Kein Held von Valentin Moritz

Kein HeldAn seinem neunzigsten Geburtstag bittet Josef Mutter seinen Enkel Valentin Moritz, seine Lebensgeschichte aufzuschreiben, die dieser in dem Buch Kein Held* veröffentlicht hat. Während ein Videospiel das Leben des Autors in den neunziger Jahren bestimmte, die für ihn „ein goldenes Jahrzehnt“ waren, trat sein Großvater in diesem Alter dem Jungvolk bei, und während Valentin Moritz eine Band gründete, ein Studium absolvierte und berufliche Perspektiven hatte, hat der Krieg Josef Mutter, wie so viele seiner Generation, in Verzweiflung und Elend gestürzt.

Sein Großvater wurde im Jahr 1922 in Niederdossenbach geboren, einem Dorf mit nur sechzehn Häusern unweit von Bad Säckingen. Er erinnert sich an die Wohnverhältnisse und daran, wie auch schon die Kinder zu anstrengenden Arbeiten auf dem Hof herangezogen wurden, an die Mahlzeiten und seinen Schulalltag, an die Inflation, den Aufstieg der Nazis und an Kriegsgefangene, die als Knechte, Mägde oder Waldarbeiter eingesetzt wurden.

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Die Notaufnahmeschwester von Ingeborg Wollschläger

Ein Alltag zwischen Leben, Tod und Wahnsinn!

Die NotaufnahmeschwesterWer wie Ingeborg Wollschläger zwanzig Jahre Notaufnahmeschwester war, hat einiges erlebt. In ihrem Sachbuch schreibt sie, wie sie in Pfarrhäusern aufgewachsen ist und sich für eine Ausbildung als Schwesternschülerin entschieden hat. Zunächst arbeitete sie in der Neurochirurgie und der Dialyse, bis sie in die Notaufnahme wechselte. Sie nennt Gründe, warum es dort nicht immer der Reihe nach gehen kann, welche Regeln das Leben für medizinisches Personal sowie Patienten angenehmer machen und wie einmal erlerntes und über die Jahre verloren gegangenes Wissen durch Erfahrung wettgemacht werden kann. Sie weist auf die Bedeutung des Nocebo-Effekts hin und erklärt, was Mediziner unter einem Notfall verstehen. Eine gute Beobachtungsgabe ist ihrer Meinung nach in diesem Beruf unabdingbar.

Interessant sind die vielfältigen Reaktionen, die sie zu ihrem Job als Notaufnahmeschwester erfahren hat, von dem sie allerhand Kurioses und schier Unglaubliches zu berichten weiß. Natürlich hatte sie während ihrer Arbeit auch weniger schöne Erfahrungen machen müssen und eine der Kehrseiten sind unangenehme Gerüche, denen sie unweigerlich ausgesetzt war.

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Zwischen Skalpell und Schicksal: Klinikgeschichten, die unter die Haut gehen

Buchcover: Tage in Weiß

Erste Schritte im weißen Kittel

Rainer Jund schreibt in seinem Buch Tage in Weiß* über den Klinikalltag. Er ist selbst HNO-Arzt und hatte als Medizinstudent in München zunächst die Anatomie auf dem Lehrplan. Früh macht er die Erfahrung, dass Neurochirurgen Entscheidungen treffen und abwägen müssen, ob beispielsweise eine riskante Operation dem Risiko eines Aneurysmas vorzuziehen ist.

Nächte voller Notfälle

Jund schildert eine Reihe von Fallbeispielen, wie sie typischerweise vorkommen können: Während des Nachtdienstes wird eine Tracheotomie nötig, weil eine Intubation nach einem missglückten Suizid nicht möglich ist. Bei einer OP-Assistenz beobachtet er, wie dem operierenden Professor kaum eine Wahl bleibt, auch wenn mit der Entscheidung niemand zufrieden sein kann. Eines Nachts muss der Autor einem Patienten die Nase annähen – aufgrund des hohen Blutalkoholwerts ohne Vollnarkose. Kaum will er sich ausruhen, wird er schon zum nächsten Notfall gerufen.

