Micky halbiert sich (nicht) von Michael Klemsch

Micky halbiert sich (nicht)Michael Klemsch kann ein Lied davon singen, wie er über Jahrzehnte immer wieder erfolglos versucht hat, dauerhaft Gewicht zu verlieren. In seinem autobiografischen Buch Micky halbiert sich (nicht) hat er Stationen seines Lebens aufgezeichnet. So war er als Kind, und auch noch als Jugendlicher sportlich und dünn gewesen. Doch mit drei-/vierundzwanzig Jahren setzte eine kontinuierliche Gewichtszunahme ein, die rasch zum ersten Mal die 200 kg Grenze erreichte, was er darauf zurückführt, dass er beruflich bedingt keinen Sport mehr treiben konnte. Der Wiener meldet sich bei der österreichischen Rality-Show „Du bist, was du isst“, beantragt eine Kur und wird Vater eines Sohnes. Mit ihm geht er heute gerne zum Schwimmen und fährt auf einem speziellen, für sein Gewicht ausgelegtes Rad.

Kurzfristig zeitigen alle seine Diäten einen Erfolg, doch der Jojo-Effekt schlägt unbarmherzig zu. Michael Klemsch hilft auch nicht eine Ausbildung zum Ernährungsvorsorgecoach, denn trotz seiner Kenntnisse begeht er beim Essen weiterhin Fehler. Er vermutet, dass die Psyche den „Verstand gekonnt ausspielt“. Dass er besser auf Bier verzichtet, weil es seinen Appetit enorm steigert, weiß er ebenfalls, doch fehlt es ihm an Willenskraft. Er schreibt von Problemen, die bei dem Besuch eines Kinos entstehen und bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, wobei er von verständlichen Ängsten im Zusammenhang mit dem Besteigen eines Flugzeugs spricht.

Seit seiner Kindheit liebt Michael Klemsch das Baden in einem See, er fährt Ski und spielt Golf. Trotzdem hat er bereits dreimal die 200 kg Grenze geknackt und selbst, wenn er zwischendurch rund fünfzig Kilogramm abgespeckt hat, zeigen seine Knie in Form einer Arthrose Verschleißerscheinungen. Sein Leben, so schreibt er, hat als dicker Mensch eine Menge Nachteile: So duscht er sich zwar morgens, kommt im Büro aber wieder verschwitzt an; öffentliche Toiletten meidet er nach Möglichkeit; seine Oberteile zeugen davon, was er mittags gegessen hat.

In nicht chronologischer Reihenfolge reiht Michael Klemsch Stationen seines Lebens in seiner Autobiografie Micky halbiert sich (nicht) aneinander. Der Leser weiß nun, dass er seine Frau, mit der er kurz verheiratet war, bei einem Dating-Portal kennengelernt hat, und dass er unter den Hosenträgern ein Leibchen trägt. Nur wen interessiert das? Millionen Übergewichtige könnten ein Buch über ihre „Erfolgsstory“ schreiben und wie sie sich immer wieder frustriert über zu große Essensportionen hergemacht haben. Die einzigen, wirklich interessanten Fakten nennt der Autor zum einen zu den Ergebnissen einer Lübecker Forschungsgruppe. Deren Zahlen decken sich mit seinen eigenen, denn er hat Buch über seine Ausgaben geführt und kam zu dem Ergebnis, dass Dicksein wirklich auch viel Geld kostet. Aufschlussreich sind auch seine Erläuterung zu einer Extension, einer Gurterweiterung im Flugzeug oder der von Airbus zum Patent angemeldeten „rekonfigurierbaren Passagierbank“.

Michael Klemsch, Micky halbiert sich (nicht), Verlag Kremayr & Scheriau 2019, Hardcover mit Schutzumschlag, 168 Seiten, ISBN 978-3-218-01159-4, Preis: 22,00 Euro.

Bildquelle: Verlag Kremayr & Scheriau

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