Aufgewachsen in Nürnberg in den 40er und 50er Jahren von Philip J. Dingeldey

Aufgewachsen in Nürnberg in den 40er und 50er JahrenPhilip J. Dingeldey hat in seinem Buch „Aufgewachsen in Nürnberg in den 40er & 50er Jahren“ natürlich in erster Linie von den Gegebenheiten in Nürnberg erzählt, doch dürfte sich die Situation in jeder anderen vom Krieg gebeutelten Stadt in Deutschland nicht anders dargestellt haben. Er erinnert an die Zeit rationierter Lebensmittel, die es nur mit Lebensmittelmarken gab und an den Bau von Luftschutzbunkern. Überall hat Juden das gleiche, grausige Schicksal ereilt. Die Bevölkerung war Großangriffen mit Brand- und Phosphorbomben ausgesetzt. Das Alltagsbild der Kinder war geprägt durch Tote auf den Straßen und sie hörten von Vätern, die auf Heimaturlaub von der Front kamen und neben einem zerstörten Haus nur noch die Gräber ihrer Familie vorfanden.

Um sich über das wahre Ausmaß des Krieges zu informieren, hörte man heimlich den Feindsender. Der Autor berichtet vom Elend der Kriegsgefangenen, die nicht selten beim Entfernen von Luftminen oder Blindgängern umkamen und von der Kinderlandverschickung.

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Verborgene Familiengeschichten – zwischen Nähe, Bruch und lebenslanger Bindung

Cover von Liebe, lebenslänglich von Ursula von Arx

Auf Spurensuche: Ursula von Arx

Wenn es darum geht, Familienbande zu lösen, tun sich die meisten Menschen schwer. Ursula von Arx hat sich auf die Suche nach Personen gemacht, die bereitwillig Auskunft über ihre Eltern-Kind-Beziehung geben wollten. Sie sprach jeweils mit einem Elternteil und dessen Kind getrennt, wobei sie gelegentlich Namen ändern musste. In einem Fall erhielt sie sogar eine Sonderbewilligung des Freistaates Bayern, um mit einem Inhaftierten ein fast vierstündiges Gespräch führen zu können. Die gesammelten Ergebnisse stellt sie in ihrem Buch Liebe, lebenslänglich vor.

Ein Winzer-Erbe mit gemischten Gefühlen

Der 21-jährige Daniel Niepoort möchte in die Fußstapfen seines Vaters treten, der als Winzer in Portugal das seit 1842 im Familienbesitz befindliche Unternehmen in der Douro-Region leitet – einer Region, die seit 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Sein Vater Dirk führt ihn auf ungewöhnliche Weise, was den Sohn anfangs sogar enttäuscht zurückließ.

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Das Blaue vom Himmel von Reinhard Deutsch

Vom täglichen Griff in unsere Tasche!

Das Blaue vom HimmelDas Buch von Reinhard Deutsch beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Maschen, mit denen kreative Betrüger ihren Opfern „Das Blaue vom Himmel“ versprechen, um ihnen letztendlich in die Tasche zu greifen. Trotz intensiver Aufklärungsarbeit der Polizeibehörden, die auch in direktem Bürgerkontakt versuchen vor Betrügern zu warnen, fallen immer wieder Menschen auf deren Tricks herein. Denn obwohl über einige dieser Betrugsmaschen häufig in den Zeitungen berichtet wird, scheint es nichts zu nützen. Von dem Mann, der den Eiffelturm verkaufte, über geplatzte Urlaubsträume, weil das gemietete Ferienhaus gar nicht existiert, bis hin zu dem üblen Enkeltrick, fasst der Autor einige Methoden der Trickbetrüger im ersten Teil des Buches zusammen.

Im zweiten Teil beschäftigt sich Reinhard Deutsch mit dem Thema Gesundheit, der Kurpfuscherei und damit, wie Wunderheiler mit obskuren Heilversprechen ihre Geschäfte machen.

