geschichte abnimmt, ist sein Kollege Michel davon nicht überzeugt. Als Jean D’Arcy an Tanner die Bitte richtet, für ihn einen Koffer aufzubewahren, kommen auch ihm Bedenken, denn schließlich weiß er nicht, was in dem Koffer steckt.

Der Wirt Stocker erzählt Tanner von einem Mord an Heinrich Karst, der schon 27 Jahre zurückliegt und seinerzeit nicht aufgeklärt werden konnte. Stocker wünscht sich eine Wiederaufnahme des Falles, weil sein Vater damals Begünstigter im Testament war. Als Michel von der Geschichte erfährt, beauftragt er die neue Kollegin Lara Wille mit der Aufklärung des Mordes an Heinrich Karst, weil er sowieso keine Aussicht auf einen Erfolg sieht. Andernfalls hat ihr Michel versprochen, sie in seine Abteilung „Leib und Leben“ aufzunehmen.

Die ehrgeizige Lara Wille stürzt sich in ihre Ermittlungsarbeit und kann dabei auf Tanners Unterstützung bauen. Doch schon bald vermuten Tanner, Michel und Lara Wille, dass beide Fälle mit der sektenähnlichen Organisation „Die Gemeinschaft“ zu tun haben. Weiterlesen »

Hintergrund für den spannenden Roman Die Steuersünder von Peter Mathys sind die in jüngster Zeit in die Schlagzeilen gekommenen Steuerhinterziehungen. Von unseren Finanzbehörden wurden CDs mit Daten gekauft, die vertrauliche Kundeninformationen enthalten, was für reichlich Diskussionsstoff gesorgt hat. Die Steuersünder haben in Liechtenstein hohe Geldsummen auf Schwarzgeldkonten angelegt, wodurch dem deutschen Fiskus enorme Einnahmen entgangen sind.

Das Wissen um Die Steuersünder bringt den in der Steuerverwaltung in Basel tätigen Herbert Matter, der mit seinem Leben immer unzufriedener ist, auf den Plan. Seine Geliebte Tanja Goldstein, Assistentin in einer Anwaltskanzlei, gibt ihm die entscheidenden Hinweise, wie er ihren Chef Michael Kellenberger der Steuerhinterziehung überführen kann. Matter unterbreitet ihm ein lukratives Angebot, wie er seine Steuerschuld schmälern kann. Kellenberger geht schließlich auf die Erpressung ein und zahlt die geforderte Summe. Für Herbert Matter läuft alles bestens und er findet in dem EDV-Spezialisten Paul Regenass und dem Arzt Dr. Hubert Huber weitere Opfer, die nicht alle Einkommen korrekt deklariert haben. Auch sie werden von ihm zur Zahlung genötigt. Herbert Matter hat sein Ziel erreicht, trennt sich von seiner Ehefrau Sylvia und will mit seiner Geliebten ein neues Leben beginnen. Weiterlesen »

Helenenplatz, der zweite Roman der Schweizerin Simona Ryser, ist ein modernes Märchen von Menschen, die in der nüchternen Zeit der virtuellen Partnerbörsen auf der Suche nach dem Leben und der großen Liebe sind. Die Autorin verarbeitet auch in diesem Roman Themen, die schon in ihrem ersten Werk Maries Gespenster eine große Rolle spielten.

Die Protagonisten des Romans sind drei Stadtmenschen, die scheinbar ziellos durch die Großstadt streifen, immer auf der Suche nach dem einen Date, das die ganz große Liebe verspricht. Da ist Hanna, die unter dem Burn-out Syndrom leidende Treuhänderin, die der Trostlosigkeit ihres Daseins durch das Klauen von Kleidung und Schminke in Kaufhäusern zu entfliehen versucht. Auf der Suche nach einem Mann bedient sie sich der virtuellen Partnerbörse. Doch jedes Date, das sie online verabredet, verlässt sie fluchtartig, sobald der unbekannte Dating-Partner am Treffpunkt auftaucht. Da ist Sabine, ihre Assistentin, die zunehmend Hannas Aufgaben übernimmt und ihr neue Dates vermittelt, und die selbst davon träumt, der großen Liebe zu begegnen. Und dann ist da Georg, der Gamedesigner, der sich eine Auszeit genommen hat und bei seiner Suche nach einer neuen Partnerschaft auf Hanna trifft. Doch letztendlich finden durch die Vermittlung von Hanna Sabine und Georg zusammen. Weiterlesen »

Isolde Schaad macht es dem Leser mit Robinson und Julia wahrlich nicht leicht. Es ist schwer, den „roten Faden“ zu finden, denn scheinbar gibt es keine Zusammenhänge zwischen den kurz gehaltenen Kapiteln. Diese wechseln zwischen den zwei Frauengestalten Eva und Julia. Eva begegnet uns einmal als Eva mit Adam, mit dem sie schon auf gemeinsam verbrachte Jahrtausende als unverheiratetes Paar zurückblicken kann. So kennt sie weder ihr Alter, noch das ihrer Mitmenschen. Der Paradiesapfel und das Feigenblatt verweisen immer wieder auf die Schöpfungsgeschichte. Obwohl Eva mit Adam zusammenlebt, trifft sie aber auch mit Jean-Paul Sartre in Paris zusammen, in dem sie einen Frauenbeglücker sieht. Ebenso begegnet sie Albrecht Dürer und Martin Luther in Wittenberg, was den Leser etwas verwirrt. Zu Eva und Adam ziehen zwei weitere Frauen, Sheila, der die Vertreibung der Palästinenser am Herzen liegt und Claps, mit der Adam ein Verhältnis beginnt. Eva leidet darunter, wenn Adam die Nächte mit Claps verbringt. Doch im weiteren Verlauf fühlt sie sich selbst von der Konkurrentin sexuell angezogen.

Julia, die in einem Forschungslabor tätig ist, spürt nach der Hochzeit mit dem Sozialfachmann Doktor Robinson schnell die Ernüchterung, die sich im Ehebett vollzieht und möchte ihren Mann mit Simone de Beauvoir bekehren. Weiterlesen »

Seite 1 von 212