Inselkoller inklusive von Mike Schulz

Inselkoller inklusiveUnter falschem Namen flüchtet der Schriftsteller Sebastian aus Hamburg auf die Nordseeinsel Neusand, weil ihn seine Frau Ulrike mit Klaus betrügt und am Gewinn seiner Buchverkäufe beteiligt werden will. Sebastian mietet sich im Turmhotel ein, das Lissy mit ihrem Vater Roger führt. Als sich zwischen Lissy und Sebastian zarte Bande entwickeln, taucht plötzlich Ulrike mit ihrem Liebhaber im Turmhotel auf. Während die beiden Sebastian zu erpressen versuchen, führt ein Schluckauf zu einem tragischen Todesfall. Obwohl die Polizei davon in Kenntnis gesetzt wird, sind die Inselbewohner auf sich gestellt, da sie aufgrund eines tosenden Sturms vom Festland abgeschnitten sind. Sie wissen nicht, wohin mit der Leiche, die niemand im Haus haben möchte.

Die Verwicklungen nehmen ihren Lauf: Nicht nur Sebastian hat ein Auge auf Lissy geworfen, sondern auch Arne, und Margot Stüber möchte ihren trotteligen Sohn Jochen mit ihr verehelichen. Doch der kann sich nicht zwischen Lissy und Bille entscheiden, die es gerne mit sämtlichen Männern treibt.

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Janusmond von Mia Winter

JanusmondLeon Bernberg ist von Deutschland nach Louisson gekommen, um seine Zwillingsschwester Lune offiziell für tot erklären zu lassen. Im September vor elf Jahren ist sie nach Südfrankreich gefahren, um an der Universität La Valuse zu studieren. Sie hat sich in der Stadt angemeldet und an der Universität eingeschrieben, doch seit Juni des darauffolgenden Jahres ist sie spurlos verschwunden. Leon bittet Inspektor Christian Mirambeau von der Polizei in Louisson um Hilfe. Doch da Lune dort überhaupt nicht als vermisst gemeldet wurde, wird der Inspektor argwöhnisch und möchte zunächst noch einige Nachforschungen anstellen. Nach seiner Ansicht hat es jeder Mensch verdient, dass man zumindest einmal gründlich nach ihm sucht. So ist Leon gezwungen für einige Tage in der Stadt zu bleiben, die unter einer Hitzewelle mit Temperaturen von über vierzig Grad leidet. Er besucht die Orte, die ihm seine Schwester in ihren Briefen geschildert hat, und er stellt sich die Frage, ob sie vielleicht noch lebt.

Nachdem Inspektor Mirambeau mit seinen Nachforschungen begonnen hat, wird Professor Paul Spiegelberg, der vor zehn Jahren Lune Bernberg verfallen war, im Hurenviertel von Louisson ermordet.

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2084 – Noras Welt von Jostein Gaarder

2084 – Noras WeltJedes Jahr verbringt Nora Nyrud mit ihrer Familie den Jahreswechsel auf einer Almhütte. Doch seit ihrem zehnten Geburtstag gibt es zu Silvester keinen Schnee mehr. Am 10. Dezember 2012, zwei Tage vor ihrem sechzehnten Geburtstag, muss sie wegen ihrer ausgeprägten Fantasie zu einem Termin bei einem Psychiater, den ihre Mutter vereinbart hat. Nora erzählt ihm, dass sie Angst vor der globalen Erwärmung hat. Dr. Benjamin hält das für eine reale Angst und hat dafür Verständnis. Nach einem langen Gespräch gibt er ihr den Tipp eine Umweltgruppe zu gründen. Am selben Tag bekommt Nora schon vorzeitig ihre Geschenke, darunter einen Ring ihrer Tante Sunnivas, der ein Familienerbstück ist.

In der folgenden Nacht hat Nora einen Traum, in dem sie sich selbst als Urgroßmutter am 12. Dezember 2084 sieht. Die Urgroßmutter ihres Traums hat eine Urenkelin mit Namen Nova und wie Nora wird auch Nova in zwei Tagen ihren sechzehnten Geburtstag feiern. Mit einem Araberjungen erlebt Nova eine aufregende Zeit.