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Im Freien – Abenteuer vor der Tür von Björn Kern

Im Freien - Abenteuer vor der TürSeit den Sechzigerjahren, so schreibt Björn Kern in seinem Buch Im Freien – Abenteuer vor der Tür*, zieht es die Deutschen zu immer weiter entfernteren Urlaubszielen. Als Folge wird die nähere Umgebung kaum noch erkundet, weil die zur Verfügung stehende Zeit in der Ferne verbracht wird. Als er sich eines Abends nach einem am Computer verbrachten Tag dazu entschließt, eine Nacht im märkischen Wald am Rand des Oderbruchs zu verbringen, ist er überrascht, wie fremd plötzlich bekannte Orte auf ihn wirken. Aus Furcht schlägt er sein Lager am Waldrand auf, um bei Tagesanbruch festzustellen, dass seine Ängste unbegründet waren.

Immer öfter verspürt der Autor ein Nahweh, tauscht die Drinnen- gegen die Draußenwelt und nur im Freien gelingt es ihm, an nichts mehr zu denken. Er versteht sich nicht als Aussteiger, sondern will vielmehr dem gleichförmigen Alltag auf Zeit entfliehen.

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Abenteuer Unlimited von Helmut Linzbichler

Mein Leben im Grenzbereich

Abenteuer UnlimitedHelmut Linzbichler schildert in seinem autobiografischen Buch Abenteuer Unlimited* die Stationen seiner sportlichen Laufbahn: Ein Unfall beendet seine Karriere als Leichtathlet abrupt, doch schnell begeistert er sich für das Bergsteigen und Klettern. Jahrelang führt ihn sein Freiheitsdrang kreuz und quer durch Europa. Er traut sich auf den Nanga Parbat und nach einer gescheiterten Expedition packt ihn das Lauffieber. Bei einem Lauf von Los Angeles bis New York durchläuft er vier Zeitzonen und toppt das noch mit dem nur 530 km langen Nord-Süd-Weitwanderweg von Niederösterreich bis in die Steiermark, bei dem allerdings 16.000 Höhenmeter überwunden werden müssen. Vor ihm hat das noch niemand gewagt! Selbst eine Krebserkrankung, die ihn frühzeitig zum Pensionär macht, hält ihn nicht von der Teilnahme an einem Marathon am Nordpol ab. Schließlich bezwingt er die jeweils höchsten Berge von sieben Kontinenten, wobei die Definition Auslegungssache ist. Als ältester Mensch besteigt er die Seven Summits, wozu auch der Mount Everest zählt, auf dessen Gipfel er mit fast siebenundsechzig Jahren steht!

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Beate Uhse – Ein Leben gegen Tabus von Katrin Rönicke

Beate Uhse - Ein Leben gegen TabusAus heutiger Sicht ist es kaum zu glauben, dass noch im Jahr 1969 ein Gutachter vor Gericht ausgesagt hat: „Der Orgasmus der Frau ist als natürlich anzusehen“. In der Biografie Beate Uhse – Ein Leben gegen Tabus zeichnet Katrin Rönicke den Lebensweg der im Jahr 1919 als Beate Köstlin geborenen Pionierin in Sachen enttabuisiertem Sex nach. Als Tochter gebildeter Eltern besucht sie bis zur Schließung durch die Nationalsozialisten eine Schule auf Juist. Die sportbegeisterte junge Frau wird Fähnleinführerin beim Bund Deutscher Mädel und erwirbt mit achtzehn Jahren den ersehnten Flugschein. Nach der Ablegung einer Kunstflugprüfung lernt sie ihren ersten Mann Hans-Jürgen Uhse kennen, einen Kunstfluglehrer. Die Autorin schreibt von den ersten Jahren dieser vom Krieg überschatteten Beziehung, der überstürzten Heirat, dass Beate Uhse frühzeitig Witwe wurde und alleine einen Sohn durchbringen musste.

Beate Uhse wusste um die Sorgen ungewollter Schwangerschaften vieler Frauen, deren Männer aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrten.

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Der tanzende Direktor von Verena Friederike Hasel

Lernen in der besten Schule der Welt!

Der tanzende DirektorDie in Berlin aufgewachsene Verena Friederike Hasel hat mit ihrem Ehemann und den drei Töchtern ein halbes Jahr bei den Maori in Narrow Neck, einem Vorort von Auckland, verbracht. In ihrem Buch Der tanzende Direktor schreibt sie über das Bildungssystem in Neuseeland, das immer noch auf den von Sylvia Ashton-Warner entwickelten Methoden basiert, die vor mehr als einhundert Jahren geboren wurde. Gleichwohl wurde das Schulsystem in den 1980er Jahren innerhalb von nur vierzehn Monaten einer radikalen Änderung unterzogen. Ein von der Regierung entworfenes „Dezilsystem“ verteilt das für die Bildung bereitgestellte Geld gerecht, und der ständige Austausch zwischen Wissenschaftlern und Schulen hat dazu geführt, dass das erfolgreiche Pilotprojekt „Reading Recovery“ von den USA, Kanada, England und Australien übernommen wurde.

