In dem neuen Band Koslowski und der Skorpion fühlt sich Rechtsanwalt Jörg Wollmeier bedroht und wendet sich deshalb Hilfe suchend an seine Kollegin Britta Craven, die ihn an den privaten Ermittler Koslowski vermittelt. Doch noch ahnt der keinen Zusammenhang zwischen diesem Auftrag und dem Mord an dem pensionierten Polizeibeamten Günter Statmann. Staatsanwalt Hans-Joachim Hollendorf, der leitende Ermittlungskommissar Hans-Werner Brehm sowie seine Kollegen Walfried Eugelink, Steffi Krämer, Ronny Liebach und Jan Sawer stehen genau wie Koslowski, der als Berater hinzugezogen wurde, vor einem Rätsel. Denn immer wieder stoßen sie, wie auch bei einem weiteren Mord im entfernten Antalya, auf Zeichnungen eines Skorpions.

Bei Koslowski meldet sich eines Tages eine junge Frau, die vorgibt, seine Tochter zu sein und die sich bei ihm einquartiert. So bleibt ihm nichts anderes übrig, als auch noch sein Privatleben zu ordnen, während ihm der Fall immer mehr Kopfzerbrechen bereitet. Kriminaloberkommissar Jürgen Meerkötter entdeckt schließlich eine Verbindung von Wollmeier und Stratmann, die zu dem Zuhälter Karl-Heinz Mutzke führt. Aber erst ein Vogelkundler gibt den ermittelnden Beamten einen entscheidenden Hinweis und Koslowski wird den Gedanken nicht los, etwas Entscheidendes übersehen zu haben. Völlig überraschend trachtet ihm ein Motorradfahrer nach seinem Leben und ein Beamter verschwindet, was Anlass zu Spekulationen gibt.

Wer könnte besser Kriminalromane schreiben als ein waschechter Polizeibeamter? Joachim H. Peters weiß genau, wie es in der Praxis zugeht und präsentiert mit Koslowski und der Skorpion wieder einen spannenden und fesselnden Krimi. Wie schon in Ruhe sanft, Koslowski überrascht er den Leser auch dieses Mal mit nicht vorhersehbaren Wendungen. Indem er Sven Plöger auf WDR 2 den Wetterbericht ansagen lässt, vermittelt er dem Leser ein Gefühl von realem Geschehen. In einem für Joachim H. Peters typischen Erzählstil stellt er immer wieder neue Handlungsorte und Personen vor, was vom Leser eine erhöhte Aufmerksamkeit erfordert. Erst allmählich laufen die Fäden zu einem sinnvollen Ganzen zusammen.

Der Autor macht auf das Schicksal vieler Frauen aus Osteuropa und Asien aufmerksam, die mit falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt und schließlich mit Gewalt und Drogen gefügig gemacht werden. Er zeigt auf, wie schnell eine Annahme als sicher gilt und sie sich dank der genialen Kombinationen von Koslowski als falsch erweisen kann. Der Roman kann aber auch durch die Fahrten des Protagonisten mit viel Lokalkolorit punkten, wenn dieser in der Gauseköte, einer Passhöhe im Lipperland oder in der Senne, einer bedeutenden Heidelandschaft in NRW unterwegs ist. Die Lippische Landeszeitung existiert tatsächlich und auch das Gymnasium Leopoldinum sowie das Bistro Knispel und Café Schokolade in Detmold. Aber auch das Haus Tenk und die beiden Cafés Schwarte und Stilbruch gibt es in Gladbeck. Lediglich das erwähnte „Gladbecker Tageblatt“ wird schon seit über einem halben Jahrhundert nicht mehr gedruckt. Freunde der „Koslowski-Krimis“ dürfen gespannt sein, welchen Auftrag der toughe Ermittler und Hamit Urusaew, der die interessanten Titelbilder für die Romane zeichnet, als nächstes erhält.

Joachim H. Peters, Koslowski und der Skorpion, Verlag Topp + Möller 2013, Papperback, 269 Seiten, ISBN 978-3-936867-46-6, Preis: 11,20 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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