Max und Pauline besuchen die dritte Klasse. Beim Judo haben sie es endlich bis zum weiß-gelben Gürtel geschafft und dürfen am nächsten Wettkampf teilnehmen. Auf dem Nachhauseweg vom Training finden sie ihren Freund Nico verletzt auf einer Bank. Für Max ist schnell klar, dass sich Nico vor den Karatekämpfern Ben und Timo verstecken wollte. Weil Nico jetzt sogar Angst hat, alleine zur Schule zu gehen, holen ihn Max und Pauline am nächsten Tag von zu Hause ab. Auf dem Schulweg lauern ihnen Ben und Timo auf. Die Lehrerin Frau Geisburg kommt hinzu und kann Schlimmeres verhindern. Aber bei der anschließenden Anhörung lügt Ben, womit Aussage gegen Aussage steht.

Als Max nach der Schule mit aufgeschürften Händen und kaputter Jacke nach Hause kommt, hält ihn seine Mutter für einen Schläger und verbietet ihm, weiterhin zum Training zu gehen. Max fühlt sich ungerecht behandelt und weint, weil er dann auch nicht mehr am Wettkampf teilnehmen kann. Zum Glück kann Pauline Max’ Mutter mit einer Erklärung von seiner Unschuld überzeugen. Sogar Nico kommt zum Training mit, was sein Selbstbewusstsein stärkt. Doch als Max seinen Widersacher Ben im Gegenzug dafür, dass dieser Nico in Zukunft in Ruhe lässt, als Gegner beim Wettkampf akzeptiert, wird ihm doch etwas flau im Magen.

Das Kinderbuch Max und der faire Wettkampf von Christian Tielmann ist bereits der sechste Band einer Reihe um spannende Abenteuer, die Max mit seinen besten Freunden Pauline und Nico und nicht immer zu seiner Freude auch mit Ben und Timo erlebt. In dieser Geschichte gibt es keine fantastischen Reisen mit einem wie auch immer erdachten Flugkörper, es gibt keine Zauberer oder Feen und auch keine übersinnlichen Phänomene. Sondern der Autor beschreibt eine realistische Situation, wie sie fast jedes Kind kennt. Auch wie die Mutter beim Anblick der kaputten Jacke von Max reagiert und direkt ein Verbot ausspricht, dürfte den meisten nicht fremd sein. Um so mehr werden sie mit Max leiden, dem erst die Lehrerin nicht glaubt und später seine Mutter.

Christian Tielmann legt Wert auf eine von den Kindern nachvollziehbare Geschichte, aus der sie auch etwas lernen können. In Max und der faire Wettkampf geht es um Fairness und darum, wie ein Streit am besten gelöst werden kann, damit er nicht eskaliert. Die jungen Leser erfahren außerdem, dass Judo nicht wie Karate ein Kampfsport ist und sich die Gegner deshalb verbeugen, um dem anderen ihren Respekt zu erweisen. Aber auch die hierarchische Reihenfolge der Gürtel wird erwähnt und dass man sich vor dem Training die Füße waschen sollte. Wie für ein Kinderbuch zu erwarten ist, finden sich auch hier sehr zahlreiche und aussagekräftige Illustrationen von Sabine Kraushaar, die mit ihren Zeichnungen sehr treffend die Stimmungslage der Kinder eingefangen hat. Ein rundum sehr schönes Buch für Kinder ab sieben Jahren.

Christian Tielmann, Max und der faire Wettkampf, Carlsen Verlag 2014, Hardcover, 96 Seiten, ISBN 978-3-551-65136-5, Preis: 7,99 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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