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Alltag und Herausforderungen in der Psychiatrie: Ein Blick hinter verschlossene Türen

Buchcover des Sachbuchs Mein Bruder der Nichtraucher

Zwangseinweisungen: Ein gesellschaftlich relevantes Thema

Laut einem Bericht der Frankfurter Rundschau vom 12. März 2010 werden jährlich rund 100.000 Menschen gegen ihren Willen in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Besonders auffällig ist dabei das regionale Gefälle: In Bremen ist das Risiko einer Zwangseinweisung etwa 15-mal höher als im Saarland. Nicht eingerechnet sind in dieser Zahl die Patienten, die sich freiwillig einer Therapie unterziehen. Diese Statistik verdeutlicht, dass es sich bei den Betroffenen nicht um eine Randgruppe, sondern um einen relevanten Teil unserer Gesellschaft handelt.

Einblicke in den Klinikalltag: Erfahrungen eines Pflegers

Seit 1995 arbeitet Thorwald Börner als Krankenpfleger in einer bewusst anonym gehaltenen psychiatrischen Abteilung. In seinem Buch Mein Bruder der Nichtraucher* gewährt er anhand eindrucksvoller Fallbeispiele Einblicke in den Alltag dieser oft verborgenen Welt.

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Kann denn Fado fade sein? von Christina Zacker

Meine Abenteuer in Portugal!

Kann denn Fado fade sein?Das Statistische Bundesamt verzeichnet für das Jahr 2000 gut 100.000 deutsche Auswanderer. Die Spitze wurde 2008 mit knapp 180.000 Auswanderern erreicht und im Jahr 2010 hat sich die Anzahl wieder auf 140.000 verringert. Die Autorin Christina Zacker ist eine von ihnen und hat in dem Buch „Kann denn Fado fade sein?“ ihre Abenteuer als Auswanderin nach Portugal niedergeschrieben.

In einem lockeren und leichten Stil schreibt sie über ihre gesammelten Erfahrungen in den letzten acht Jahren, nachdem sie beschlossen hat, ihrer Liebe António nach Portugal zu folgen. Da gab es Abenteuer bei der Wohnungssuche, beim Friseur und in der Autowerkstatt. Sie schreibt über den Analphabetismus, der leider immer noch traurige Wahrheit ist und auch von der weit verbreiteten Schwarzen Magie. Der Leser erfährt, warum die Portugiesen ab dem Martinstag am 11. November ihre Pelzmäntel tragen, obwohl die Außentemperaturen kaum unter zehn Grad sinken. Und er wird erstaunt darüber sein, dass ein Hähnchen auch ganz anders als bei uns zubereitet werden kann.

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DDR-Führer von Robert Rückel (Hrsg.)

Reise in einen vergangenen Staat.

DDR-FührerÜber zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung ist die Unwissenheit vieler Bundesbürger über die Geschichte der DDR erschreckend und mit jedem Jahr seit ihrem Untergang scheint sie schöner zu werden. Darum ist das Wissen über das Alltagsleben in der DDR wichtig für das Verständnis dieser Epoche. Der „DDR-Führer“ des DDR-Museums in Berlin lädt den Leser zu einer spannenden Reise in einen vergangenen Staat ein.

Dem Herausgeber Robert Rückel ist es gelungen, durch intensive Zusammenarbeit und gegenseitigen Austausch mit den Historikern Dr. Stefan Wolle und Dr. Jochen Voit sowie dem Journalisten Andreas Menn und der Museologin Kathrin Strohl, einen breit gefächerten Führer durch den untergegangenen Staat DDR zu erstellen. Der Leser erhält einen kurzen Überblick über die Entstehung des Staates und sein Ende, woran letztendlich eine undurchlässige Sperranlage auch nichts ändern konnte. Warum auch im Sozialismus das eigene Auto ein Wunschtraum vieler Menschen war und jung sein in der DDR Wildcampen an der Ostsee hieß, wird in den folgenden Kapiteln geschildert. Während im Westen nach Schnäppchen gejagt wurde, jagte man im Osten nach Mangelware, denn es gab alles zu kaufen, nur nicht immer und überall.

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Der Mann ohne Geld von Mark Boyle

Meine Erfahrungen aus einem Jahr Konsumverweigerung!

Der Mann ohne GeldMark Boyle hat sich dazu entschlossen, ein Jahr ohne Geld auszukommen. Seine Erfahrungen hat er in „Der Mann ohne Geld“ niedergeschrieben. Dabei handelt es sich nicht um einen Mann, der es ohnehin in seinem Leben zu nichts gebracht hat. Sondern Mark Boyle ist studierter Betriebs- und Volkswirtschaftler! Seine vorausschauende Planung für das bevorstehende Jahr hat ihn detaillierte Regeln aufstellen lassen, um ohne Mietzahlungen wohnen zu können und weder Strom, noch Wasser bezahlen zu müssen. Ihm wurde bewusst, dass nicht einmal das Laufen umsonst ist, weil man dazu Schuhe benötigt. Und besonders schwer hat er sich mit der Entscheidung für oder gegen ein Mobiltelefon und Laptop getan.

