Molden, der sich vor acht Jahren als Privatdetektiv niedergelassen hat, wird von Ruth Bromkamp beauftragt. Es geht um die vor einer Woche mit durchgeschnittener Kehle aufgefundene Leiche einer Studentin. Wie Molden bereits bekannt ist, hält die Polizei einen psychisch kranken Mann für den Tatverdächtigen. Doch, so erfährt er von Frau Bromkamp, hätte ein anonymer Anrufer ihren Sohn Jürgen des Mordes beschuldigt. Auch wenn die Polizei längst von seiner Unschuld überzeugt ist, bittet sie Molden, diesen Anrufer für sie ausfindig zu machen. Der Detektiv zeigt aber auch noch an einer ganz anderen Sache Interesse. Durch einen Zwischenfall in einer Tiefgarage lernt er die attraktive Greta Sommer kennen. Dumm ist nur, dass sie verheiratet ist.

Nachdem Molden von Ruth Bromkamp eine Liste mit möglichen Verdächtigen erhalten hat, wendet er sich an Kriminalhauptkommissar Rolf Dormischatt mit der Bitte, den aufgezeichneten Anruf mit der Beschuldigung anhören zu dürfen. Bei seinen weiteren Recherchen ahnt er nicht, wie nah er dem Mörder bereits auf den Fersen ist, der den Ermittlern zwei weitere Opfer präsentiert hat: Wie schon bei der Studentin wurden sie nicht vergewaltigt und weisen Fesselungsspuren an Händen und Füßen auf. Der einen wurde die Kehle durchgeschnitten und die andere mit einer Plastiktüte erstickt.

Klaus Schuker hat sich für seinen Psychothriller Kontrolle. Macht. Tod. nicht nur mit zwei oder drei Handlungssträngen begnügt. Etwa bis zur Mitte des Buches tauchen in den Kapiteln immer neue Personen auf, die er dem Leser auch noch ausführlich vorstellt, obwohl sie häufig für den weiteren Handlungsverlauf keine Bedeutung mehr haben. Aber gerade durch diese Abschnitte, die sich mit Absicht in die Länge ziehen, spannt der Autor den Leser auf die Folter. Denn im Gegensatz zu Molden und den Kriminalbeamten weiß er von allen Vorbereitungen der drei Morde und auch von der krankhaften Neigung des Mörders, seine Opfer nicht nur in seine Gewalt zu bringen, sondern sie vollkommen kontrollieren zu wollen. Er muss ihre Angst spüren, nur das beschert ihm mehr Befriedigung als sie zu vergewaltigen. Zu den Qualen, die er seinen Opfern bereitet, steht sein ausgesprochen höflicher Umgangston im krassen Widerspruch.

Wer sich hinter dem anonymen Anrufer verbirgt, ist nicht nur für Molden eine Überraschung, der ohnehin manchmal glaubt, ihm würde jemand einen Streich spielen, weil nichts so zu sein scheint, wie es aussieht. Als für den Detektiv der Fall schon geklärt ist, freut er sich auf einen schönen Abend. Doch da hat er sich zu früh gefreut, womit der spannende Psychothriller Kontrolle. Macht. Tod. noch einmal eine dramatische Wendung erfährt.

Klaus Schuker, Kontrolle. Macht. Tod., Fabulus Verlag 2016, Klappenbroschur, 271 Seiten, ISBN 978-3-944788-31-9, Preis: 16,95 Euro.

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Über den Autor: Beatrix Petrikowski

Das Lesen gehört seit jeher zu meinen Hobbys. Besondere Vorlieben hat es in dieser Hinsicht nie gegeben, obwohl ich aber schon immer einen gewissen Anspruch an ein Buch hatte. Das Spektrum reicht von Krimis, historischen Romanen und witzigen Büchern über Sachbücher verschiedenster Themen bis hin zu den Klassikern. Seit 2011 schreibe ich Buchbesprechungen und führe Interviews mit Autoren.

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