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Kurze Begegnungen mit Che Guevara von Ben Fountain

Kurze Begegnungen mit Che GuevaraBen Fountain lässt in einer der Erzählungen seines Buches „Kurze Begegnungen mit Che Guevara“ einen Ich-Erzähler Gespräche führen, die ihm Antworten auf Fragen zu Che Guevara geben. Am Ende resümiert er, dass sich die Hoffnungen des Revolutionärs auf eine bessere Welt nicht erfüllt haben. In einer weiteren Geschichte will der Ornithologe John Blair in den kolumbianischen Wäldern drei Wochen lang seltene Vogelarten studieren. Bei einem Streifzug wird er von Rebellen festgenommen, die den vermeintlichen Spion zu Comandante Alberto bringen. Nach über fünfzehn Monaten trifft endlich eine Delegation aus Amerika ein. Doch wendet sich das Blatt und Blair will bleiben.

In Port-au-Prince, wo Mason aus gutem Grund in einem ärmlichen Viertel als Beobachter wohnt, macht er die Bekanntschaft eines Mulatten. Der ist davon überzeugt, dass Mason Mitleid mit der Bevölkerung Haitis hat und vertraut ihm deshalb seine wertvollen, gestohlenen Gemälde an. Mason soll sie für ihn nach Miami schmuggeln und dort zu Geld machen.

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Der Architekt des Sultans von Elif Shafak

Der Architekt des SultansIm Alter von zwölf Jahren verlässt Jahan im 16. Jahrhundert seine indische Heimatstadt Hindustan und flieht vor seinem gewalttätigen Stiefvater. Er schmuggelt sich an Bord eines Schiffes, auf dem sich ein weißer Elefant befindet, ein Geschenk von Schah Humayuns an den Sultan in Istanbul. Durch eine List kann Jahan Kapitän Gareth davon überzeugen, dass er der Elefantenführer von Chota ist. Doch für seine Gunst, ihm das Leben geschenkt zu haben, erpresst er Jahan damit, dass dieser später im Palast für ihn stehlen soll.

In Istanbul wird Jahan von Sangram in die Palastregeln eingewiesen. Wie Nikola, Davud und der taubstumme Yusuf ist er ein Schüler von Sinan, dem Hofarchitekten von Sultan Süleyman. Jahan erhält Unterricht und wird ein geschätzter Bauzeichner. Weil aber auch Kapitän Gareth immer wieder Diebesgut einfordert, lässt Jahan bei jeder sich bietenden Gelegenheit etwas mitgehen. Als er gemeinsam mit seinem Elefanten Chota einem Kriegsfeldzug zum Sieg verhilft, dürfen sie von nun an im Serail wohnen. Dort begegnet Jahan der schönen Prinzessin Mihrimah und es betrübt ihn zutiefst, als er von ihrer Vermählung mit Rüstem Pascha erfährt.

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Wenn Gott aus dem Urlaub zurückkehrt: Eine himmlische Satire

Buchcover des Romans Gott bewahre

Himmlische Rückkehr mit irdischen Folgen

Im Zentralbüro des Himmels herrscht aus gutem Grund eine gewisse Unruhe: Gott kehrt aus seinem einwöchigen Urlaub zurück. Auch in der Ewigkeit vergeht die Zeit – nur sehr viel langsamer. Denn im Unterschied zur irdischen Zeit entspricht ein Tag im Himmel etwa siebenundfünfzig Erdenjahren. Als Gott zu seiner Reise in die entlegene himmlische Provinz aufbrach, schrieb man auf der Erde das Jahr 1609 – eine Epoche, die ihm enorme Freude bereitete. Bei seiner Rückkehr ist es auf der Erde bereits das Jahr 2011, und über vierhundert Jahre sind vergangen, die alles andere als ereignisarm waren.

Gott benötigt einen ganzen Vormittag, um sich über Kriege, Gräueltaten und den moralischen Verfall der Menschheit auf den neuesten Stand zu bringen. Entsetzt fragt er sich, wie das alles dermaßen aus dem Ruder laufen konnte.

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Romananalyse: Was das Meer nicht will von Daniela Gerlach

Zwischen familiären Zwängen und innerer Zerrissenheit

Buchcover des Romans Was das Meer nicht will

Jährliche Rituale und familiäre Spannungen

Die namenlose Protagonistin des Romans Was das Meer nicht will* ist seit zwanzig Jahren mit dem Übersetzer Georg Brauckmann verheiratet. Gemeinsam besuchen sie jedes Jahr zu Weihnachten ihre allein lebende Mutter Erika, die großen Wert auf die Beibehaltung von Traditionen legt. Diese macht ihrer Tochter regelmäßig ein schlechtes Gewissen – wegen seltener Besuche und geplanter früher Abreise vor dem Jahreswechsel.