Zur Finanzierung seiner ins Leben gerufenen Website Freeconomy Community hat Mark Boyle sein Hausboot verkauft. Er hat sich von seinem Bankkonto verabschiedet und sich in ein unbekanntes Abenteuer gestürzt. Gleich zu Beginn seines neuen Lebens ohne Geld macht er die Zeit als das höchste Gut aus.

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Rezension: „Ideale“ von Julia Friedrichs – Spurensuche nach Haltung und Engagement

Buchcover der Biografien Ideale

Ein Neujahrsmoment als Auslöser für Selbstreflexion

In ihrem Buch Ideale* begibt sich Julia Friedrichs auf die Suche nach Menschen, die ihren Werten und Überzeugungen treu geblieben sind – und das vor dem Hintergrund der 68er-Bewegung. Der zündende Gedanke entsteht in einer Silvesternacht, als die Autorin auf ihren schlafenden Sohn blickt und ihn in eine düstere Zukunft denkt: ölverschmutzte Meere, Plastikmüll, Trash-TV.

Die Frage, warum sie selbst nichts gegen die drohende gesellschaftliche Entwicklung unternimmt, bringt sie zum Nachdenken. Mit einer Liste von Dingen, die sie verändern will, beginnt ihre Recherche: ein persönlicher Aufruf zum Handeln und zur Selbstverantwortung.

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Glück kommt von Denken von Heidemarie Bennent-Vahle

Die Kunst, das eigene Leben in die Hand zu nehmen!

Glück kommt von DenkenSchon von jeher haben Philosophen erkannt, wie maßgeblich vor allem ein menschliches Miteinander für das Lebensglück ist. In ihrem allgemeinverständlichen Buch „Glück kommt von Denken“ schreibt Heidemarie Bennent-Vahle über die Bedeutung philosophischer Reflexionen. Mit ihren Ausführungen versucht sie auch den philosophisch unerfahrenen Leser mit einer Reihe philosophischer Gedanken in Berührung zu bringen.

Dazu lenkt die Autorin den Blick zunächst auf die wichtigen Lebensthemen wie Liebe, Erziehung und Alter, um die Grundprobleme der modernen Gesellschaft aufzuzeigen. Bei einer zweckrationalen und zielfixierten Lebenshaltung nimmt die Überforderung durch die Arbeitswelt und der Verlust gesellschaftlicher Solidarität überhand. Durch Sucht nach Bestätigung und Anerkennung findet keine Selbstreflexion mehr statt, denn es kommt allein auf das Werturteil der Mitmenschen an. Höchste Zeit sich zu besinnen, wobei das philosophische Nachdenken hilfreich sein kann.

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Der Japaner im Kofferraum – Frank Fischers unterhaltsamer Einblick in die Welt des Taxifahrens

Buchcover von Der Japaner im Kofferraum – Mein Leben als Taxifahrer

Kuriose Geschichten und alltägliche Herausforderungen im Taxi

In Der Japaner im Kofferraum* nimmt uns Frank Fischer mit auf eine humorvolle und zugleich informative Reise durch den Alltag eines Taxifahrers. Aus der Perspektive des Fahrers erfahren wir, welche kleinen Dramen sich auf den Straßen abspielen: Das Wechselgeld ist nie passend, der perfekte Tankzeitpunkt wurde wieder einmal verpasst, die benötigte Seite im Straßenatlas fehlt – und natürlich ist der Bahnübergang gesperrt, sobald man sich für diesen Weg entschieden hat.

Typen von Fahrgästen und Eigenheiten von Kollegen

Fischer listet die unterschiedlichen Fahrgast-Typen auf – vom Dauernörgler bis zum stillen Genießer – und beleuchtet auch die Charaktere seiner Kollegen. Besonders hervorgehoben werden die Vorzüge von Stammkunden und Geschäftsreisenden, bei denen der Fahrverlauf meist klar und angenehm ist.

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