Die Hilfskraft Jenny arbeitet in einer Bäckerei und ist Single, was sie nur zu oft bedauert. Da sie sich von dem schlecht bezahlten Job selten einen tollen Abend mit ihrer Freundin Anna leisten kann, begeht sie kleine Diebstähle und macht die Ausbeute über Ebay zu Geld. Als sie eines Tages einen teuren Flakon aus einer Parfümerie stiehlt, wird sie vom Security-Chef des Einkaufszentrums erwischt. Von nun an reißt ihre Pechsträhne nicht ab. Jennys Nerven liegen nicht nur wegen ihrer Oma Käthe blank, die es ebenfalls mit der Ehrlichkeit nicht so genau nimmt, sondern sie muss sich auch noch den immer neuen Fragen von Kriminalhauptkommissar Harald Dennerlein stellen. Erschwerend kommt für Jenny hinzu, dass sie nichts gegen ihre Vermieterin Silvia Probst und auch nichts gegen Tobias Winter unternehmen kann, der sie ständig beobachtet und verfolgt. Mächtigen Ärger steht ihr obendrein mit ihrem Chef ins Haus und selbst mit Anhängern des Tierschutzes muss sie sich auseinandersetzen. Da kommt ihr ein gut aussehender Kunde gerade recht, der sie mit seinem Ferrari auf seine Jacht an die Côte d’Azur einlädt.

Wenn es in dem Saarland-Krimi Pleiten, Pech & Leichen auch tatsächlich Tote zu beklagen gibt, so aber nicht durch vorsätzlichen Mord, sondern vielmehr durch eine Verkettung unglücklicher Zwischenfälle. Schon nach wenigen Seiten verblüfft Elke Schwab den Leser mit einem völlig unerwarteten Geschehen und wartet im weiteren Verlauf mit immer neuen Überraschungen auf. Die rasche Aufeinanderfolge von Ereignissen sorgt dafür, dass das Buch nur ungern aus der Hand gelegt wird, wobei die Autorin die Schlinge für ihre naive Protagonistin, die von einer Panne in die nächste tappt und sich keiner Schuld bewusst ist, immer enger zieht.

Da Jenny von ihren Pleiten, Pech & Leichen in der Ich-Form erzählt, fällt es dem Leser umso leichter, sich in ihre Situation zu versetzen. Natürlich ist das meiste von dem, was Jenny widerfährt, völlig realitätsfremd. Doch strapazieren gerade diese Dinge die Lachmuskeln enorm, wobei Elke Schwab ihrer Fantasie freien Lauf gelassen hat. In einem temporeichen und flüssigen Schreibstil weist sie aber auch auf die schlechte Bezahlung vieler Verkäufer und Absagen aufgrund von Überqualifizierung hin und an anderer Stelle auf die Praktiken von Schlepperbanden, die Frauen zur Prostitution zwingen. Mit Pleiten, Pech & Leichen ist der Autorin ein humorvoller Krimi mit ironischen Untertönen gelungen, bei dem sich der Leser köstlich unterhalten fühlt.

Elke Schwab, Pleiten, Pech & Leichen, Sutton Verlag 2014, Broschur, 248 Seiten, ISBN 978-3-95400-385-3, Preis: 12,99 Euro.

Wie bewerten Sie dieses Buch? schrecklichschlechtdurchschnittlichgutausgezeichnet 7 Stimme(n) | Bewertung 4,57 | Sie müssen sich registrieren, um am Leservoting teilzunehmen.
Loading...

Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

2 Kommentare

  1. Edeltraud Zotzmann

    Ich fand Pleiten, Pech und Pannen sehr amüsant und kurzweilig. Ich gebe dem Buch 5 Sterne!

  2. Ich fand die Fernsehsendung „Pleiten, Pech und Pannen“ auch sehr amüsant und kurzweilig. Ob das Buch „Pleiten, Pech & Leichen“ auch sehr amüsant und kurzweilig ist, kann ich nicht beurteilen, da ich es nicht gelesen habe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.