Mein Vater, der Mörder von Leo P. Ard

Mein Vater, der MörderMatthias Birchel liegt in einem kleinen Zimmer eines Sterbehospizes in Wattenscheid und hat nur noch eine Woche zu leben. In jungen Jahren war er Fremdenlegionär im französischen Indochina-Krieg und in den letzten Nächten waren die Menschen, denen er Leid zugefügt hatte, alle wieder aufgetaucht. Noch bevor er stirbt, will er der Schwester seines in Vietnam vermissten Kameraden Manfred Rosenbaum etwas über ihren Bruder erzählen.

Der wohlhabende ehemalige Unternehmer Günther Berger hat Birchel in den letzten Tagen täglich besucht, um ihm aus der Zeitung vorzulesen und mit ihm über alte Zeiten zu plaudern. Ausgerechnet auf seiner Geburtstagsfeier, zu der die gesamte Bochumer Lokalprominenz geladen ist, erfährt er vom plötzlichen Tod des alten Kameraden. Der nicht verstorben ist, sondern mit einem Kopfkissen erstickt wurde. Doch warum ermordet jemand einen Sterbenden? Diese Frage stellt sich auch die ermittelnde Hauptkommissarin Sonja Kruse. Ihre Ermittlungen bringen sie auf die Spur des ehemaligen Kameraden Karl Lukowski, der sich nach einem Raubüberfall unter dem Namen Oskar Kern nach Asien abgesetzt hat und in Saigon lebt. Am Tag des Mordes hielt sich Oskar Kern in Bochum auf. Als die Staatsanwaltschaft fordert, einen Schlussstrich unter die Angelegenheit zu ziehen, beschließt die Hauptkommissarin kurzerhand ihren Urlaub zu nehmen und nach Saigon zu fliegen, um an eine DNA-Probe von Oskar Kern zu gelangen.

Zur gleichen Zeit entdeckt der Radiomoderator Frank Berger durch einen Zufall, dass sein Vater als Fremdenlegionär in Vietnam gewesen ist und dort eine Tochter gezeugt hat. Doch für Günther Berger, der diesen Teil seiner Vergangenheit verschwiegen hat, ist diese Episode abgeschlossen. Deshalb beschließt Frank nach Vietnam zu fliegen, um seine Halbschwester zu suchen. Doch in Saigon wartet bereits Oskar Kern auf ihn, der verhindern soll, dass er das Geheimnis seines Vaters lüftet…

In seinem Roman „Mein Vater, der Mörder“ beweist Jürgen Pomorin alias Leo P. Ard, dass ein Kriminalroman, der schon im Titel auf den Mörder hinzuweisen scheint, spannend wie ein Thriller sein kann. Meisterhaft versteht es der Autor, durch verschiedene Handlungsstränge in der Gegenwart und Rückblicke auf das Geschehen in den Fünfzigerjahren, einen Spannungsbogen zu erzeugen, der bis zum Schluss anhält. Der besondere Reiz des Buches ist die fiktive Geschichte der vier deutschen Fremdenlegionäre während der historischen Ereignisse des französischen Indochina-Krieges in Vietnam, in dem 35.000 Deutsche bei der Fremdenlegion bis 1954 im Einsatz waren. Der spannende und informative Kriminalroman, der keine Langeweile aufkommen lässt, ist absolut lesenswert.

Anzeige

Mein Vater, der Mörder von Leo P. Ard

Mein Vater, der Mörder
Grafit Verlag 2010
Taschenbuch
278 Seiten
ISBN 978-3-89425-375-2

Bei amazon.de bestellen

Bildquelle: Grafit Verlag
PGltZyBsb2FkaW5nPSJlYWdlciIgc3JjPSJodHRwczovL3NzbC12ZzAzLm1ldC52Z3dvcnQuZGUvbmEvZTYzYWFmMDIyNTg1NDA0Nzk0MzgyODRmNTQ3NWQ5MmIiIHdpZHRoPSIxIiBoZWlnaHQ9IjEiIGFsdD0iIj4=