In dem Rezeptbuch Marmeladen-Verführung von Wolfgang K. Buck und Kerstin Hohendorf werden wir mit ausgefallenen Ideen vom Marmeladeur versorgt. Für die herzustellenden Marmeladen werden nicht nur die Früchte verarbeitet, die uns allen nur zu gut aus den Kaufhausregalen bekannt sind. Sondern hier werden auch Spargel, Paprika oder Zucchini zu Marmelade verwandelt. Zum Einsatz kommen Kräuter wie Lavendel, Thymian, Minze, Bärlauch, Estragon oder Rosmarin. Natürlich in frischer Qualität! Verfeinert wird mit Weißwein, Sherry, Rum, Spätburgunder, Cognac, Prosecco, Birnenschnaps, Amaretto oder sogar Glühwein. An Gewürzen finden Zimt, Muskat, Kurkuma, Curry und selbst Lebkuchengewürz Verwendung. Und ebenso fehlt auch nicht der weiße Balsamico-Essig.

Für einige Rezepte werden aber auch Raritäten wie Ebereschenmark, Kumquats, Limquats, Pomelofruchtfleisch und Efeu-Gundermann-Spitzen benötigt. Lauter Namen, die den meisten Hausfrauen (oder sollte man besser auch sagen: Hausmännern?) nicht geläufig sein werden. Und ebenso stellt sich die Frage, wo diese Zutaten käuflich erworben werden können, denn darauf geben die Autoren keine Antwort.

Es werden aber genaueste Anweisungen gegeben, welche Gegenstände benötigt werden und auch, wie die Früchte, Kräuter etc. verarbeitet werden sollen. Ob sie nun fein gehackt Verwendung finden oder durch einen Fleischwolf gedreht werden sollen. Dass darauf geachtet werden soll, dass alles gut durchgerührt werden muss oder ob die Masse noch ziehen soll. Auch findet sich oftmals der Hinweis, dass man Vorsicht beim Aufschäumen walten lassen muss.

Die Rezeptesammlung ist aufgeteilt nach Monaten, in denen die jeweiligen Früchte Saison haben. Wobei darauf hingewiesen wird, dass sie durchaus auch eingefroren und so nach Bedarf das ganze Jahr über zu Marmelade verarbeitet werden können. Was die Haltbarkeit der Leckereien anbelangt, so findet sich zwar der Hinweis, dass der Gelierzucker 2:1 auch den bedenklichen Konservierungsstoff Sorbinsäure enthält. Doch ist es deshalb umso unverständlicher, dass bei allen Rezepten ausgerechnet dieses Verhältnis empfohlen wird. Denn es geht ja auch mit dem Zuckerverhältnis 1:1 ohne Konservierungsstoffe.

Bei fast allen Rezepten wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass nach dem Befüllen der Gläser diese nicht auf den Kopf gestellt werden sollen. Leider findet sich auch dazu keine Erklärung, warum das unterbleiben soll. Denn es ist durchaus eine Vorsichtsmaßnahme, um einer Schimmelbildung vorzubeugen.

Marmeladen-Verführung von Wolfgang K. Buck und Kerstin Hohendorf wird ergänzt durch viele großformatige Fotos von Christine Becker. Praktisch ist auch die Bindung in Form eines Ringbuches, das sehr nützlich bei der Arbeit, sprich beim Marmelade kochen, sein kann. Insgesamt macht die „Marmeladen-Verführung“ Lust zum Ausprobieren und beim Anblick der sicher schmackhaften Ergebnisse läuft einem schon das Wasser im Mund zusammen!

Wolfgang K. Buck und Kerstin Hohendorf, Marmeladen-Verführung, Hinstorff Verlag 2011, mit Fotos von Christine Becker, Hardcover mit Spiralbindung, 80 Seiten, 33 Farbfotos, 16,5 x 24 cm, ISBN 978-3-356-01447-1, Preis: 12,95 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

1 Kommentar

  1. Herr Buck selbst hat die Fragen beantwortet und werden an dieser Stelle wiedergegeben:

    „sicherlich ist für manche der efeu-gundermann nicht sehr bekannt im zuammenhang mit dem dazugehörigen rezept *wiesen-rain* erkennt man aber, es handelt sich ein wildkraut und wächst in fast jedem hausgarten. kumquats, limquats und pomelos sind sogar in den obstabteilungen guter lebensmittelmärkte ( z.b. .edeka neukauf) vorhanden. ebereschenmark ist eine wildfrucht die z.z in fast jedem park oder in der freien natur zufinden sind.

    seit jahren verarbeite ich den gelierzucker 2:1, der, weil der zucker ja fehlt einen lebensmittelrechtlich unbedenklichen konservierungsstoff enthält. ich mag es nicht so süß, viele meiner kunden auch nicht. und wer es mag , kann ja den 1:1 zucker verwenden.
    (siehe mein 1. buch **marmeladenträume**, dort ist im anhang sehr viel zu diesem thema beschrieben.)

    die vorsichtsmaßnahme um schimmelbildung zuvermeiden, gläser auf den kopf zustellen, kann ich in keinster weise teilen. wir verwenden jetzt alle den sogenannten ‚twist-off deckel‘. dieser hat eine innengummierung im rand. in ein sauberes, ausgekochtes glas füllen wir die kochend heiße marmelade, schrauben den sauberen, nicht beschädigten deckel drauf und lassen es abkühlen. fertig

    das resultat: wir haben vacuum im glas und keine schimmelbildung.“

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