Wie kann einem Kind eine Ewigkeit erklärt werden, wenn es sich schon nichts unter einer Stunde, einem Tag oder gar einem Monat vorstellen kann? Genau darum geht es aber, wenn jemand verstorben ist, denn dieser Abschied ist endgültig, für immer. Welche Worte können einem Kind begreiflich machen, dass es einen geliebten Menschen nie mehr sehen kann? Hermien Stellmacher nimmt Eltern und Erziehern mit ihrer Bilderbuchgeschichte Nie mehr Oma-Lina-Tag?* diese Last von den Schultern, indem sie schon für die Kleinsten eine tröstende Geschichte geschrieben hat:
Jeden Mittwoch wird Jasper von seiner Nachbarin, die für ihn Oma Lina ist, von der Schule abgeholt und gemeinsam backen sie Pfannkuchen. Deshalb ist der Mittwoch auch Jaspers Lieblingstag. Doch eines Tages holt ihn seine Mutter von der Schule ab, weil Oma Lina am Nachmittag ins Krankenhaus muss.
Pädagogisch ist es sinnvoll, wenn schon den Kleinsten Grenzen aufgezeigt werden, denn nur so kann ihnen bewusst werden, dass sie von ihren Eltern geliebt werden. Lässt man ihnen alles durchgehen, entwickelt sich das Gefühl, dem anderen egal, nicht wichtig genug zu sein. Grenzen müssen gesteckt werden, doch sie müssen genau definiert werden, dürfen nicht „schwammig“ sein. Das Kind muss wissen, was es darf und was nicht. Und genau dafür gibt es Regeln, die das Sachbilderbuch
In einer ziemlich wahren Geschichte aus Brasilien ist Onkel Flores ein Schneider. Sein Neffe Edinho hat bereits viel von ihm gelernt, während er die Nachmittage bis zur Heimkehr seiner Mutter von der Arbeit bei seinem Onkel verbracht hat. Dieser erzählt ihm viel davon, wie es früher war, als der Fluss Velho Chico noch sauberes Wasser führte und die Lavadeiras, die Wäscherinnen, dort ihre Wäsche waschen konnten. Nachdem Fabriken gebaut wurden und auch Wohnraum für die Arbeiter geschaffen werden musste, wandelte sich das Dorf Pinbauê in eine Stadt.
Eines Tages entdeckt ein Leopard zwischen grün und rot schillernden Bäumen etwas Schwarzes. Dabei kann es sich nur um einen seiner schwarzen Flecken handeln, die er beim Jagen verloren haben muss. Damit den anderen nicht dasselbe widerfährt, macht er sich sofort auf um alle zu warnen. Ein Rabe sieht ebenfalls das Schwarze und hält es für ein Stück von einem Stern. Er fürchtet, der Himmel könnte einstürzen und will alle Waldbewohner über das drohende Unheil informieren. Sein Gekrächze alarmiert wiederum den Fuchs. Dieser sieht das Schwarze auch, weiß aber nicht, was es sein könnte. Vielleicht das Tuch der Prinzessin? Wenn der König sein Heer ausschickt um es zu suchen, muss er unbedingt alle vor seinen Soldaten warnen.
In einer dicht besiedelten Stadt wohnt im obersten Stockwerk eines Hochhauses der freundliche Hund Mister Oscar. Er beschließt, mit seinem Goldfisch Chips seine Freunde zu besuchen. Bevor es mit dem Zug auf die Reise geht, muss er natürlich einige Dinge einpacken. Bei der Ankunft auf dem Land regnet es. Da Mister Oscar nicht weiß, wie man ein Zelt aufschlägt, hilft ihm Eva dabei. Am darauffolgenden Tag fährt er mit dem Bus in die verschneiten Berge und mit dem Lift geht es auf einen Skihang. An einem anderen Tag trifft sich Mister Oscar mit seiner Freundin Caro an einem See, wo sie eine Bootsfahrt unternehmen. Mit Jojo und Didi geht er im Meer schwimmen. Als er sich mit seinem alten Freund Dougal in einer Stadt trifft, kennt der zum Glück ein nettes Café. Aber auch die schönsten Ferien neigen sich einmal dem Ende zu, und es geht für Mister Oscar und seinen Goldfisch Chips wieder nach Hause.
Es gibt Menschen, die sich lieber zurückziehen und still verhalten. Für ihre Mitmenschen gelten sie als schüchtern oder introvertiert. Nur selten kommen sie aus sich heraus und erheben ihre Stimme. Genau so ergeht es einem kleinen Mädchen in dem Bilderbuch
Der Kuckuck zählt zu den bedrohten Tierarten. Um den Winter in unseren Breitengraden überleben zu können, begibt er sich jedes Jahr im August auf eine weite Reise, die ihn entweder zu seinem Winterquartier südlich des Äquators oder nach Westafrika führt. Erst im Frühling, spätestens Ende Mai, tritt er die lange Rückreise an, die er vornehmlich in der Nacht und in Etappen von etwa fünfzig Kilometern zurücklegt. In dem Kinderbuch von Daniel Fehr kommt auch ein Kuckuck gerade im Frühling aus Afrika und ruft freudestrahlend „Kuckuck, ich bin wieder da!“. Doch leider antwortet ihm niemand, was ihm seltsam vorkommt. So fliegt er zum großen Baum, wo die Maus wohnt und stellt fest, dass sie nicht zu Hause ist. Sein nächstes Ziel ist die Lichtung, wo er den Hirsch anzutreffen hofft.
Im strömenden Regen steht Alef am Strand und sieht, wie sich die Arche Noah am Horizont immer weiter von ihm entfernt. Zu dumm, dass er zu spät gekommen ist und die Abfahrt verpasst hat. Wie sich herausstellt, hat es auch das Einhorn nicht geschafft. Nach und nach kommen noch Zentauren hinzu, ein geflügeltes Pferd, ein Pegasus, der Vogel Greif und eine Sphinx. Alef fasst einen Plan und verkündet, eine zweite Arche bauen zu wollen, woraufhin alle sofort das benötigte Material zusammentragen. Nach drei Tagen und Nächten sind sie endlich mit der Arbeit fertig, und der stärker werdende Regen hebt das Boot an und treibt es auf das offene Meer.
In der Savanne, dem Übergang vom tropischen Regenwald zu einer Wüste, fragt der Löwe unter einem Affenbrotbaum, wer mit ihm Fußball spielen möchte. Wie zu erwarten, sind „Die Savannenkicker“, bestehend aus Antilope, Gepardin, Giraffe, Hyäne, Warzenschwein, Zebra, Nashorn, Erdmännchen und Gnu sofort begeistert. Alle machen sich auf den Weg zum Fußballplatz. Der Löwe, der ins Tor geht und davon überzeugt ist, dass er keinen Ball ins Netz gehen lässt, erhält sofort einen Dämpfer, als das Warzenschwein richtig zielt.
Hauptfigur in dem Kinderroman Agentin Yeshi von Gabriela Kasperski ist die dunkelhäutige, aus Äthiopien stammende zehnjährige Yeshi. Sie lebt allein mit ihrer Adoptivmutter, die als Lektorin in einem Verlag arbeitet. Als Yeshi ihren von der Mutter getrenntlebenden Adoptivvater in London besucht, verliert sie ihn unterwegs aus den Augen. Zum ersten Mal muss sie ihr Talent als Agentin unter Beweis stellen und haarscharf kombinieren, wie sie sich wiederfinden können.