Immer wieder stellt die Autorin, die gerne an der Seite ihres Kindes einen „Erziehungskünstler“ nach dem Vorbild von John Keating aus dem Film Der Club der toten Dichter* hätte, Vergleiche zum deutschen Schulsystem an.

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Mit Paddelboot und Faltrad quer durch Deutschland – Jens Steingässers Abenteuerreise

Querflussein

Kindheit im Boot und der Entschluss zum Abenteuer

Jens Steingässer ist, wie er auf den ersten Seiten seines Erlebnisreisebuches ausführt, als Kind quasi im Boot aufgewachsen. Nach seinem Entschluss, mit einem Paddelboot und Faltrad „Querflussein“ durch Deutschland die Geheimnisse seiner Heimat zu erkunden, startet er an der Quelle der Modau, unweit von Eberstadt. Für vier Wochen verabschiedet er sich von seinen Kindern und seiner Ehefrau Jana, die ihm später bei der Niederschrift seiner Erfahrungen eine wertvolle Hilfe war, und stürzt sich in ein aufregendes Abenteuer.

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Nur über seine Leiche von Brenda Strohmaier

Wie ich meinen Mann verlor – und verdammt viel übers Leben lernte!

Nur über seine LeicheBrenda Strohmaier will mit ihrem Sachbuch Nur über seine Leiche* Trauernde ermutigen, „sich von zwickenden Konventionen zu befreien“. Die letzten acht Lebensjahre litt ihr Ehemann Volker Gunske an einer primär sklerosierenden Cholangitis, einem Gallenrückstau, der die Zerstörung seiner Leber zur Folge hatte. Dem Paar, das sich zehn Jahre kannte, waren nur acht Monate seit der Eheschließung vergönnt, bevor Volker infolge eines ärztlichen Fehlers an einer Lungenentzündung und Sepsis erkrankte, die ihn letztlich in ein Koma fallen ließen und die Abschaltung lebenserhaltender Maschinen – im Beisein seiner Ehefrau – erforderlich und so die erst Vierundvierzigjährige im Mai 2016 zur Witwe machte.

Bei der Ortsauswahl für die anstehende Trauerfeier stellte sich Brenda Strohmaier die Frage, was ihr Mann gewollt hätte. Sie kam zu dem Schluss, dass nur ein Kinosaal dem ehemaligen Filmkritiker gerecht werden kann. Es musste eine Entscheidung bezüglich der Kleidung, die sie zur Beerdigung tragen will, getroffen werden und auch, was mit seinem Ehering geschehen sollte.

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Micky halbiert sich (nicht) von Michael Klemsch

Der ewige Kampf mit den Kilos und den Emotionen!

Micky halbiert sich (nicht)Michael Klemsch kann ein Lied davon singen, wie er über Jahrzehnte immer wieder erfolglos versucht hat, dauerhaft Gewicht zu verlieren. In seinem autobiografischen Buch Micky halbiert sich (nicht)* hat er Stationen seines Lebens aufgezeichnet. So war er als Kind, und auch noch als Jugendlicher sportlich und dünn gewesen. Doch mit drei-/vierundzwanzig Jahren setzte eine kontinuierliche Gewichtszunahme ein, die rasch zum ersten Mal die 200 kg Grenze erreichte, was er darauf zurückführt, dass er beruflich bedingt keinen Sport mehr treiben konnte. Der Wiener meldet sich bei der österreichischen Rality-Show „Du bist, was du isst“, beantragt eine Kur und wird Vater eines Sohnes. Mit ihm geht er heute gerne zum Schwimmen und fährt auf einem speziellen, für sein Gewicht ausgelegtes Rad.

Kurzfristig zeitigen alle seine Diäten einen Erfolg, doch der Jojo-Effekt schlägt unbarmherzig zu. Michael Klemsch hilft auch nicht eine Ausbildung zum Ernährungsvorsorgecoach, denn trotz seiner Kenntnisse begeht er beim Essen weiterhin Fehler. Er vermutet, dass die Psyche den „Verstand gekonnt ausspielt“.

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