Im Sommer verbringen Georg und seine Frau regelmäßig drei bis vier Wochen im eigenen Appartement in Spanien. Für zwei dieser Wochen reist auch Erika an und wohnt im Gästezimmer. Doch die räumliche Nähe bringt Spannungen mit sich, und die Protagonistin fühlt sich zunehmend eingeengt. Georg behandelt sie belehrend und erinnert sie an ihren gemeinsamen Leistungskurs in der Schulzeit. Er ist pedantisch, überbesorgt und kritisiert sie oft, etwa bei kleinen Vergesslichkeiten.

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Die Ballade von John und Ines von Beate Baum

Die Ballade von John und InesDie aus Dresden stammende und gelernte Krankenschwester Ines Behrendt hat sich am LIPA beworben, dem Liverpool Institute for Performing Arts, einer von Paul McCartney gegründeten Universität, und ist stolz darauf, dass sie angenommen wurde. Mit ihrer Freundin Janine, die aus Berlin zu Besuch gekommen ist, unternehmen die beiden jungen Frauen einen abendlichen Kreuzzug durch die Kneipen und Bars von Liverpool. Sie treffen den talentierten John Raymond, den Ines als ihren Studienkollegen vorstellt.

Nach der Abreise von Janine wird Christopher Henley, der Chef des legendären Cavern Clubs, tot aufgefunden. John wird festgenommen, weil er zuvor einen Streit mit Henley hatte. Von einem Polizisten erfährt Ines, für die John mittlerweile mehr als nur ein Studienkollege ist, dass er der Polizei als ehemaliger Junkie bekannt ist. Von Johns Mitbewohner Mark hört Ines, dass Nicolas Olsen, der sich auf der Suche nach Talenten bei ihr bereits vorgestellt hat, eine Beatles-City mit Einbeziehung des Cavern Clubs plant. Doch dann wird John freigelassen und dafür sein Freund Thomas Duncan, der Chef vom Cabin Club, verhaftet.

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Zwischen Hallig und Hauptstadt: Ein satirischer Blick auf Politik und Bauwahn

Buchcover des Romans: Schlossplatz, Berlin

Unerwartete Auszeit auf der Hallig

Ein Bundestagsabgeordneter, dessen Tage mit Terminen ausgefüllt sind, wird für zwei Tage und Nächte auf einer Hallig zum Nichtstun verurteilt, nachdem sein Boot einen Motorschaden erlitten hat. Fischer schleppen das Boot ab, und er kommt bei Kathrin Knudson unter. Mit ihr läuft er durch das Wattenmeer – etwas, das er noch nie zuvor getan hat. Die Stunden, die er auf der Hallig verbringt, wo er sich zum ersten Mal richtig frei fühlt, werden sein Leben verändern.

Ein Bauprojekt der Superlative – und des Scheiterns

Der Abgeordnete ist Mitglied im Aufsichtsrat eines gigantischen Bauprojekts, das mitten im Herzen von Berlin entstehen soll. Nach den Plänen des Aufsichtsratsvorsitzenden Rödel soll eine weltweit einzigartige Badelandschaft entstehen – mit Anschluss an alle Bahnen und einen Flughafen, durchzogen vom Duft dreier Meere. Getragen von Säulen und überdacht mit einem gelben Glasdach, das sich öffnen lässt, wirkt das Projekt visionär.

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Zwischen Gipfelträumen und Abgründen: Dan Simmons’ Roman „Der Berg“

Buchcover des historischen Romans Der Berg

Das historische Drama als Ausgangspunkt

Im Juni 1924 wollen George Mallory und Andrew Irvine den Mount Everest bezwingen – doch sie kehren nie zurück. Bis heute konnte nicht geklärt werden, ob die beiden Bergsteiger den Gipfel erreicht haben und damit den als Erstbesteigern geltenden Tenzing Norgay und Edmund Hillary den Ruhm streitig machen könnten.

In dem Roman Der Berg* von Dan Simmons bildet dieses Drama den Ausgangspunkt der Handlung. Der aus Boston stammende Jacob Perry, der Chamonix-Führer Jean-Claude Clairoux und Richard Davis Deacon, den alle nur „den Diakon“ nennen, erfahren auf dem Gipfel des Matterhorns aus einer Zeitung vom Unglück am Mount Everest. Im Kopf des Diakons reift längst der Plan, ebenfalls auf den höchsten Berg der Erde zu steigen. Zur Vorbereitung testet er seine beiden Begleiter auf der gefährlichsten Abstiegsroute.

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