Für einen Bauernsohn aus den Bergen hat es der Bildhauer Gottfried Moorhammer weit gebracht. Seine Steinskulpturen stehen in bedeutenden Museen und auf vielen Plätzen in den Metropolen der Welt. Doch nun ist er zurückgekehrt auf den ehemaligen Bauernhof im Stodertal, aus dem er ein Refugium der Kunst geschaffen hat. Er arbeitet gleichzeitig an drei Skulpturen aus Marmor, für die ihm seine Geliebte, die junge und schöne Tunesierin Adna, Modell steht. Zu seinem fünfundfünfzigsten Geburtstag möchte Gottfried Moorhammer ein Fest feiern, das er mit seiner Haushälterin Barbara Satzberger nach seinen Vorstellungen geplant hat. Bereits am Vortag sind seine Exfrau Elvira Altmann und seine Tochter Jasmina mit ihrem Freund Clemens aus Wien angereist. Denn Elvira möchte den Aufenthalt nutzen, um die Zeichnungen des Bildhauers für einen Bildband zu fotografieren. Währenddessen verführt Adna Moorhammers Freund, den Kunstförderer Heiner Schweiger, in seiner Salzburger Wohnung und bereitet ihm den Himmel auf Erden. Aber auch der junge Komponist Jens Tillmann hat ein Verhältnis mit der schönen Tunesierin und schmiedet gemeinsame Zukunftspläne.

Am Tag nach dem Geburtstagsfest von Gottfried Moorhammer stellt die sagenumwobene Katharina Moser, die viele Einheimische für eine Berghexe halten, an einer Streuobstwiese ihre Bienenstöcke auf. Dabei entdeckt sie ein Stück oberhalb am Wasserfall eines Wildbachs die Leiche einer jungen Frau, bei der es sich um Adna Sriti handelt. Die Polizei geht von einem Unfall aus, doch einiges spricht auch dagegen. So muss Christina Kayserling von der Kriminalpolizei in Steyr zunächst einmal herausfinden, ob es sich um ein Verbrechen, oder um einen Unfall handelt. Keiner der Anwesenden bei dem Fest hatte das Verschwinden der schönen Tunesierin bemerkt, obwohl sie die begehrlichen Blicke vieler männlicher Gäste auf sich zog.

Einige Situationen in dem Roman Moorhammers Fest von Günter Neuwirth erinnern an einen klassischen Kriminalroman. Ein berühmter Künstler gibt ein Fest, zu dem verschiedene Personen eingeladen sind. Es geschieht ein Verbrechen, das die Vermutung nahelegt, einer der Anwesenden könnte der Täter oder die Täterin sein. Obwohl es sich bei dem Tod der Adna Sriti durchaus um einen Unfall handeln könnte, wittert der Leser sofort einen Kriminalfall und er hat auch schnell einen möglichen Täter ausgemacht. Nun tritt aber nicht ein berühmter Detektiv auf den Plan, sondern Christina Kayserling von der Kriminalpolizei in Steyr, die den Fall jedoch nicht lösen muss. Denn letztendlich ist es der Täter selbst, der die Polizei und damit auch den Leser auf seine Spur bringt. Allerdings bleibt der Kriminalroman bis zum Schluss auch weiterhin spannend und wie im wahren Leben wird nicht alles aufgeklärt.

Günter Neuwirth, Moorhammers Fest, Styria Krimi 2014, Broschur, 333 Seiten, ISBN 978-3-222-13480-7, Preis: 12,99 Euro.

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Über den Autor: Michael Petrikowski

Ich lese seit über 45 Jahren Sachbücher aus unterschiedlichen Wissensgebieten und über diverse Themen. Meine große Leidenschaft gehört allerdings der zeitgenössischen Literatur, wobei mein Hauptinteresse den deutschsprachigen Autoren gilt. Erich Maria Remarque, Hans Fallada, Heinrich Böll und Günter Grass, um nur einige Autoren zu nennen, haben mich in meiner Jugend geprägt. Seit 2008 schreibe ich kurze und prägnante Buchbesprechungen über Belletristik sowie über Sachbücher zu verschiedenen Themen.

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